Helferfest für Rettungskräfte
: Stadt würdigt Einsatz bei Großbrand in Villingen

Dank gab es von höchster Stelle: Innenminister Thomas Strobl war in die Neue Tonhalle gekommen und lobte die Arbeit der Einsatzkräfte beim Großbrand in Villingen.
Von
Birgit Heinig
Oberndorf
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Stellvertretend für alle Einsatzkräfte dankten Oberbürgermeister Jürgen Roth (links), Innenminister Thomas Strobl (Fünfter von links) und Sparkassenchef Arendt Gruben (rechts) den Abteilungskommandanten und Einsatzleitern Peter Winterhalter, Christian Krause, Sebastian Bausch, Markus Duffner, Robert Friedrich und Markus Megerle.

Birgit Heinig

Mit einem Helferfest mit Speis, Trank und Kinderanimation für fast 400 geladene Gästen bedankten sich auch die Stadt und die Sparkasse Schwarzwald-Baar für die Bewältigung einer „Herausforderung historischen Ausmaßes“.

Oberbürgermeister Jürgen Roth rekapitulierte die Ereignisse. Am 14. Juni gegen Abend sei er auf seiner Terrasse gesessen, als ihm der Feuerwehr-Gesamtkommandant Markus Megerle telefonisch von einem Brand in der Gerberstraße berichtete. „15 Minuten später hieß es dann schon: Vollbrand“ und er habe sich auf den Weg gemacht. Da war die Rauchsäule schon weithin sichtbar.

Um 18.26 Uhr sei die Alarmierung erfolgt, um 18.34 Uhr war das erste Löschgruppenfahrzeug der Villinger Wehr vorort, Kommandant Robert Friedrich begann als Einsatzleiter umgehend mit dem Aufbau der Führungsstrukturen.

Neben fast allen Feuerwehrabteilungen der Stadt mit allein 210 Einsatzkräften, mit den Wehren aus Mönchweiler und Brigachtal sowie dem Technischen Hilfswerk (THW) waren die Technischen Dienste Villingen-Schwenningen (TDVS) und die Stadtwerke zur Löschwasserbereitstellung – auch aus der Brigach – im Einsatz. Um 21.16 Uhr kam die Meldung „Feuer unter Kontrolle“, doch zogen sich die Nachlöscharbeiten bis am Sonntagmorgen, 8 Uhr hin und sollten aufgrund der immensen Hitzeentwicklung noch bis einschließlich Mittwoch dauern.

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70 000 Euro an Spenden

35 Personen konnten evakuiert werden und wurden vom Deutschen Roten Kreuz (DRK) und den Maltesern erstversorgt. Drei kamen ins Krankenhaus, sind laut Roth inzwischen aber wieder wohlauf.

Markus Megerle, Gesamtkommandant der Freiwilligen Feuerwehr Villingen-Schwenningen, wurde als einer der Höhepunkte des Nachmittags für die Helfer in der Neuen Tonhalle zum ersten Stadtbranddirektor ernannt.

Foto: Birgit Heinig

Auch die behördliche Hilfsmaschinerie in den Ämtern der Stadtverwaltung lief an, Menschen mussten untergebracht und allerlei Hilfe organisiert werden. Im Nachgang spendete die Bevölkerung rund 70 000 Euro zur Unterstützung der Geschädigten.

Gewalt und Kraft des Feuers erlebt

Er habe selbst „die Gewalt und Kraft des Feuers“ erlebt und gesehen, wie die Helfer „ans Maximum ihrer körperlichen Kräfte“ gegangen seien, lobte Roth und versprach, dass die nächsten Haushaltsplanberatungen beim Thema Feuerwehr „recht einfach“ werden.

Thomas Strobl (Zweiter von links), Innenminister und oberster Dienstherr der Blaulichtorganisationen, wurde beim Helferfest von Oberbürgermeister Jürgen Roth (rechts) und Sparkassen-Vorstand Arendt Gruben (links) begrüßt.

Foto: Birgit Heinig

Der Innenminister Thomas Strobl, oberster Dienstherr der Blaulicht-Organisationen, wandte sich in seiner Dankesrede zunächst an die ebenfalls geladenen Angehörigen, die das Ehrenamt ihrer Partner oder Eltern unterstützen. „Sicherheit ist Teamarbeit“, sagte Strobl, freute sich über die steigende Tendenz der landesweit 115 000 Ehrenamtliche allein bei den Freiwilligen Feuerwehren, stellte ebenfalls die flächendeckende Bewilligung von künftigen Beschaffungsanträgen in Aussicht und dankte den „Helden und Heldinnen des Alltags für ihren Dienst am Staat und an der Demokratie. Der ist nötiger denn je“.

Erster Stadtbranddirektor

Auch Arendt Gruben, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Schwarzwald-Baar und Gastgeber des Tages, sagte Dankeschön, insbesondere für die Bewahrung des benachbarten Bankgebäudes vor größeren Schäden. Man hatte lediglich eine gesprungene Fensterscheibe zu beklagen.

Der Höhepunkt des Nachmittags war – zumindest für den Gesamtkommandanten Markus Megerle – die Ernennung zum ersten Stadtbranddirektor durch Oberbürgermeister Roth.