Hagelabwehr Schwarzwald-Baar zieht Bilanz 2026: Einsätze sind Teil des Katastrophenschutzes

Das Radar der Hagelabwehr zeigt dem Piloten, was auf ihn zukommt.
Hagelabwehr Südwest- Saison endete am 1. Oktober: 22 Einsätze an 16 Tagen, teils bis zu drei pro Tag.
- Häufigkeit ähnlich wie sonst, doch Dauer und Intensität der Einsätze fast doppelt so hoch.
- Am 15. Juli ließ sich ein Hagelschlag nicht verhindern, zwei weitere Einsätze verhinderten Schäden.
- Analyse mit DWD-Daten und PROWA-Protokollen führte zu früherer Bereitschaft und Software-Erweiterung.
- Finanzierung bleibt kritisch – Mitglieder, Kommunen und Spender tragen hohe Fixkosten des Flugbetriebs.
Die Zusammenfassung wurde von einer generativen künstlichen Intelligenz erstellt.
Am 1. Oktober endete die Saison der Hagelabwehr 2026. Nach zuletzt ruhiger „Hagellage“ ist der Hagelflieger seit Ende Mai 22 Mal zu Einsätzen an insgesamt 16 Tagen gestartet. Das heißt: Bis zu drei Mal täglich war die Hagelabwehr aktiv. Insgesamt war die Häufigkeit der Einsätze damit zwar nicht nennenswert höher als sonst, aber die Dauer der Einsätze und die Intensität, mit der Wolken geimpft wurden, lagen im heißesten Sommer Baden-Württembergs seit Wetteraufzeichnung, fast doppelt so hoch.
Auch wenn der Hagelschlag am 15. Juli gegen 13.15 Uhr aufgrund eines Hitzegewitters, das sich mit enormer Geschwindigkeit innerhalb weniger Minuten entwickelt hat, nicht verhindert werden konnte, wurden noch am selben Tag in zwei weiteren Einsätzen, Schäden verhindert.
Zwei Hagelstürme detailliert analysiert
Die detaillierten Abläufe am 15. Juli wie auch am 3. August wurden von der Hagelabwehr Südwest gemeinsam mit den Meteorologen des Wetterdienstes und den Piloten sorgfältig analysiert. Dabei konnte auf die Aufzeichnungen der PROWA-Software zurückgegriffen werden, die von der Hagelabwehr Südwest entwickelt wurde, und mit der seit zwei Jahren von jedem Einsatz ein digitales Protokoll archiviert wird.
Darauf sind die Daten des Deutschen Wetterdienstes (DWD) im fraglichen Zeitraum, Start und Ende des Einsatzes und die Flugroute des Hagelfliegers erfasst und ermöglichten so eine ausführliche Analyse des Geschehens. Als Ergebnis aus den Gesprächen mit den Meteorologen wurden organisatorische Maßnahmen, wie eine frühzeitigere Bereitschaft vereinbart. Zudem wird die PROWA-Software in den nächsten Wochen um einen weiteren Indikator für die Erkennung von Gewitter- und Hagelgefahren erweitert.
Finanzierung ist dringlichste Aufgabe
Beim Blick in die Zukunft zeigt es sich schnell, dass die dringlichste Aufgabe, die Finanzierung der Hagelabwehr ist und bleibt. Das Ziel, die Hagelabwehr auch in den kommenden Jahren, jeweils für die Dauer von fünf Monaten leisten zu können, wird immer mehr zur Herausforderung, will man nicht, wie in anderen Regionen, die Hagelabwehr nur noch vier oder gar drei Monate lang aufrechterhalten.
Vor diesem Hintergrund ist es elementar zu vermitteln, dass Hagelabwehr nichts anderes ist, als eine Teilaufgabe des Katastrophenschutzes. Die Hagelabwehr ist deshalb in anderen Teilen Süddeutschlands bei den Landratsämtern angegliedert.
Keine Zweckgemeinschaft, sondern notwendig
Der Verein zur Hagelabwehr Südwest ist keine Zweckgemeinschaft zur Durchführung eines Spielbetriebs, zur Förderung von Musik oder anderer Freizeitbeschäftigungen für eine mehr oder weniger große Personengruppe mit gleicher Interessenlage. Auch keiner, der den Verein, in irgendeiner ehrenamtlichen Funktion mitträgt und unterstützt, hat die Hagelabwehr zum Hobby. Sondern der Verein existiert ausschließlich, um im jeweiligen Schutzgebiet Hagelabwehr als Dienstleistung für die Allgemeinheit zu erbringen, mahnt der Verein in seinem Rückblick 2026.
Hohe Fixkosten für den Verein
Klaus Wössner: „Wir machen das, weil es sonst niemand macht.“ Der Preis für diese Dienstleistung sind die Beiträge unserer Mitglieder. Aktuell unterstützen die Hagelabwehr rund 2.450 Einzelmitglieder, 180 Firmen und Gewerbetreibende, 18 Gemeinden und der Schwarzwald-Baar-Kreis. Zudem unterstützen 330 Spender die Hagelabwehr Südwest. Eine wichtige Spenderin und gleichzeitig Mitglied ist unter anderem eine der beiden großen Gemeinde-Versicherungen, die BGV. Ohne diese Unterstützung wäre die Hagelabwehr nicht finanzierbar, zumal die seit 2020 jährlich um etwa acht Prozent steigenden Kosten des Flugbetriebs der Hagelabwehr für den Verein zu 100 Prozent Fixkosten sind, an denen sich nicht, je nach Kassenlage, auch einmal ein paar Prozent sparen ließen und die man auch nicht teilweise ins Folgejahr verschieben könnte.
In diesem Jahr konnten bei den verschiedenen Veranstaltungen, an denen sich die Hagelabwehr Südwest beteiligt hat, darunter die Südwestmesse, der Agrartag in Donaueschingen oder bei „Art in Town – Schwenningen pulsiert“ 50 neue Mitglieder gewonnen werden. Man würde sich sehr freuen, auch die Städte und Gemeinden, als Mitglieder gewinnen zu können, die innerhalb des Schutzgebietes liegen und an deren Gemarkung die Hagelabwehr naturgemäß nicht aufhört.