Warntag in St. Georgen: Wieso der Alarm ausschließlich auf digitalem Weg erfolgt

In St. Georgen wird unter anderem über die Warn-App Nina gewarnt.
Helen MoserPunkt 11 Uhr heißt es an diesem Donnerstag – auch in St. Georgen: Alarm. Doch Sorgen muss sich niemand machen. Denn dann droht keine echte Gefahr. Die Stadt nimmt lediglich am bundesweiten Warntag teil.
Wenn der Ernstfall eintritt, sollte man vorbereitet sein. Dann muss es Mittel und Wege geben, die Bevölkerung zu warnen – und die Menschen sollten mit diesen Warnmechanismen vertraut sein. Wie gut das funktioniert, soll sich an diesem Donnerstag beim fünften Warntag zeigen.
Um 11 Uhr wird ein flächendeckender Alarm ausgelöst – und zwar auf möglichst vielen Wegen. Nach 45 Minuten erfolgt die Entwarnung.
Wieso gibt es den bundesweiten Warntag?
Der Warntag verfolgt zwei Hauptziele: Einerseits wird die technische Warninfrastruktur vor Ort einer Belastungsprobe unterzogen, andererseits soll die Bevölkerung damit vertraut gemacht werden, wie eine Warnung im Ernstfall abläuft und auf welchen Wegen Behörden Informationen zur Verfügung stellen. So sollen Schwachstellen im System identifiziert und in der Folge eliminiert werden.
Welche Möglichkeiten gibt es, um die Bevölkerung im Ernstfall zu warnen?
Herzstück des bundesweiten Alarms ist das Modulare Warnsystem (Mowas), über das die Probewarnung etwa an Rundfunk- und Fernsehanstalten, Zeitungsredaktionen sowie weitere Medien, digitale Werbetafeln, aber auch Apps fürs Handy wie die Warn-App Nina übermittelt wird. Über das System Cell Broadcast wird die Warnung direkt aufs Handy geschickt wird. Die Mobiltelefone müssen empfangsbereit und in eine Funkzelle eingebucht sein. Zu diesen bundesweiten Warnmitteln kommen lokale Kanäle hinzu – etwa Sirenen oder Lautsprecherdurchsagen in Kommunen.
Wer entscheidet, wie gewarnt wird?
Länder und Kommunen bestimmen selbst, auf welchen Wegen sie vor Gefahren warnen. Daher ist auch die Wahl der Warnmittel am Warntag regional unterschiedlich.
Wie erfolgt die Warnung in St. Georgen?
In der Bergstadt St. Georgen wird die Warnung ausschließlich auf digitalen Wegen erfolgen. Über die zentrale Warnung des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BKK) erreicht die St. Georgener die Warnung per Cell Broadcast, über die Warn-App Nina – sofern diese installiert ist – sowie über Radio und Fernsehen. Wie Tabea Epting vom Stadtmarketing mitteilt, wird in der Bergstadt am Donnerstag zudem über die Webseite der Stadtverwaltung, die Webseite der Feuerwehr sowie über die beiden Facebook-Seiten und die Bürgerapp gewarnt. Lautsprecherdurchsagen der Feuerwehr wie es sie etwa 2022 am Warntag gab, sind der Mitteilung zufolge nicht vorgesehen – für den Ernstfall ist das jedoch noch eine weitere Option. Auch ein aktives Sirenennetz gibt es in der Bergstadt nicht.
Wieso gibt es in St. Georgen keine Sirenen mehr?
In St. Georgen wurde das Sirenennetz um die Jahrtausendwende außer Betrieb genommen, als man die Alarmierung digitalisierte. Man verzichtete damals auf die aufwendige Umrüstung.
