Installation zur Fastenzeit
: Axel Heil hat Kreuz in Villinger Kirche St. Bruder Klaus verhüllt

Axel Heil hat die Fasteninstallation „Die Absicht“ für die Villinger Kirche St. Bruder Klaus geschaffen. Die Installation fordert zur Auseinandersetzung mit Grenzen auf.
Von
Martin Zieglwalner
Oberndorf
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„Die Absicht“ nennt Axel Heil seine Kreuzverhüllung zur Fastenzeit in der Villinger Kirche St. Bruder Klaus.

Martin Zieglwalner

Das Kreuz ist versteckt hinter drei langen Bahnen aus Papier, das in verschiedenen violetten Tönen schimmert. Je nach Standpunkt spiegeln sie das Mauerwerk am Ende des Altarraums wider und reflektierten das durch die Glasfenster einfallende Sonnenlicht: Der Künstler Axel Heil hat eine Fasteninstallation mit dem Titel „Die Absicht“ in der katholischen Kirche St. Bruder Klaus im Villinger Goldenbühl gestaltet, um die Darstellung des gekreuzigten Jesus in der Fastenzeit zu verhüllen.

Über Jahre hatte der früher auch an St. Ursula unterrichtende Kunstlehrer in der Klosterkirche den Altar mit Kunstwerken verhüllt und setzt seine Projekte zur Fastenzeit inzwischen in Bruder Klaus um. Immer wieder findet er einen neuen Zugang zu dem Kirchenraum und lässt sich von dessen Architektur inspirieren.

Die hohen Wände aus Beton waren es diesmal, die er in den Mittelpunkt seiner Arbeit rückt. Die Steinblöcke hätten ihn schon immer fasziniert, erzählt Heil. Nun zitiert er die Mauergestaltung hinter Altar und Kreuz im Kunstwerk. Zunächst habe er die Mauer vom Altar aus fotografiert, um die Größe der Blöcke von diesem Standpunkt aus abzubilden.

In seinem Atelier hat er Grafitpulver auf Plotterpapier-Rollen aufgetragen, die Kanten der Steine mit Bleistift gezeichnet und aus Acrylfarben glühende Brandherde mit aufsteigenden Rauchwolken in den Spalten zwischen den Betonblöcken geschaffen. Auf dem mit Wachs beschichteten und dann gebügelten Papier leuchten die Farben je nach Lichteinwirkung in den verschiedensten Tönen, mal sind sie purpur, dann eher lila oder bläulich.

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Violett steht für Fastenzeit

Die Farbe Violett steht für die Fastenzeit, doch der Künstler aus Dauchingen will mit dem Kunstwerk weit über die Karwoche und Ostern hinausweisen. Vielmehr ist es ihm ein Anliegen, zum Nachdenken anzuregen, und da liegt das Thema Mauer für ihn auf der Hand. Mauern zu bauen, sei das Ergebnis einer ernsten Absicht, sei der Aufwand doch groß, wenn sie wirksam sein solle, verweist Heil auch auf die Bezeichnung seiner Altarinstallation. „Sie schützen, trennen, schließen ein, schließen aus, demonstrieren...“, schildert er seine Assoziationen.

Zudem gebe es all die unsichtbaren Mauern. „Einzelne Menschen, Gruppen, Völker, Staaten, Religionen errichten sie zwischen sich und den anderen, um sich von ihnen abzugrenzen“, betont Heil. Diese Gedanken greifen die Trauermetten auf, die er gemeinsam mit Diakon Markus Kreutz in der Karwoche anbietet. Sein Ziel sei es, die Menschen in ihrem Alltag abzuholen und die inneren und äußeren Mauern ins Bewusstsein zu rücken.

Mit seinen Fasteninstallationen hat er sich inzwischen eine Namen weit über Villingen hinaus gemacht. Für die Furtwanger Kirche St. Cyriak in Furtwangen hat Heil zum vierten Mal ein Werk für den Altarraum geschaffen, auch in Ergenzingen bei Herrenberg ist er dieses Jahr mit einem Werk zur Fastenzeit vertreten.

Platz im Jahresablauf

Die Kreuzverhüllungen nehmen inzwischen einen festen Platz in seinem Jahresablauf ein. „Die ersten zwei Monate sind für die Arbeiten reserviert“, erklärt er. Und freut sich über die Möglichkeiten, die sich in den großen und hohen Kirchenräumen ergeben. Bis zu vier Meter und länger können die Arbeiten sein, die er zum Verhüllen der Kreuze aufhängt. So umfasst „Die Absicht“ in Bruder Klaus drei 3,40 Meter lange Papierbahnen.

Mit ihnen möchte Heil nicht nur Denkanstöße liefern, sondern die Betrachter auch auffordern, sich in eine der Bänke zu setzen und das Farbspiel je nach den Einfall der Sonne durch die Glasfenster des Künstlers Romuald Hengstler in Ruhe zu beobachten.

Trauermetten

Die Installation
Der Künstler Axel Heil und Diakon Markus Kreutz gestalten am Mittwoch, 1. April, ab 18 Uhr sowie am Karfreitag, 3. April, und am Karsamstag, 4. April, jeweils ab 8 Uhr Trauermetten in der Kirche St. Bruder Klaus in der Offenburger Straße im Goldenbühl. Im Mittelpunkt stehen Gedanken zum Kunstwerk „Die Absicht“ und den Mauern, sowohl zu realen Bauwerken als auch inneren Abgrenzungen in jedem Menschen. Die Installation ist bis am Morgen des Karsamstags zu sehen, die Kirche ist tagsüber geöffnet und über den Seitengang zugänglich.