Graffiti, Halloween und eine besondere Lichtshow: So verabschiedet sich Art in Town aus Schwenningen – und was kommt dann?

Das leerstehende Einkaufscenter Rössle wird bei der Art-in-Town-Finissage einmal mehr zum Schauplatz für Kunst und Kultur. Den Rössle-Tower hat der Künstler Konstantin Viktor Müller bei der Premiere Anfang Juli mit einem Schwan-Graffiti in Szene gesetzt.
Mareike Kratt- Finale von Art in Town in Schwenningen: Finissage mit Kunst, Kultur und Halloween am 31. Oktober.
- Streetart bleibt teils erhalten, neue Werke sind geplant, etwa am City-Rondell und Intersport Stähle.
- Am Bahnhof könnte eine feste Streetart-Fläche entstehen, andere Arbeiten werden entfernt.
- Rössle öffnet erneut mit Skate-/Rollschuhdisko, Konzerten, Drag-Bingo und weiteren Aktionen.
- Programmhöhepunkte: Lichtshow auf dem Muslenplatz, Kneipennacht, Angebote für Kinder und Führungen.
Die Zusammenfassung wurde von einer generativen künstlichen Intelligenz erstellt.
Art in Town – Danke Schwenningen, so lautet der Titel der Finissage am Samstag, 31. Oktober, die eine Mischung aus Kunst, Kultur, Begegnung und – passend zur Saison – Halloween-Fest werden soll.
„Eine kleine, feine Geschichte“ nennt es Dirk Werner von der Agentur Landfrust, der das Format federführend zusammen mit Jens Ravari, dem künstlerischen Leiter beim städtischen Kulturamt, organisiert. Die Finissage sei ein Dankeschön an alle Bürger aus Villingen und Schwenningen, die nochmals in den Genuss der kreativen Bespielung der Schwenninger Innenstadt kommen werden.
Abrundung des Streetart-Projekts
Das Fest soll zwar an das Format der Premiere Anfang Juli anknüpfen, aber gleichzeitig die Abrundung des Streetart-Projekts, das aus Art in Town über den Sommer hinweg entstanden ist, sein. So stand das Konzept der vom Land geförderten Veranstaltung von vornherein fest und wurde im Antrag entsprechend festgehalten, wie Dirk Werner erklärt: „Startveranstaltung, Überbrückung, Abschluss.“
Im Zuge von Art in Town waren nämlich quer über die Innenstadt verteilt an mehreren Schaufenstern Werke verschiedener renommierter Streetart-Künstler entstanden, und zwar mit nachhaltiger Wirkung: Mehrere Wochen lang sollten sie die Straßen und Gebäude zwischen Marktplatz und Neckarhalle aufwerten und Passanten zum Verweilen einladen. An mehreren Fassaden sind die ehemals 13 Graffitis, die auf eine an das jeweilige Fenster angebrachte Folie gesprüht wurden, noch immer zu bestaunen.
Auch jetzt entstehen noch neue Werke
Was Dirk Werner besonders freut: Manch ein Gastronom oder Händler, der sein Schaufenster für die Streetart zur Verfügung gestellt hatte, war so angetan von der ungewöhnlichen Kunst, dass die besprühten Flächen über den 31. Oktober hinaus in die Verlängerung gehen – oder an weiteren Fenstern gar ein komplett neues Werk entstehen soll, unter anderem beim Intersport Stähle oder beim City-Rondell.

Das größte Streetart-Projekt mit rund 200 Quadratmetern Fläche an der Glasfront der Hochschul-Mensa war im Sommer Station bei der Streetart-Führung mit Dirk Werner.
Jochen SchwilloAm Bahnhof, an dem seit Juli ein 50 Quadratmeter großes Graffiti mit Tiger und Drache prangt, das die Blicke schon von der Friedrich-Ebert-Straße auf Höhe der Hochschulen auf sich zieht, werde möglicherweise sogar eine feste Streetart-Fläche installiert. Andere Werke sind bereits wieder entfernt oder werden es nach der Finissage, bei der nochmals mehrere Künstler vor Ort sein werden.
Überrascht von den Reaktionen
Mit der Resonanz zur Streetart, die die Passanten dazu animieren sollte, den Stadtbezirk aus einem anderen Blickwinkel wahrzunehmen, ist der Mitinitiator mehr als zufrieden. „Mit diesen Rückmeldungen haben wir nicht gerechnet.“ Während der Sommermonate sei er immer wieder mit Bürgern ins Gespräch gekommen, die die Werke als absolute Bereicherung für Schwenningen sehen.
Die Führungen, die er zu den einzelnen Graffitis angeboten hatte, seien mit gemischtem Publikum gut besucht worden und hätten konstruktive Diskussionen hervorgebracht. „Wer bestimmt darüber, wie wir die Stadt wahrnehmen?“ – etwa Investoren, Architekten, Händler oder auch Bürger – sei da die Leitfrage gewesen und habe wichtige Impulse für eine Integration der Streetart in die im nächsten Jahr anstehenden Heimattage in VS geliefert.
Und wieder öffnet das Rössle
Wenn am kommenden Samstag also Jung und Alt die facettenreiche kreative Bespielung der Innenstadt erleben, kommen sie auch ein weiteres Mal in den Genuss des geöffneten Rössle, in dem Skate-Contest, Streetart und Klassikkonzert aufeinandertreffen.

Mitorganisator Dirk Werner ist angetan vom Potenzial, das das leer stehende Rössle hat.
Mareike KrattDas leer stehende Einkaufszentrum, das bekanntermaßen umgebaut werden soll, habe viel Potenzial, sagt Dirk Werner aus den Erfahrungen der vergangenen Veranstaltungen, etwa die Art-in-Town-Premiere oder das Kürbisfest Ende September. „Durch die Zwischennutzungen kann man Dinge ausprobieren – auch mit Blick auf eine spätere Nutzung.“
Wie geht’s jetzt weiter?
Und wie soll es künftig mit Art in Town, das in diesem Jahr statt der nunmehr im Zwei-Jahres-Rhythmus stattfindenden Schwenninger Kulturnacht ins Leben gerufen wurde, weitergehen? Für 2027 sei die Kulturnacht – nicht zuletzt durch die Heimattage – gesetzt. Art in Town 2028 – in welcher Form auch immer – sei ein „wunderschöner Gedanke“, findet Dirk Werner. Das Format habe Charme, besonders in Bezug auf die Streetart. „Wir sind offen, die Streetart für Schwenningen weiterzudenken.“
Das ist das Programm der Art in Town-Finissage am 31. Oktober in Schwenningen
6.30 bis 12.45 Uhr: Wochenmarkt auf dem Muslenplatz und in den Muslen
11 Uhr: Café des Heimatvereins im Heimatmuseum
13 bis 17 Uhr: Uhrenindustriemuseum geöffnet
13 bis 18 Uhr: Städtische Galerie geöffnet
15 bis 16.30 Uhr Kreative SBH (ehemaliges Reisebüro neben dem Zinser): lateinamerikanische Tanzmusik
15.30 bis 17 Uhr: Stadtbibliothek am Muslenplatz: Kinderschminken mit der VHS, Gruselgeschichten, Kostümwettbewerb und kreative Angebote
17 bis 18 Uhr: Kreative SBH: Kinder-Gruseltheater mit Olaf Jungmann
17 bis 21 Uhr: Jugendhaus Spektrum: Halloweenparty
17 Uhr: Narrenstüble der Narrenzunft Schwenningen: Herbstfest
17 Uhr: Rössle mit buntem Programm: Skate-/Rollschuhdisko, Klangdom, Kreuzstreet, Besteck-Kunst, Roboterschule, Malerei, Drag-Bingo, Konzert der Amadeus Camarata sowie von zwei Bands der Musikhochschule Trossingen
18 und 19.30 Uhr: Platzkonzert des Fanfarenzugs der Narrenzunft Schwenningen
18.30 und 20 Uhr: Lichtshow auf dem Muslenplatz von Lichtkünstler Laurenz Theinert im Zusammenspiel mit Klavierpädagoge Stefan Merkl: Merkl wird seine eigens für Art in Town arrangierte Musik live präsentieren, während Theinert die Musik durch ein Visual Piano in Licht und Projektionen übersetzen wird
Ab 18 Uhr: gruselige Kneipennacht in verschiedenen Schwenninger Gastronomien, unter anderem Bier Akademie oder Linde

