Neues Stadtfest begeistert
: Art in Town in Schwenningen – ein Erfolgsmodell für die Zukunft?

Art in Town – ein Stadtfest der anderen Art, das sich als Riesenerfolg für Schwenningen entpuppt hat. Das sagen Besucher und Organisatoren – und auch, wie es in Zukunft weitergehen könnte.
Von
Mareike Kratt
VS-Schwenningen
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Das Jugendblasorchester der Stadtmusik Schwenningen lockt bei Art in Town auf den Muslenplatz.

Jochen Schwillo
  • Art in Town zog viele Besucher an und sorgte für friedliche Stimmung in Schwenningen.
  • Polizei und KOD meldeten Ruhe; das Konzept mit 15 Spielorten verhinderte Überfüllung.
  • Kritik gab es an zu wenigen Essensständen, doch viele lobten die unkomplizierte Organisation.
  • Streetart prägte das Rössle, u. a. mit dem Schwenninger Schwan an der Glasfassade.
  • Nächstes Jahr ist wieder Kulturnacht geplant – Art in Town soll nur mit neuen Ideen zurückkehren.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Auch wenn das eigentliche Stadtfest mit vielfältigem Programm aus Streetart, Vorführung und Kulinarik bereits vorbei war, war kurz vor Mitternacht beim Kneipenfestival in den unterschiedlichen Bars und Restaurants noch lange nicht Schluss.

Friedliche Feierstimmung herrschte vor allem rund um Marktplatz, Vogtshaus bei Irish Pub und Bierakademie sowie in den oberen Muslen zwischen Café Dammert, Siesta und Hugos. Die Weinbar sei einige Stunden zuvor quasi überrannt worden, sagt Inhaberin Annette Müller, mit so viel Frequenz habe man schlichtweg nicht gerechnet. Dem ganzen Stress zum Trotz: Das Stadtfest sei ein großer  Erfolg gewesen – schön, friedlich, aber trotzdem mit frischem Wind für Schwenningen.

Gastronomien sind gefordert

Ähnlich klingt es von einem Pärchen, das gerade aus dem proppenvollen Galaxys in der Alleenstraße kommt und in der Weinbar vorbeischaut. An der einen oder anderen Stelle gebe es noch Verbesserungspotenzial, etwa, bei der kulinarischen Verpflegung, meint Andrea Mäder, denn Essensstände habe es zu wenig gegeben. Dann entzerre es sich bestimmt auch in denjenigen Gastronomien, die überrannt worden seien.

Ansonsten habe sie Art in Town als „sehr unkompliziert“ empfunden. „Eigentlich könnte man so etwas jedes Jahr machen“, sagt sie. Und Freund Thomas Schäfer fügt hinzu: „Dass der Schwerpunkt ein anderer als bei der Kulturnacht war, hat Schwenningen gut getan.“

So verläuft Art in Town für Polizei und KOD

Im Dauereinsatz am Samstag war auch die neue Kulturamtsspitze der Stadt VS rund um Leiterin Anneta Käfer und Künstlerischem Leiter Jens Daryousch Ravari. Ein kurzer Austausch am Rathaus mit den Einsatzkräften von Polizei und Kommunalem Ordnungsdienst (KOD), die signalisieren: Heute ist alles ruhig geblieben.

War das Sicherheitskonzept in den vergangenen Jahren der Kulturnacht der Knackpunkt, der die Kosten hat hochtreiben lassen, hatte man für Art in Town bewusst ein anderes Format mit 15 flanierenden Spielorten gewählt. Und dieses sei aufgegangen, resümiert der Künstlerische Leiter im Gespräch mit unserer Redaktion zufrieden. Es sei nie zu viel an einem Ort los gewesen.

Das Rössle

Auch der Rössle-Tower stand bei Art in Town im Fokus der Street Art: Auf die Glasfassade hat der Künstler Konstantin Viktor Müller in aufwändiger Arbeit den Schwenninger Schwan verewigt.

Mareike Kratt

Überhaupt ist Ravari positiv gestimmt, gar „beseelt“. Überall habe er bei Besuchern und auch bei den Teilnehmern – Vereinen und Streetart-Künstlern – in glückliche Gesichter schauen können. Dass in Hinblick auf Kulinarik beim nächsten Mal aufgestockt werden muss, habe er bereits verankert. „Unser Ziel, Schwenningen zum Pulsieren zu bringen, sichtbar zu machen und die Besucher durch Kunst anzuregen, ist gelungen.“

Was ist mit der Schwenninger Kulturnacht 2027?

Und was ist jetzt mit der Kulturnacht, die turnusmäßig 2027 wieder stattfinden soll? „Zum jetzigen Stand ist nächstes Jahr wieder Kulturnacht angesagt“, sagt der Künstlerische Leiter. Und mit dieser vergleichen will er das Fest Art in Town, das sich in den vergangenen Wochen durch das Mitmachen unterschiedlichster Akteure erst zu diesem umfangreichen Format entwickelt habe, erst gar nicht.

Vielmehr könne man aus unterschiedlichen Konzepten lernen, was hier und was da besonders gut funktioniere – und was gegebenenfalls von einem zum anderen übernommen werden könnte.

Fakt sei: Die Vielfalt, die nicht zuletzt durch die Öffnung des Rössle hätte präsentiert werden können, sei nur durch zusätzliche Mittel, etwa die Förderung durch das Land Baden-Württemberg mit 30.000 Euro sowie durch die Hechinger Stiftung, möglich geworden. Hinzu komme, dass das Rössle bekanntermaßen von nun an durch bestimmte Formate der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden soll.

So wurde die Vision der Organisatoren erfüllt

Hauptverantwortlich für die Bespielung des Rössle sowie für die Organisation der Streetart war Dirk Werner, der am Montagvormittag dabei ist, die Fest-Spuren im ehemaligen Einkaufscenter wegzuwischen. Auch er blickt auf beide Bereiche äußerst positiv zurück. Die Resonanz des Publikums sei wie erhofft gut gewesen. „Unsere Vision ist erfüllt“, sagt Werner – und Schwenningen sei jetzt ein Stück weit bunter.

Besonders überrascht habe ihn, wie Künstler und Besucher miteinander interagiert hätten. Nun gehe es darum, wie sich die verschiedenen Kunstwerke, die noch bis Ende September quer über die Innenstadt verteilt an den Fensterscheiben sind, in den Alltag integrieren lassen.

Wird es Art in Town wieder geben?

An der Existenzberechtigung der Kulturnacht möchte Werner nach wie vor nicht rütteln. Sie sei etwas völlig anderes – eben ein Fest für Bürger und Vereine von Bürgern und Vereinen.

Und auch ein Art in Town in zwei Jahren in genau derselben Form zu wiederholen, mache seiner Meinung nach keinen Sinn. „Allenfalls unter demselben Titel, aber mit anderen Konstellationen und mit anderen Ideen.“

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