Großprojekt zur NS-Zwangsarbeit in VS: Sonderausstellung im Uhrenindustriemuseum wird komplett abgesagt – vorerst

Die Ergebnisse des Forschungsprojekt zur NS-Zwangsarbeit in Villingen-Schwenningen sollten neben der digitalen Form via Homepage auch im Schwenninger Uhrenindustriemuseum präsentiert werden. Doch daraus wird erstmal nichts.
Mareike Kratt- Ausstellung zur NS-Zwangsarbeit im Uhrenindustriemuseum fällt vorerst aus.
- Grund sind unvorhergesehene Personalausfälle, ein Herbsttermin ist nicht realisierbar.
- Projektergebnisse werden digital aufbereitet – eine Webseite präsentiert Inhalte.
- Erste Inhalte erscheinen Ende Januar 2027 bei einem Fachtag mit der Landeszentrale.
- Ob eine Präsenzausstellung nachgeholt wird, ist offen; das Projekt endet Ende des Jahres.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
„Heimatgeschichte International – Auf den Spuren von NS-Zwangsarbeit in VS“ heißt das Großprojekt, an dem verschiedene Akteure der Doppelstadt beteiligt sind.
Schon im Januar 2023 hatte sich eine Arbeitsgruppe aus vorwiegend Ehrenamtlichen aus Uhrenindustriemuseum, Heimatverein, Stadtarchiv und Pro Stolpersteine VS unter dem Namen „Initiative zur NS-Zwangsarbeit“ formiert. Das Ziel: mehr über die hiesigen rund 4000 Zwangsarbeiter als Teil der Stadtgeschichte herauszufinden.
Projekt wird gefördert, ist aber zeitlich begrenzt
Die Initiative nahm an Fahrt auf – und gewann immer mehr Mitspieler, unter anderem auch federführende wissenschaftliche Mitarbeiter. Entstanden ist daraus das Projekt Heimatgeschichte International mit Laufzeit von zwei Jahren und Start im Januar 2025, das Teil des bundesweiten Förderprogramms „Jugend erinnert vor Ort“ ist.
Im Fokus sollen dabei vor allem junge Menschen – Schüler und Studenten – stehen, die die Lebensgeschichte der NS-Zwangsarbeiter erforschen, erzählen und auf ganz unterschiedliche Weise darstellen sollen.
Projekt-Mitverantwortliche ist länger krank
Ziel und Abschluss des Großprojekts soll eine Ausstellung sein – sowohl in virtueller Form als auch vor Ort zum Erleben, nämlich im Uhrenindustriemuseum. Der ursprünglich anvisierte Start war Mitte Juli, musste aber „vom Sommer in den Herbst verschoben werden“, hatte die städtische Pressestelle im Juli auf Anfrage unserer Redaktion mitgeteilt. Bekannt war damals, dass die Leiterin der Schwenninger Museen und Projekt-Mitverantwortliche, Martina Baleva, krankheitsbedingt länger ausfallen würde.
Nach Informationen unserer Redaktion ist die Museumsleiterin inzwischen wieder zurück – dennoch gibt es schlechte Nachrichten in Sachen Ausstellung: Sie könne „aufgrund unvorhergesehener Personalausfälle in diesem Jahr leider nicht umgesetzt werden“, teilt Stadtpressesprecherin Madlen Falke mit. „Auch der zunächst geplante Ausweichtermin im Herbst ist daher nicht realisierbar.“
Das Projekt sei von Beginn an als „Werkstatt“ verstanden worden, die über die einzelnen Teilprojekte hinaus weitergeht, erklärt Madlen Falke. Die „sehr wertvollen“ Projektergebnisse würden nun digital aufbereitet und dann auf einer Webseite präsentiert.
Termin für die digitale Ausstellung steht
Die digitale Ausstellung soll auch über die Projektlaufzeit hinaus kontinuierlich erweitert und weiterentwickelt werden. Erste Inhalte würden im Rahmen eines Fachtags mit der Landeszentrale für politische Bildung Ende Januar 2027 veröffentlicht. Zu prüfen sei noch, inwiefern die Präsenzausstellung nachgeholt werden könne.
Fakt ist auf jeden Fall: Das zweijährige Projekt läuft Ende des Jahres aus. Und: Das Uhrenindustriemuseum, das vor fast einem Jahr nach monatelanger Renovierungsarbeit wiedereröffnet hatte, steht derzeit ohne Sonderausstellung da. Nach der letzten Sonderausstellung zum Thema Ehrenmenschen, die Ende April endete, lockt jetzt erstmal nur die Dauerausstellung in die Württembergische Uhrenfabrik.


