In VS lockt ein Event: Schwarzwald extrem: 24h Wanderung für Abenteurer

Erschöpft aber glücklich, die 65 Kilometer lange Wanderung von Trossingen bis zur Burg Hohenzollern mit 2000 Höhenmetern gemeistert zu haben; Die jungen Leute um Tristan Schmid (hinten, Dritter von links), die jetzt wieder eine 24-Stunden-Wanderung in Angriff nehmen.
Tristan SchmidMitten in der Nacht durch den Wald laufen und gegen die Müdigkeit ankämpfen, früh morgens den Sonnenaufgang erleben und erschöpft aber glücklich am Nachmittag am Ziel ankommen: Tristan Schmid gerät ins Schwärmen, wenn er von den Unternehmungen mit seine Freunden erzählt.
Vor gut einem Jahr haben die jungen Leute aus einem großen Einzugsgebiet rund um Villingen-Schwenningen die erste 24-Stunden-Wanderung in Angriff genommen und waren so begeistert, dass solche Touren einen festen Platz in ihrem Terminkalender gefunden haben. Und die nächste Herausforderung wartet: Auf dem Wasserweltensteig geht es von Freitag, 13. Juni, auf Samstag, 14. Juni, über 70 Kilometer von Triberg nach Achdorf. Treffpunkt ist um 20.30 Uhr am Villinger Bahnhof.
Zwölf Anmeldungen seien schon eingegangen. Jeder sei willkommen, dazuzustoßen und sich mit der Gruppe an das Abenteuer zu wagen, betont der 19-Jährige, und freut sich, dass die Zahl der Teilnehmer steigt und steigt.
Ihn hat das Wanderfieber 2022 gepackt, als die Schwarzwaldvereine zum 50-jährigen Bestehen von Villingen-Schwenningen eine 24-Stunden-Tour organisierten, die über 78 Kilometer in alle Stadtteile führte. „Das hat mir einen riesen Spaß gemacht“, erinnert er sich an das unvergessliche Erlebnis. „Das waren die besten 25 Euro, die ich in meinem Leben investiert habe“, sagt er mit einem Schmunzeln.
Aufgaben aufgeteilt
So heckte er die Idee aus, zusammen mit Freunden selbst eine ähnliche Aktion auf die Beine zu stellen. Natürlich könnten sie nicht mit der „gigantischen Organisation“ der Jubiläumswanderung mithalten, als es unterwegs immer wieder Verpflegung samt Abendessen und Frühstück und zum Abschluss einen Empfang in der Tonhalle gab. Aber inzwischen hätten sie selbst einiges an Erfahrung gewonnen und die verschiedenen Aufgaben unter sich aufgeteilt.
Ein Mädchen sucht beispielsweise die Strecke aus, zusammen mit einem Freund rührt er die Werbetrommel auf Instragram und betreut die WhatsApp-Gruppe, über die sich die Mitwanderer absprechen. Auch eine Packliste ist entstanden, die Tipps gibt, was alles in den Rucksack gehört.
Doch trotz guter Ausrüstung und detaillierter Planung, ein Abenteuer sei die Tour jedes Mal, überraschende Erlebnisse und unerwartete Begegnungen inbegriffen, betont Tristan Schmid. Da sind sie mal am frühen Morgen beim Lachenhäusle auf junge Männer getroffen, die Junggesellenabschied feierten und gerne ein Bier mit ihnen teilten, ein anderes Mal hat eine Frau sie mit Kaffee und Snacks versorgt. Und bei jeder Tour kommt der Moment, in dem sie in einem Dorf an einer Haustüre klingeln und um Wasser bitten. Denn alle Getränke für tags und nachts mit sich zu tragen, sei eigentlich zu schwer. So hätten sie schon viele tolle Gespräche geführt, manchmal auch mit Menschen, die kaum glauben konnten, dass sie auf solch weiten Wegen unterwegs sind.
Zweifel erlebt jeder
An die 70 Kilometer kommen zusammen, ob bei der ersten Tour, die vor gut einem Jahr unter dem Motto „Von Münster zu Münster“ nach Freiburg führte, oder jetzt im April, als die jungen Leute die Strecke von Trossingen bis zur Burg Hohenzollern mit 2000 Höhenmetern meisterten.
Bei jedem komme der Moment, in dem er an sich zweifle und am liebsten aufgeben wolle, gibt der 19-Jährige zu. Der ein oder andere habe die Tour auch schon abgebrochen, sich bis zum nächsten Bahnhof oder einer Bushaltestelle durchgekämpft. Da halte die Gruppe natürlich zusammen und schaue, wie sich die Rückkehr am besten organisieren lasse. Aber es sei auch ein fantastisches Gefühl, Tiefpunkte zu überwinden und gemeinsam über Grenzen hinauszugehen.
Dass diese Intention, die Natur zu genießen und den Schwarzwald auf einen neue Art kennenzulernen, bei vielen ankomme, zeige die Resonanz. Ein fester Stamm an Wanderern habe sich gefunden, die bei jeder Tour am Start seien und teils auch ein lange Anfahrt auf sich nehmen. Das Projekt spreche sich immer weiter herum und sei längst über den Freundeskreis hinaus gewachsen.
Stolz auf das Geleistete
Auch bei der 24-Stunden-Wanderung im Juni auf dem Wasserweltensteig sind neue Mitstreiter willkommen, stellt Tristan Schmid fest. Er fiebert schon dem Wochenende entgegen, das er wie einen „Kurzlaub mit Freunden“ erlebt, wenn sie eine Nacht und einen Tag im Freien sind, den Geräuschen im Wald und auf der Wiese auf die Spur gehen und am Ende stolz auf das sein können, was sie geleistet haben.
Kontakt
Die Tour
Die nächste 24-Stunden-Wanderung führt von Freitag, 13. Juni, auf Samstag, 14. Juni, auf dem Wasserweltensteig über 70 Kilometer von den Triberger Wasserfällen nach Achdorf. Treffpunkt ist um 20.30 Uhr am Villinger Bahnhof. Gemeinsam geht es mit dem Zug zum Ausgangspunkt. Bei allen bisherigen Touren nutzten die jungen Leute für den Hin- und Rückweg öffentliche Verkehrsmittel.
Instagram-Kanal
Die Gruppe um Tristan Schmid hat den Instagram-Kanal 24vs_hikers eingerichtet und sogar ein Logo für ihre Unternehmungen entworfen. Es gibt Informationen über die geplanten Aktivitäten, aber auch eine Packliste mit nützlichen Tipps für die Ausrüstung, um gut durch die Nacht und den Tag zu kommen, beispielsweise Badeschlappen, um mal aus den Wanderschuhen zu kommen. Ebenso finden sich Fotos von Start und Ziel. Auch Anmeldungen sind auf diesem Weg möglich. Neue Mitwanderer ab 16 Jahren sind jederzeit willkommen.