Hilfe für Gambia aus Villingen: Freunde starten neues Brunnenprojekt

Ein eingeschworenes Team: Buba Barrow (links) und Claus Dinser starten ein neues Brunnenprojekt in Gambia.
Martina ZieglwalnerMit Unterstützung von Spendern haben sie in den vergangenen Jahren schon sechs Brunnen und eine Getreidemühle in Gambia gebaut, wollten eigentlich eine Pause einlegen. Doch jetzt nehmen sie ein neues Projekt in Angriff: Die Freunde Buba Barrow und Claus Dinser aus Villingen starten eine Spendenaktion für einen Brunnen in Sare Jabel.
Bisher gebe es in dem Dorf mit rund 500 Einwohnern nur einen alten Brunnen, aus dem dreckiges Wasser komme, zudem müssten die Frauen die Behälter in der Tiefe füllen und mühsam nach oben befördern, erzählt Barrow, der zusammen mit einem Freund im Frühjahr in seiner alten Heimat in Westafrika war. Sie überzeugten sich nicht nur von der erfolgreichen Umsetzung der bisherigen Projekte, sondern kamen auch mit der Bitte der Menschen aus Sare Jabel zurück, für ihr Dorf einen Brunnen zu bauen.
Und da war es für ihn und Dinser schnell klar, dass sie ihnen helfen wollen. Denn seit Jahren setzen sich die beiden für den Bau von Brunnen in Gambia ein, um mit wenig Geld die Wasserversorgung und damit die Lebensgrundlage der Menschen zu verbessern.
Buba Barrow war einst aus einem kleinen Dorf in Gambia als unbegleiteter minderjähriger Flüchtling nach Villingen gekommen und arbeitet seit seiner Ausbildung als Drucker bei der Firma Leute. So lernte er Claus Dinser kennen, in ihm und seiner Familie fand er Mitstreiter, die Menschen in einem der ärmsten Länder der Welt zu unterstützen.
Hilfe zur Selbsthilfe
Der Bau von zwei Brunnen für das Entwicklungshilfeprojekt „Der Garten von Kujew“, das auch der Jobclub VS förderte, machte den Anfang. Im Geburtsort von Barrows Mutter können sich die Dorfbewohner seither mit Obst und Gemüse selbst versorgen. Zudem ist mit Spenden aus der Doppelstadt ein Zaun entstanden, der die Beete vor Tieren schützt und so den Kindern, die früher die Pflanzen bewachen mussten, den Schulbesuch ermöglicht.

Mit Hilfe der Brunnen können die Menschen auch ihre Felder bewirtschaften.
Foto: DinserHilfe zur Selbsthilfe, das haben sich die zwei Freunde für all ihre Initiativen auf die Fahnen geschrieben. „Wie finanzieren das Bohren der Wasserlöcher, die Entnahmestellen, den Aufbau der Zisternen und die solarbetriebenen Pumpen“, erklärt Dinser. Instandhaltung und Reparaturen seien dann die Sache der Einwohner. In einigen Dörfern seien Komitees entstanden, die sich um die Einrichtungen kümmern und etwas Geld für diesen Zweck zur Seite legen.
„Jeder Euro hilft, es geht nichts verloren“, unterstreicht Dinser. Durch die Kontakte von Barrow sei gewährleistet, dass die Arbeiten trotz der Entfernung zuverlässig über die Bühne gehen. Mit dem Schulleiter Basanna Kanyi hätten sie einen Vertrauensmann vor Ort gefunden, der mit einem Bauunternehmer für die Umsetzung verantwortlich ist, Kostenvoranschläge einholt, über die Fortschritte vor Ort berichtet und Bilder aus den Dörfern samt Dankesbriefen schickt.
Versorgung von Schulen
Ein großes Projekt schlossen die Freunde 2024 mit der Wasserversorgung für ein Gesundheitszentrum in Jarumeh Koto ab. Das ebenfalls über eine Spendenaktion finanzierte „Jarumeh Koto Health Center“ sei zwar noch nicht fertigstellt, aber auch während die Bauarbeiten spiele der Anschluss eine wichtige Rolle, beispielsweise für das Anrühren des Zements.
Gleichzeitig sei es gelungen, Wasserstellen für zwei Schulen in der Nachbarschaft einzurichten. Und auch 2025 konnten die Freunde mit finanzieller Unterstützung aus der Doppelstadt ein weiteres Dorf mit gutem und sauberem Trinkwasser versorgen.

Fallback Image SB
Schwarzwälder BoteKein Wunder, dass der Einsatz der beiden in Gambia immer weitere Kreise zieht und ihr Vertrauensmann Kanyi viele Nachfragen bekommt. „Wir können natürlich nicht alle Wünsche erfüllen“, erklärt Dinser. Aber seit den Anfängen im Jahr 2020 sind die zwei kaum zur Ruhe gekommen und konnten auf Spenden bauen, ob von Freunden, Mitgliedern der Pfarrgemeinde St. Konrad oder dem Jobclub. Dieses Vertrauen sei toll, freut sich Dinser.
Mehrere Entnahmestellen
Nun hoffen er und Buba Barrow erneut auf Unterstützer, um die nächste Brunnenanlage bohren zu können, die mit einer Zisterne, die rund 5000 Liter fasst, einer solarbetriebenen Pumpe und mehreren Entnahmestellen ausgestattet ist. Liegt es ihnen doch am Herzen, möglichst vielen Menschen den Zugang zu sauberem Wasser zu ermöglichen.
Kontakt
Spenden
Wer für den Bau des Brunnens im Dorf spenden möchte, kann das Geld dem Jobclub VS e.V. auf das Konto DE 5969450065 1151050423 überweisen mit dem Stichwort Brunnenprojekt Gambia Buba Barrow. Bilder von den realisierten Projekten finden sich im Internet unter gratis-4748809.webadorsite.com. Zudem stehen Claus und Claudia Dinser für weitere Informationen rund um die geleistete Hilfe zur Selbsthilfe in Gambia unter E-Mail cdinser@gmx.de zur Verfügung.