Indonesische Azubis in Trossingen
: Mit drei Koffern in die Zukunft

Junge Menschen aus Indonesien absolvieren in Betrieben aus der Region ihre Ausbildung. Das Projekt hilft gegen den Fachkräftemangel und unterstützt die regionalen Handwerksbetriebe wie zum Beispiel die Firma Walter Straßenbau.
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(red/pm)
Oberndorf
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Schwarzwälder Bote

Die Firma Straßenbau Walter KG in Trossingen hat sich entschieden, junge Menschen aus Indonesien auszubilden.

Möglich macht dies ein Projekt der Wirtschaftsförderung Schwarzwald-Baar-Heuberg, das darauf abzielt, dem Fachkräftemangel in der Region entgegenzuwirken.

Bei einem Besuch von Handwerkskammerpräsident Werner Rottler und Kammer-Hauptgeschäftsführer Georg Hiltner wurde deutlich: Der Handwerksbetrieb ist begeistert von den neuen Auszubildenden, weiß aber auch, welche Verantwortung er trägt.

Eine neue Heimat

Denn die jungen Indonesier zu guten Fachkräften auszubilden, das allein reicht nicht aus – es geht auch darum, ihnen eine neue Heimat zu geben. Ohne Unterstützung durch das Förderprojekt der regionalen Wirtschaftsförderung, das Engagement der indonesischen Projektleiterin Dr. Nurul Aini sowie Baris Abak, der über das Kümmererprojekt des Wirtschaftsministeriums für die Handwerkskammer tätig ist, wäre vieles deutlich schwieriger, heißt es dazu in einer Pressemitteilung der Handwerkskammer. Beide begleiteten demnach die Kammerspitze bei ihrem Betriebsbesuch.

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Juniorchefin Sonja Walter berichtete von der Ankunft der neuen indonesischen Auszubildenden Daniel Sibalu Setioso und Taufik Yakaria. Sie half demnach unter anderem bei der Wohnungssuche und sorgte gemeinsam mit der Belegschaft für eine Grundausstattung.

„Muttergefühle entwickelt“

„Wenn man sieht, wie die beiden von so weit her zu uns gekommen sind, ein Leben in drei Koffern – da habe ich schon Muttergefühle entwickelt“, blickt sie zurück.

Im 140 Mann starken Betrieb lernen die beiden viel von den Lehrlingen und haben in der betriebseigenen Lehrwerkstatt bereits gemeinsam ein Rondell gepflastert. „Sie arbeiten sehr motiviert, sind sehr höflich, tun sich aber noch schwer mit der Sprache. In der Berufsschule ist Mathe kein Problem, aber Deutsch und Wirtschaft sind für sie herausfordernd“, erzählt Walter.

Kümmerer Baris Abak verweist auf die kostenlose Landesförderung der assistierten Ausbildung für die beiden. Mittelfristig könnte auch die Handwerkskammer in ihren Bildungsakademien Sprachförderkurse anbieten, ergänzt Hauptgeschäftsführer Georg Hiltner.

Doch die Sprache lernt sich am besten durch den Kontakt vor Ort, sind sich alle einig. „Es wäre großartig, wenn die jungen Indonesier auch in Vereinen oder der Freiwilligen Feuerwehr Anschluss finden könnten. Das würde die Integration enorm erleichtern“, betont Kammerpräsident Werner Rottler.

Mehr als nur Ausbildung

Das Projekt zeigt, dass es Lösungen zur Fachkräftesicherung gibt, sie aber großes Engagement erfordern. „Fachkräfte aus dem Ausland zu fördern, bedeutet nicht nur, sie auszubilden, sondern sie auch in das soziale Umfeld einzubinden und längerfristig zu unterstützen“, fasst Kammerpräsident Rottler seine Einblicke zusammen.

Informationen zum Projekt gibt es bei der Wirtschaftsförderung Schwarzwald-Baar-Heuberg unter Wirtschaftsförderung Schwarzwald-Baar-Heuberg

Informationen zur assistierten Ausbildung und andere Fördermöglichkeiten erteilt Baris Abak, Kümmerer bei der Handwerkskammer Konstanz, der unter Telefon 0 77 21/99 88 17 und baris.abak@hwk-konstanz.de, erreichbar ist .