Gewitter über Villingen-Schwenningen
: Warum der Hagelflieger dieses Mal keine Chance hatte

Die Verantwortlichen des Vereins Hagelabwehr Südwest erklären, warum dieser Niederschlag in Teilen von VS nicht abzuwenden gewesen sei.
Von
Daniela Schneider
Villingen-Schwenningen
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Der Hagelflieger

Der Hagelflieger war auch am Mittwoch im Einsatz. In der Unwetterfront über Schwenningen konnte er allerdings nichts ausrichten. (Archivfoto)

Hella Schimkat
  • Gewitter brachte Hagel über Teile von VS – die Gewitterzelle war auf dem Radar nicht sichtbar.
  • Der Hagelflieger startete kurz vor 13.30 Uhr, konnte über Schwenningen jedoch nicht eingreifen.
  • Laut Verein handelte es sich um ein „Pop-up-Gewitter“, das sich nicht früh erkennen ließ.
  • Der Pilot flog vor der Front Richtung Bad Dürrheim und Öfingen und impfte Wolken mit Silberjodid.
  • Später folgten zwei Einsätze ab 15.50 Uhr und 17.53 Uhr, auch über VS, Trossingen und Spaichingen.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Hagel ging über Teile von VS nieder – und „wo war da der Hagelflieger?“ Diese Frage hörte man am Mittwoch öfter. Insbesondere in den sozialen Medien wurde sie gestellt.

Tatsächlich aber war der Flieger zuerst in Bereitschaft und dann auch in der Luft, gestartet um kurz vor 13.30 Uhr. Das Problem an der Sache: Die Hagelabwehr nutzt ein Wetterradar, um Gewitter und die Bildung von großen Hagelkörnern in Wolken frühzeitig zu erkennen, damit der Hagelflieger gezielt starten und die Wolken mit Silberjodid behandeln kann.

Und genau auf diesem Radar war die Gewitterzelle, die insbesondere über Schwenningen hinwegzog, schlichtweg nicht zu erkennen.

Der Hagelflieger war in Bereitschaft

Was das genau bedeutet? Klaus Wössner aus dem Vorstandsteam des Vereins Hagelabwehr Südwest erläutert es: Es habe zwar eine Gewitterwarnung gegeben und deshalb sei der Hagelflieger auch in Bereitschaft gewesen. „Es war aber nicht zu erkennen, dass diese Zelle um diese Uhrzeit schon hagelträchtig ist. Das konnten wir auf dem Radar nicht sehen“, so Wössner.

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Das Gewitter zog anschließend aus dem VS-Bereich weiter in südöstliche Richtung. „In der Folge hat es der Pilot richtig gemacht,“ so Klaus Wössner weiter. Schließlich müsse er mit dem Hagelflieger vor der Gewitterfront herfliegen. Diese bewegte sich in Richtung Bad Dürrheim und Öfingen weiter. Hier gelangte er vor die Front und konnte die Wolken mit Silberjodid impfen. Just in diesem Bereich sei zuvor ein Epizentrum gemeldet gewesen.

Klaus Wössner: Es war ein „Pop-up-Gewitter“

Bei den aktuellen Temperaturen könne es passieren, dass sogenannte „Pop-up-Gewitter“ auftauchten – also quasi wie aus dem Nichts –, hauptsächlich dann, wenn Feuchtigkeit und Hitze aufeinanderträfen. „Man weiß zwar, dass etwas passieren könnte. Diese Gewitter sieht man aber nicht im längeren Zeitverlauf voraus“, so die Erläuterung.

Leider seien nun durch den Hagel auch in Villingen-Schwenningen Schäden verursacht worden. „Wir betreiben jetzt mit den Möglichkeiten, die uns die Technik bietet, natürlich auch Analysen“, versichert der Vertreter des Hagelabwehrvereins, „das sind wir unseren Mitgliedern auch schuldig.“

In der Folge war der Hagelflieger an diesem Nachmittag im Übrigen dann noch zwei weitere Male in der Luft: einmal ab 15.50 Uhr und einmal ab 17.53 Uhr.

Bei diesen beiden Flügen führte die Route unter anderem über die Baar und bis nach St. Georgen und auch über VS, Trossingen, Spaichingen und bis nach Mühlheim an der Donau.