Carsten Schneider in Schwenningen
: Das Moos im Fokus des Ministers

Das Schwenninger Moos profitiert von Bundesmitteln. Umweltminister Carsten Schneider schaute sich an, wie sie eingesetzt werden. Im Naturschutzgebiet gefiel’s ihm.
Von
Daniela Schneider
Oberndorf
Jetzt in der App anhören

Ministerbesuch im Moos: Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD; Zweiter von rechts) überzeugte sich vor Ort, was unter anderem mit Mitteln des Bundes unternommen wird. Dass er über die Schönheit der Natur regelrecht ins Schwärmen geriet, freute auch (von links) Nicola Schurr, Staatssekretärin Rita Schwarzelühr-Sutter, Bürgermeister Detlev Bührer, Armin Schott als Vertreter des Umweltzentrums und langjähriger Moosführer und die SPD-Bundestagsabgeordnete Derya Türk-Nachbaur.

Daniela Schneider

Dass das Schwenninger Moos auch bei eher unfreundlichem Wetter seinen Charme entfalten kann, weiß jetzt auch Carsten Schneider.

Der Bundesminister für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit schaute am Donnerstagvormittag hier vorbei.

Einer der Gründe: In das Naturschutzgebiet sind schon viele Fördermittel geflossen.

Unter anderem ist es mit verschiedenen Maßnahmen auch Teil des Naturschutzgroßprojektes Baar, das wiederum von der Bundesförderung „Chance Natur“ profitiert.

Der Minister hört zu

So konnte sich der Minister, der die letzten Tage im deutschen Süden weilte, weil er vor wenigen Tagen hier zum Beispiel die Münchner Sicherheitskonferenz besucht hatte, vor Ort, daheim im Wahlkreis seiner Berliner Parteifreundin Derya Türk-Nachbaur, überzeugen, was hier mit dem Geld passiert, wie viel Ehrenamt in den Maßnahmen und dem ganzen Langzeitprojekt steckt und welchen Teil auch die Kommune dazu beiträgt.

Minister Schneider war begeistert von der Schönheit der Natur im Moos.

Foto: Daniela Schneider

Über all das konnte profund Armin Schott Auskunft geben. Als Vertreter des Umweltzentrums, als langjähriger Moosführer und als ehemaliger Mitarbeiter der Stadt, wo er auch für die Naturschutzgebiete der Fachmann war, führte er den Bundespolitiker und seine Begleiter auf dem noch schneebdeckten Moossteg entlang und erläuterte alles.

Carsten Schneider hörte geduldig und aufmerksam zu – und staunte derweil über die Schönheit der Landschaft. „Wunderschön“ sei’s hier, meinte er und ließ den Blick übers angefrorene Wasser gleiten. Dass ihm Bürgermeister Detlev Bührer auch berichten konnte, wie beliebt das Gebiet ist und wie gerne es besucht wird, freute den Minister auch.

„Besser kann man die Natur gar nicht an die Menschen heranbringen“, meinte er und versicherte gleichzeitig, dass auch weiterhin Fördergelder für Natur, Umwelt- und Klimaschutz zur Verfügung stehen.

Weitere Projekte

Das Naturschutzgroßprojekt Baar läuft bis 2028 und damit insgesamt zehn Jahre. Dabei geht es unter anderem darum, dass durch den Schutz alter Wälder und intakter Moore, durch die Renaturierung entwässerter Moore und Feuchtgebiete sowie die Nutzungsextensivierung auf Moorstandorten ein nachhaltiger Beitrag zur Reduktion der Treibhausgasemissionen in der Region geleistet wird.

Wissenswertes über das Naturschutzgebiet gab’s von Armin Schott zu erfahren.

Foto: Daniela Schneider

Als ihm Bürgermeister Bührer auch noch von weiteren Projekten wie zum Beispiel der Wiedervernässung im Kugelmoos oder im Plattenmoos berichtete, horchte er auf und fragte nach, wie da denn die Zusammenarbeit mit der Landwirtschaft klappe.

In beiden VS-Fällen kommt das zwar nicht direkt zum Tragen, weil die betreffenden Flächen in städtischer Hand sind, aber Detlev Bührer wiederum hörte dennoch interessiert zu, als der Minister von einem Programm berichtete, das Moorwiedervernässungen auch für Landwirte attraktiv machen soll.

Eine Umstellung auf „nasse Landwirtschaft“ soll beschleunigt werden, etwa durch die Entwicklung neuer Wertschöpfungsketten für Moor-Produkte oder die Prüfung von Moor-Photovoltaik als weiterer alternativer Einkommensquelle. „Wir kriegen die Sachen nur hin, wenn das alle mittragen“, ist Carsten Schneider überzeugt – und da konnte auch der Bürgermeister nur zustimmen.

Weiter ging’s anschließend für den Bundespolitiker noch zur Besichtigung des Antonihofs in Bad Dürrheim, bevor er wieder abreiste.

Das Schwarzwälder BAARometer
Montag - Freitag um 7.00 Uhr
Alles Wichtige aus dem Schwarzwald-Baar-Kreis Montag bis Samstag im kompakten Überblick.