Über Arbeiten informiert
: Das ist im Schwenninger Moos geplant

Der circa dreieinhalb Kilometer lange Rundweg im Schwenninger Moos gehört zu den Lieblingsorten der Touristen, der Spaziergänger und Jogger.
Von
Jochen Schwillo
Oberndorf
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Über die geplante Teilverlegung des Rundweges im Schwenninger Moos informierte Thomas Kring (Zweiter von links) vom Naturschutzgroßprojekt Baar.

Rainer Bombardi

Im nächsten Jahr soll es im oberen Teil des Wegverlaufes auf rund 300 Metern eine bauliche Veränderung geben. Hierzu wurde jetzt informiert.

Geplant ist, beim oberen Eingang ins Naturschutzgebiet, kurz hinter dem FSV-Sportgelände beginnend, den Rundweg etwas zu verändern. Der neue Weg führt dann entlang eines Zaunes, hinter dem im Sommer die Moorschnucken weiden.

Bevor hier die Arbeiten beginnen können, müssen erst einmal Gehölzarbeiten stattfinden, um die Strecke von Totholz oder Gestrüpp zu befreien. Diese Arbeiten sollen im Januar nächsten Jahres beginnen, sagte beim Vor-Ort-Termin Diplom-Agraringenieur Thomas Kring vom Naturschutzgroßprojekt Baar, der sich seit einigen Jahren mit dem Schwenninger Moos beschäftigt.

Auftrag ausgeschrieben

Geklärt werden muss auch, welchen Unterbau und Belag der neue Weg bekommen soll. Wer letztendlich die Arbeiten für den Rundweg durchführt, stünde bislang noch nicht fest. „Der Auftrag ist ausgeschrieben“, so Kring.

Ziel der Maßnahme ist es, die Attraktivität des Naturschutzgebiets als Naherholungsgebiet zu erhalten und zu fördern sowie den Lebensraum der seltenen Tier- und Pflanzenarten zu schützen und zu verbessern. Durch die Verlegung des Teils des Rundwegs können Störungen im Uferbereich reduziert und die unzerschnittene Fläche des Naturschutzgebietes vergrößert werden, erläuterte Kring.

Er berichtete, dass ein Teil des bestehenden Weges zurückgebaut wird. Hierbei handelt es sich um einige Meter Holzsteg und gut 300 Meter bestehenden Weges, die wegfallen. „Während der Baumaßnahme werden beide Wegführungen noch parallel angeboten“, berichtete Kring. Außerdem sind die Aufstellung von Infotafeln und zwei neuen Sitzbänken vorgesehen.

Ein Rückblick

Die Historie des Schwenninger Rundwegs geht zurück in die Jahre des Ersten Weltkriegs. Zwar gab es vorher schon einen Weg im Moos, doch die ersten Teile der heute bekannten Rundstrecke wurden zwischen 1914 und 1918 von Internierten und Kriegsgefangenen angelegt.

Nachdem das im torfigen Weg eingebrachte Material immer wieder versank, konnte 1934 durch Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen des Reichsarbeitsdienstes schließlich das letzte Stück fertiggestellt werden. Das Baumaterial dazu kam von einem Steinbruch im Bärental an der Weilersbacher Straße. Die Steine wurden in wochenlanger Arbeit mit einem Pferdefuhrwerk aufs Moos transportiert. Der Einbau von 1300 Quadratmetern Steinmaterial erfolgte durch mühsame Handarbeit.

Trockenen Fußes

Vor über 20 Jahren wurde mit dem Stegebau auf Teilen des Rundwegs begonnen, da die Wiedervernässung des Moores im letzten Bauabschnitt die Erhöhung des Gesamtwasserspiegels vorsah. Der Rundweg wäre dadurch auf mehreren hundert Metern Länge überstaut worden.

Daher engagierten sich die Mitglieder des damaligen Arbeitskreises Moos, einiger regionaler Firmen, die Hochschule Nürtingen, das Regierungspräsidiums Freiburg, die Stadt Villingen-Schwenningen, wie auch zahlreiche private Spender den Rundweg erstmals 2004 durch eine Holzkonstruktion zu erhöhen, damit die Leute trockenen Fußes das Moorgebiet am Rande der Stadt besuchen können.

Das Schwenninger Moos, das seit 1939 Naturschutzgebiet ist, gehört mit seiner Größe von rund 189 Hektar zu den 17 Fördergebieten des Naturschutzgroßprojektes Baar (NGP Baar). Nachdem 2017 der Pflege- und Entwicklungsplan mit der Planungsphase abgeschlossen wurde, befindet sich seit Mai 2018 das Naturschutzprojekt in der Umsetzungsphase, welche bis April 2028 dauert.

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