Gewerkschaft blickt in die Zukunft
: Christina Keckes übernimmt bei ver.di

80 Delegierte in Titisee-Neustadt setzen auf Generationenwechsel, klare politische Haltung und weitere Sozialproteste – große Mehrheit für Unterstützung eines AfD-Verbotsverfahren und den Erhalt der täglichen Höchstarbeitszeit.
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red/pm
Schwarzwald-Baar-Kreis
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Die neuen Bezirksvorsitzenden in Südbaden Schwarzwald wurden gewählt (von links): Patricia Marcolini, Petra Mergenthaler, Christina Keckes, Franka Weis und Michael Herbstritt.

Die neuen Bezirksvorsitzenden in Südbaden Schwarzwald wurden gewählt (von links): Patricia Marcolini, Petra Mergenthaler, Christina Keckes, Franka Weis und Michael Herbstritt.

Verdi/Frantisek Matous
  • Ver.di Südbaden Schwarzwald wählt Christina Keckes zur Bezirksvorsitzenden.
  • Franka Weis tritt bewusst zurück und bleibt stellvertretende Vorsitzende neben Petra Mergenthaler.
  • Delegierte votieren klar: Unterstützung eines AfD-Verbotsverfahrens und Erhalt der täglichen Höchstarbeitszeit.
  • Finanzlage gilt als solide, Mitgliederbestand weitgehend stabil – Grundlage für künftige Tarifrunden.
  • Ver.di kündigt Fortsetzung der Sozialproteste an und ruft Kirchen sowie Verbände zur Mitarbeit auf.

Die Zusammenfassung wurde von einer generativen künstlichen Intelligenz erstellt.

Die Gewerkschaft ver.di Südbaden Schwarzwald hat eine neue Bezirksvorsitzende: Die 42-jährige Christina Keckes von der Agentur für Arbeit Rottweil-Villingen-Schwenningen wurde bei der Bezirkskonferenz in Titisee-Neustadt gewählt. Sie folgt auf Franka Weis, Personalrätin am Kreiskrankenhaus Emmendingen, die sich bewusst entschieden hat, in die zweite Reihe zu treten. Weis bleibt dem Bezirksvorstand als stellvertretende Vorsitzende erhalten – gemeinsam mit Petra Mergenthaler, Personalratsvorsitzende der Uniklinik Freiburg.

Mit der Neuwahl stellt der Bezirk die Weichen für die kommenden vier Jahre. Die rund 80 Delegierten berieten über die politische Ausrichtung der Gewerkschaft, die Herausforderungen für Beschäftigte und die Frage, wie sich die Interessen der Mitglieder angesichts zunehmender sozialpolitischer Angriffe wirksam verteidigen lassen.

„Mir war wichtig, eine junge und engagierte Frau für diese Aufgabe zu finden und damit einen Generationenwechsel im Bezirksvorstand einzuleiten. Wir brauchen neue Perspektiven und frische Ideen, aber genauso die Erfahrung derjenigen, die die Gewerkschaft über Jahre geprägt haben. Ich freue mich deshalb sehr, dass ich meine Arbeit als stellvertretende Vorsitzende fortsetzen kann“, erklärt Franka Weis zu ihrer Entscheidung.

Neben der Wahl des Bezirksvorstands und der Delegierten für weitere Gremien und Konferenzen auf Landes- und Bundesebene standen zahlreiche Anträge aus den ehrenamtlichen Gremien auf der Tagesordnung. Dabei bezogen die Delegierten klare politische Positionen: Mit großer Mehrheit sprachen sie sich für die politische Unterstützung eines Verbotsverfahren der AfD aus. Ebenso deutlich fiel das Votum für den Erhalt der gesetzlichen täglichen Höchstarbeitszeit aus.

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Die Beschlüsse machen deutlich: ver.di will weder einen weiteren Abbau demokratischer und sozialer Errungenschaften hinnehmen noch zulassen, dass Schutzrechte der Beschäftigten im Namen vermeintlicher wirtschaftlicher Notwendigkeiten ausgehöhlt werden.

Gewerkschaft muss Stellung beziehen

„Gewerkschaft heißt für uns, nicht nur über die Arbeitsbedingungen im eigenen Betrieb zu sprechen. Wir müssen auch Stellung beziehen, wenn demokratische Grundwerte angegriffen oder soziale Sicherheiten infrage gestellt werden. Gute Arbeit, soziale Sicherheit und Demokratie gehören zusammen“, betont die neue Vorsitzende Christina Keckes.

Die stellvertretende Bezirksgeschäftsführerin Patricia Marcolini stellte den Finanzbericht sowie die Mitgliederentwicklung der vergangenen vier Jahre vor. Ihr Bericht zeichnete das Bild eines finanziell gesunden Bezirks, dessen Mitgliederbestand trotz schwieriger Rahmenbedingungen weitgehend stabil geblieben ist.

Solide finanzielle Situation

Für einen der größten Flächenbezirke von ver.di ist das eine wichtige Grundlage, um Beschäftigte und ehrenamtlich Aktive auch künftig wirksam zu unterstützen.

„Unsere solide finanzielle Situation ist kein Selbstzweck. Sie gibt uns den nötigen Spielraum, um auch bei schwierigen Tarifrunden handlungsfähig zu sein und auf aggressive Angriffe mancher Arbeitgeber angemessen zu reagieren. Gleichzeitig wissen wir, dass wir bei der Mitgliederentwicklung immer wieder vor neuen Herausforderungen stehen. Mit unserem Team aus Haupt- und Ehrenamtlichen finden wir dafür gute Lösungen. Denn eine starke Gewerkschaft entsteht dort, wo Menschen sich aufeinander verlassen können und gemeinsam etwas bewegen“, erklärt Patricia Marcolini.

Fortsetzung der Sozialproteste

Einen deutlichen politischen Akzent setzte Michael Herbstritt im Geschäftsbericht. Er blickte insbesondere auf die Sozialproteste der vergangenen Wochen zurück und machte klar, dass ver.di den Widerstand gegen unsoziale Reformen fortsetzen wird. Gemeinsam mit den Schwestergewerkschaften im Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) sollen die Proteste auch in den kommenden Monaten auf die Straße getragen werden.

Zugleich richtete Herbstritt einen klaren Appell an weitere gesellschaftliche Bündnispartner. Kirchen und Wohlfahrtsverbände, aber auch andere demokratische und zivilgesellschaftliche Organisationen müssten sich stärker an den gewerkschaftlichen Bündnissen in Südbaden, im Hochschwarzwald und am Bodensee beteiligen.

Kräfte bündeln, um unsoziale Reformen zu stoppen

„Wir sind noch lange nicht am Ende. Wenn soziale Errungenschaften infrage gestellt und die Folgen politischer Reformen auf dem Rücken der Beschäftigten und der Menschen ausgetragen werden, müssen wir weiter gemeinsam auf die Straße gehen. Dafür brauchen wir alle demokratischen und zivilgesellschaftlichen Kräfte – gerade auch die Kirchen und Wohlfahrtsverbände. Unsoziale Reformen können wir nur stoppen, wenn wir unsere Kräfte bündeln. ver.di will dabei Brückenbauer sein und Menschen zusammenbringen, die vielleicht nicht in jeder Frage einer Meinung sind, aber gemeinsam für soziale Gerechtigkeit einstehen“, so Herbstritt.

ver.di Bezirk Südbaden

Der ver.di Bezirk Südbaden Schwarzwald vertritt gut 33.000 Mitglieder. Sein Einzugsgebiet reicht von Freiburg und dem Breisgau über den Hochschwarzwald und die Ortenau bis in die Landkreise Emmendingen, Lörrach, Waldshut, Konstanz, Rottweil, Tuttlingen und den Schwarzwald-Baar-Kreis. Damit vereint der Bezirk Beschäftigte aus zahlreichen Branchen und sehr unterschiedlichen Lebens- und Arbeitswelten – von Gesundheit und Pflege über den öffentlichen Dienst und den Handel bis hin zu Industrie, Verkehr und Dienstleistungen.