In Villingen und Obereschach: So geht es weiter mit Großbatteriespeicher

Auf dem Werksgelände der Stadtwerke (SVS) in Villingen soll einer der beiden Großbatteriespeicher entstehen. Ein Teil der Projektgruppe beim Betrachten der Pläne (von links): Projektleiter und SVS-Bereichsleiter Sebastian Wilhelm, SVS-Bereichsleiter Tobias Lange, SVS-Geschäftsführer Gregor Gülpen sowie Projektingenieur Christian Oberkampf.
Michael Stifter Fotografie & BildbearbeitungDie Stadtwerke Villingen-Schwenningen GmbH (SVS) plant den Bau zweier Großbatteriespeicher (kurz: BESS). Der eine soll nahe dem Umspannwerk bei Obereschach realisiert werden, der andere auf dem Werksgelände der SVS in Villingen.
Die Stadt Villingen-Schwenningen klimaneutral zu gestalten, ist das Ziel der Mission „Auf zur Grünen Null“, für das die Großbatteriespeicher ein elementarer Bestandteil sind. Ebenso wie zahlreiche weitere Bausteine wie etwa der Ausbau des Fern- und Nahwärmenetzes, Mieterstromprojekte, private Photovoltaikanlagen, Elektromobilität und die Erzeugungslandschaft mit Photovoltaikanlage im Zentralbereich.
Und so haben jetzt die SVS und die Tricera energy, Generalunternehmer (EPC) und Systemintegrator für Large-Scale-Batteriespeicheranlagen, einen Vertrag zur Errichtung von diesen zwei modernen und leistungsstarken Großbatteriespeicher-Systemen bei Obereschach und in Villingen unterschrieben. Dies teilen die Stadtwerke mit.
Zwei Schritte
Im ersten Schritt verantwortet der Batteriespeicher-Spezialist die Erstellung und Einreichung des Bauantrags für beide Projekte. In einem zweiten Schritt tritt das Unternehmen als EPC für die Planung, Herstellung, Lieferung, Errichtung und Inbetriebnahme der schlüsselfertigen, funktionalen Großbatteriespeicher auf, heißt es in der Mitteilung.
Die Kapazitäten
Die Anlagen, die zusammen auf eine nutzbare Kapazität von 30 Megawattstunden (MWh) und einer Leistung von 15 Megawatt (MW) kommen, sollen der Primär- und Sekundärregelleistung dienen und zudem am Energiehandel teilnehmen. Die Feinplanung des Batteriespeicher-Projekts habe begonnen, so dass die Inbetriebnahme nach den derzeitigen Planungen auf den Spätherbst 2026 terminiert ist.
Die Investition
Insgesamt investiert die SVS rund zehn Millionen Euro in die beiden Batteriespeichersysteme. SVS-Geschäftsführer Gregor Gülpen unterstreicht die Bedeutung der Batteriespeicher: „Sie sind ein entscheidender Baustein für die Energiewende und unsere Mission Auf zur Grünen Null. Dank der genialen Speichertechnologie können wir den aus Wind und Photovoltaik gewonnenen Strom in Zeiten hoher Erzeugung speichern und in Zeiten geringer Erzeugung ausspeisen“, erläutert Gülpen.
Die Bedeutung
„Mit dem fortschreitenden Ausbau der Erneuerbaren Energien werden die Großspeicher an Bedeutung gewinnen, denn sie werden für die Steuerung der Stromversorgung zwingend notwendig sein. Ein zweiter Grund, den wir natürlich nicht außer Acht lassen dürfen, ist die sehr gute Wirtschaftlichkeit“, sagt Gülpen.
Einen weiteren Vorteil der Großbatteriespeicher benennt Projekt- und SVS-Bereichsleiter Sebastian Wilhelm: „Die Batteriespeicher sind über die genannten Vorteile hinaus auch ein platzsparendes, kompakt dimensioniertes und vor allem flächenschonendes Speichermedium. Ich drücke es bewusst vereinfacht aus: Wir bauen an zwei strategisch gut gelegenen Orten – in direkter Nachbarschaft zu Umspannwerken – Fundamente, stellen acht Übersee-Container auf, installieren darin Batterien, die der Energiekapazität von 300 kompletten E-Fahrzeugen entsprechen, schließen die Speicher an unser Netz und los geht’s.“
Lars Fallant, Geschäftsführer der Tricera energy, ergänzt: „Stadtwerke und Tricera energy verbindet mittlerweile eine lange Tradition. Umso mehr haben wir uns gefreut, dass wir auch die Stadtwerke Villingen-Schwenningen für beide Projekte von unserer Expertise überzeugen konnten. Das innovative Batteriespeicher-Projekt zeigt erneut, dass sich die Stadtwerke beim Thema Energiewende auf einem guten Weg befinden. Gemeinsam schaffen wir nun die notwendige Flexibilität in den Netzen der SVS.“
Das Projekt in Villingen-Schwenningen füge sich bei der Tricera energy nahtlos an bereits bestehende Projekte mit dem Stadtwerke-Verbund Trianel sowie den Stadtwerken in Schneeberg, Karlsruhe und Ulm/Neu-Ulm ein, heißt es in der Mitteilung der SVS.