Minus trotz mehr Patienten: Fast zehn Millionen fehlen – das Schwarzwald-Baar-Klinikum ist krank

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Schwarzwälder BoteDer Aufsichtsrat des Schwarzwald-Baar-Klinikums hat den Jahresabschluss für 2024 festgestellt. Die wiederholt nicht ausreichende Refinanzierung der hohen Sach-, Personal- und Investitionskosten bestimmen das Jahr 2024.
Aber: Die Leistungszahlen im ambulanten Bereich haben zugenommen, immerhin das ist erfreulich ist für die Klinik-Geschäftsführung. „Die wirtschaftliche Lage ist angespannt – obwohl unsere Situation im Verhältnis besser ist als die vieler anderer Kliniken“, erklärt Matthias Geiser, Geschäftsführer des Schwarzwald-Baar-Klinikums. „Aber die Rahmenbedingungen wie die unzureichende Refinanzierung der Sach-, Personal- und Investitionskostensteigerungen oder der fortdauernde Fachkräftemangel sind sehr herausfordernd. Gleichzeitig ist und bleibt es unser Ziel, die bestmögliche medizinische und pflegerische Versorgung der uns anvertrauten Menschen zu gewährleisten. Dafür setzen sich unsere Beschäftigten in herausragender Weise ein.“
Die nackten Zahlen
Das Klinikum verzeichnet 2024 insgesamt 43 787 stationär und 173 239 ambulant versorgte Patienten. Durchschnittlich blieb ein Patient sechs Tage. 2024 kamen hier 2440 Babys zur Welt – 1232 Mädchen und 1208 Jungen, 61 Zwillingsgeburten wurden gezählt. Das Leistungsniveau wie vor der Corona-Pandemie bleibt im stationären Bereich unerreicht. Anders die Anzahl der ambulant betreuten Patienten: Die Zahlen steigen, was zeige, heißt es in einer Mitteilung, „dass die von der Politik geforderte Ambulantisierung – also die Verlagerung der medizinischen Leistungen vom stationären in den ambulanten Bereich – umgesetzt wird“.
Die Finanzen
Der Umsatz für 2024 liegt bei rund 330 Millionen Euro (plus fünf Prozent). Damit kann der Wegfall der Corona- und Energiehilfen fast wettgemacht werden. Die im ambulanten Bereich gestiegenen Fälle wirken sich positiv aus. Allerdings sind Sach- und Personalkosten enorm gestiegen. Insgesamt hat das Klinikum einen Jahresfehlbetrag von 9,8 Millionen Euro erwirtschaftet und liegt damit über Plan. Dem Klinikum kamen kurzfristig ausbezahlte Landeshilfen in Höhe von 4,5 Millionen Euro zugute.
Wie 2023 haben kräftige Tariferhöhungen für hohe Personalkostensteigerungen gesorgt, die über die Preise für Krankenhausleistungen nicht ausgeglichen werden.

Klinik-Chef Matthias Geiser kritisiert: „„Die Krankenhausreform weckt mit dem Versprechen einer besseren Versorgung und einer auskömmlichen Finanzierung extrem hohe Erwartungen. Tatsächlich werden aber nicht mehr Mittel und Ressourcen zur Verfügung gestellt als bisher.“
Foto: Carolin Jacklin PhotographyDas Team
Die Mitarbeiterzahlen sind stabil, die Anzahl der Beschäftigten im Pflegedienst wuchs. Insgesamt zählte man 2024 im Schnitt 2230 Vollkräfte, das sind rund 3300 Beschäftigte. Hinzu kommen 180 Personen in der Klinikum-Service GmbH.
Das Klinikum hat 2024 rund 8,8 Millionen Euro investiert, unter anderem in die Digitalisierung und maschinelle Ausstattung. Zudem wird ein weiterer Strahlenbunker gebaut.
Die Zukunftsaussichten
Im Januar 2025 trat das Krankenhausversorgungsverbesserungsgesetz als Basis der Krankenhausreform in Kraft.
„Es liegt eine strukturelle Unterfinanzierung vor, die in den Jahresabschlüssen der Krankenhäuser deutlich sichtbar wird. Leider wird das Kernproblem – dass seit Jahren die steigenden Aufwendungen der Krankenhäuser nicht mehr vollständig ausgeglichen werden – mit dem neuen Gesetz auch nicht gelöst“, so Geiser.
Zukunftsfragen stellen sich
„Erklärtes Ziel der Bundesregierung (...) war, die Zentralisierung und Spezialisierung der Krankenhäuser voranzutreiben. Die Vorgaben sind allerdings streng und so starr, dass auch das Medizinkonzept des Schwarzwald-Baar-Klinikums überarbeitet werden muss“, doch Geiser betont auch: „Als Schwarzwald-Baar-Klinikum sehen wir uns mit unserem Fokus auf Spezialisierung und Qualität dafür grundsätzlich gut gerüstet.“