Nach einem schweren Schicksalsschlag
: Die Fliegerklause in Schwenningen feiert Wiedereröffnung – mit neuem Look und alter Familientradition

Sein Onkel hätte es sich gewünscht: Gaetano Nizza führt die Fliegerklause in Schwenningen weiter. Nach einer umfassenden Renovierung beginnt für das Restaurant jetzt eine neue Ära.
Von
Mareike Kratt
VS-Schwenningen
Jetzt in der App anhören
gggg

Gaetano Nizza und seine Partnerin Lisa Rychlik freuen sich, das Restaurant Fliegerklause und das Erbe des verstorbenen Onkels weiterführen zu können. Die Räume erstrahlen im neuen Glanz.

Mareike Kratt
  • Die Fliegerklause in VS-Schwenningen eröffnet nach Renovierung wieder – mit neuem Inhaber.
  • Gaetano Nizza führt das Restaurant seines verstorbenen Onkels weiter und setzt Familientradition fort.
  • Neues Interieur, modernisierte Küche und überarbeitete Speisekarte, Klassiker bleiben erhalten.
  • Lokale Firmen statteten aus, die Terrasse bietet Blick auf den Flugplatz, Stammtisch bleibt bestehen.
  • Neueröffnung am Samstag, 17. Oktober, ab 12 Uhr. Öffnungszeiten: Di–So 11–14 und 17–21 Uhr.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Ein frischer Anstrich, ein überarbeitetes Parkett, neue Tische und Stühle, moderne Deko und eine neue Küche: Die Fliegerklause erstrahlt in neuem Glanz. Doch eigentlich ist es ein trauriger Anlass, aus dem durch das Restaurant am Rande des Flugplatzes ab sofort ein neuer Wind wehen wird: Ganz unerwartet ist im Juni der bisherige Pächter Carmine Molisse mit nur 63 Jahren verstorben, das Restaurant musste schließen.

Und es war wohl Fügung, dass der beliebte Wirt, der zusammen mit seiner Familie seit vielen Jahren die Schwenninger Gastronomie mit vornehmlich italienischer Küche prägt, sich seinen Neffen Gaetano Nizza einmal als Nachfolger gewünscht hatte. Der 32-Jährige stand bisher als Pizzabäcker in der Fliegerklause hinter dem Ofen.

Ein besonderer Wunsch wird erfüllt

„Mir war wichtig, dass ich diesen Wunsch erfülle“, erzählt Gaetano Nizza, wie es für ihn seither Schlag auf Schlag ging. Doch auch, wenn für ihn klar war, dass er frischen Wind in das italienische Restaurant mit typisch rustikaler Einrichtung bringen und dafür Invest und Zeit benötigen wird: Jetzt kann er auf die vielfältigen gastronomischen Erfahrungen seiner Familie mit Wurzeln in Sizilien beziehungsweise Salerno aufbauen:

Mit dem „Capri“ im Alpenblick in der Villinger Straße hatte seine Großmutter die Restaurant-Ära genau vor 40 Jahren, im Jahr 1986, begonnen, ehe Onkel und Tante das „Vesuvio“ etwas weiter unten in der Villinger Straße geführt hatten. Schon damals seien die Restaurants „jeden Tag rappelvoll“ gewesen.

Gastro

Leckeres in der Region: Wir zeigen was schmeckt und welche neuen Restaurants, Spezialitäten-Supermärkte und Food-Trends es in der regionalen Gastroszene gibt.

16-jähriges Kapitel endet – oder auch nicht

Ein neues Kapitel hat das Ehepaar dann im Jahr 2010 am Rande des Flugplatzes mit der Fliegerklause aufgeschlagen, das 16 Jahre später abrupt enden sollte. Stets waren es der Zusammenhalt und die Unterstützung, die die Familie durch all die Jahre leiten sollten.

Von jeher mit dabei war Adele Nizza, Gaetanos Mutter, die auch weiterhin im Restaurant im Service helfen wird. Sie erinnert sich noch gut daran, wie ihr Sohn bereits zu „Capri“-Zeiten als Kind im Restaurant herumgewuselt sei. „Schon damals wollte er Pizzabäcker oder Tellerwäscher werden“, erzählt sie mit einem Schmunzeln.

So sieht der neue Look aus

Seit Kurzem also ist Gaetano Nizza auch noch Inhaber und führt die Familientradition in der dritten Generation weiter. Zusammen mit seiner Partnerin Lisa Rychlik, die seit sieben Jahren im Familienbetrieb tätig ist, hat er in den vergangenen Wochen geplant und gewerkelt – und der Fliegerklause innerhalb kürzester Zeit einen modernen Look verpasst.

ggg

Im Sommer kann die großzügige Terrasse der Fliegerklause genutzt werden und bietet einen direkten Blick auf den Schwenninger Flugplatz.

Mareike Kratt

Im August wurde das bisherige Inventar ausgeräumt, der September zum Renovieren genutzt. Wichtig war dem Paar, für die neue Ausstattung nur Firmen aus der Umgebung, gar aus der direkten Nachbarschaft, zu betrauen. So ist es also kein Wunder, dass im hellen, offenen Speisesaal etwa Leuchten der Firma Waldmann hängen oder die Raum- und Tischdeko von Würthner Wohnen übernommen wurde. „Wir unterstützen uns immer gegenseitig“, sagt der neue Inhaber.

Das macht die Fliegerklause aus

Auch die Speisekarte ist überarbeitet worden, wenngleich Pizza, Pasta, Schnitzel oder das beliebte „Flieger-Steak“ an die bisherige Fliegerklausen-Tradition anknüpfen sollen. Überhaupt soll das bisherige Konzept nicht gänzlich über den Haufen geworfen werden, betont Gaetano Nizza, und das dürften auch die bisherigen Gäste spüren. Bodenständig gute italienische Küche mit deutschen Gerichten als Tagesempfehlung im lockeren, familiären Umfeld nennt er das, was die Fliegerklause ausmache.

„Hier ist jeder willkommen – vom Handwerker, über Familien, bis zum Geschäftsmann“, weiß Nizza, dass sich das Restaurant im Laufe der Jahre zu einer Institution in Schwenningen entwickelt hat und auch weiterhin als Treffpunkt für Familienfeiern, Stammtische oder Vereine – allen voran der Sportfliegergruppe Schwenningen – dienen soll.

Nicht umsonst wurde der große ovale Stammtisch mit direktem Blick auf den Flugplatz, in dessen Mitte ein kleines Modellflugzeug eingelassen und mit einer Glasplatte abgedeckt wurde, auf Wunsch des Vereins in die neue Fliegerklausen-Ära mitgenommen.

Die „neue“ Fliegerklause in Schwenningen

Die Fliegerklause, Unter Luckenburg 5, feiert unter Inhaber Gaetano Nizza am Samstag, 17. Oktober, ab 12 Uhr Neueröffnung. Die Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag, 11 bis 14 und 17 bis 21 Uhr. Am Wochenende ist mit kleiner Speisekarte durchgehend geöffnet. Weitere Infos unter restaurant-fliegerklause.de.