Gründergarten setzt aufs Netzwerken
: Wenn die Südwest-Messe VS zur Start-up-Bühne wird

Die Südwest-Messe: Plattform zum Präsentieren und Netzwerken von Unternehmen. In diesem Jahr soll sie auch Bühne für Start-ups sein – mit einem ganz besonderen Stand.
Von
Mareike Kratt
Oberndorf
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Freuen sich auf eine erfolgreiche Kooperation bei der diesjährigen Südwest-Messe: (von links) Alexandra Zink-Colacicco, Tim Beiter (Praktikant Wirtschaftsförderung), Susanne Orlowski, Manuela Wolf, Henriette Stanley, Monika Schüle, Tobias Ertl und Sabrina Riekert (Pressestelle Südwest-Messe).

Mareike Kratt

In der Region fest verankert ist der Gründergarten der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Schwarzwald-Baar-Heuberg (WiFöG SBH), der sich als Netzwerk sieht, um die Gründungsaktivitäten hiesiger Start-ups sowie Unternehmensnachfolgen zu begleiten.

Gründungen nehmen immer mehr an Bedeutung zu, und gerade, wenn anderswo Stellen abgebaut würden, steige auch die Nachfrage nach Start-ups, sagt WiFöG-Geschäftsführerin Henriette Stanley. „Daher müssen wir schauen, wie wir sie mit vereinten Kräften unterstützen – sie sind die Arbeitgeber von morgen.“

Die Plattform

Zusammen mit der Wirtschaft Tourismus Räume (WIR) VS habe man nach Formaten gesucht, um den Gründern aus der Region darüber hinaus eine unkomplizierte Plattform zum Netzwerken zu bieten.

Mit der anstehenden Südwest-Messe – mit rund 500 Ausstellern und 70 000 Besuchern eine der wichtigsten Verbraucherschauen im Süden – soll es in diesem Jahr genau diese Möglichkeit geben, sich zu präsentieren und mit anderen Akteuren ins Gespräch zu kommen. Das Konzept soll dabei frisch, flexibel und niederschwellig gehalten werden.

Das Stand-Konzept

Als Stand-in-Stand-System werden also verschiedene Start-ups – immer vier parallel – mit unterschiedlichen Beteiligungsdauern – im Gründergarten Platz nehmen. Der Begriff Garten werde dabei wörtlich genommen, macht die Geschäftsführerin neugierig: Die fünf Unterstände – einer ist stets von den Gründergarten-Akteuren selber besetzt – sind aus Paletten aus natürlichen Materialien gemacht, und überhaupt sollen sich Gründer und Besucher hier ganz wie in der Natur fühlen. Symbolisch soll eine Wolke über dem Stand installiert werden, schließlich sollen alle aufgestellten Pflanzen gehegt und gepflegt werden. „Der Stand lebt von den Gründern“, sagt Stanley.

Die Strahlkraft der Südwest-Messe sei etwas, was für Gründer gerade am Anfang existenziell sei, macht derweil die Wirtschaftsförderin der Stadt VS, Susanne Orlowski, deutlich. „Es braucht Gemeinschaft und Netzwerk.“ Selbst wenn kommunal schon einiges in Gang gekommen sei – auf regionaler Ebene funktioniere das einfach besser.

Die Neugründer

Dankbar, dass sie einen Platz im Gründergarten bekommen haben und sich die Dauer individuell einteilen durften, zeigen sich derweil drei Gründerinnen aus der Region: Da ist die gelernte Journalistin und Heilpraktikerin für Psychotherapie, Manuela Wolf, die vor rund einem Jahr die Agentur Redepause ins Leben gerufen hat.

Ihr Ziel: die Kommunikations- und Konfliktklärung in Unternehmen zu stärken – also auch Tipps zu geben, „wie man besser miteinander streitet“. Der Ausgangspunkt: Die Donaueschingerin habe festgestellt, dass Mitarbeiter zu wenig Raum für klärende Gespräche hätten. In Form von Workshops, Eins-zu-eins-Gesprächen oder auch Mini-Speed-Coachings sollen dabei auch Resilienz und Deeskalation gestärkt werden.

Monika Schüle ist ganzheitlicher Gesundheitscoach aus Rottweil und bietet diverse Formate – Beratungen, Vorträge, Workshops, aber auch Fastenkurse – an. „Ich merke immer mehr, dass das Thema Gesundheit die Menschen beschäftigt und sie nach Alternativen zu Medikamenten suchen“, nennt sie als Motivation, sich in diesem Bereich selbstständig zu machen.

Personal Pur heißt das Start-up, mit dem Alexandra Zink-Colacicco aus Schramberg kleine und mittlere Unternehmen beim Aufbau von tragfähigen Personalstrukturen unterstützt – „von der Bewerbung bis zur Mitarbeiter-Bindung“ . Dabei möchte sie den Fokus auf Menschlichkeit und Wertschätzung legen.

Der Mehrwert

Und betont gemeinsam mit ihren Gründer-Kolleginnen: Es habe einen „enorm großen Mehrwert“, zusammen auf der Messe in einem Netzwerk zusammen zu agieren, sich auszutauschen und auch mit Fachleuten ins Gespräch zu kommen – alles, was etwa über die sozialen Netzwerke nicht möglich ist. „Ich brauche die Unternehmer in direktem Kontakt – auch, um Vertrauen aufzubauen“, findet Alexandra Zink-Colacicco.

Und auch Tobias Ertl, Standortleiter der Südwest-Messe, betont, dass der persönliche Kontakt das A und O einer jeden Messe sei. „Wir freuen uns, dass wir Plattform- und Netzwerkgeber sind – und dass der Gründergarten das Potenzial der Messe nutzt.“

Der Gründergarten auf der Südwest-Messe

Das Netzwerk
Der Gründergarten Schwarzwald-Baar-Heuberg sieht sich als offenes, regionales Netzwerk zur Förderung von Existenzgründung und Unternehmensnachfolge. Es vereint derzeit rund 15 Partner, etwa Wirtschaftsförderungen, Hochschulen, Kammern und Banken, und wird durch die Wirtschaftsförderung (WiFöG) SBH koordiniert.

Die Südwest-Messe
Die diesjährige große Verbraucherschau lockt vom 30. Mai bis 7. Juni aufs Schwenninger Messegelände. Der Gemeinschaftsstand des Gründergartens befindet sich in Halle X im Rahmen der Fachschau Infotainment. Zwischen Samstag, 30. Mai, und Mittwoch, 3. Juni, ist derzeit noch ein Slot zur Gründerbesetzung frei.

Die Start-ups im Gründergarten
Neben Manuela Wolf (Redepause), Monika Schüle (ganzheitliche Gesundheitsberaterin), Alexandra Zink-Colacicco (Personal Pur) sind Ebru Schulze aus VS mit ihrem Pfannenspritzschutz Catchcap, der Trossinger Daniel Kreutter mit Wood I like – nachhaltige Mode aus Holzfasern, sowie Thomas Scheibner mit seinem Unternehmen Black Forest Analytics – automatisierte Lösungen für mittelständische Betriebe – im Gründergarten zu finden.

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