Sammelsurium an Raritäten
: Die Phonobörse lockte viele Besucher nach St. Georgen

Liebhaber aus dem In- und Ausland kamen zur Phonobörse in St. Georgen. Die Auswahl reichte vom Grammophon über Fachliteratur bis zu Bandkassetten.
Von
Stephan Hübner
Oberndorf
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Guten Zuspruch erfuhr die diesjährige Phonobörse in der Stadthalle in St. Georgen.

Stephan Hübner

Auf großes Interesse stieß die Internationale Phonobörse, die wie immer das Team des Deutschen Phonomuseums in der Stadthalle organisierte. Die Aussteller lockten Besucher mit einer vielfältigen Auswahl an Geräten, Ersatzteilen und Tonträgern aller Epochen an.

Holger Christmann vom Phonomuseum zeigte sich zufrieden mit dem Zuspruch. Schon beim traditionellen Stammtisch am Vorabend im Restaurant Feinwerk waren ihm zufolge über 40 Personen anwesend, die sich bis spät in die Nacht fachsimpelnd ihrem Hobby widmen und viele Bekannte treffen konnten, die sich oft seit Jahren in St. Georgen einfinden.

Zur Börse selbst waren bereits am Vormittag 230 Besucher gekommen, und 40 Aussteller aus Deutschland, der Schweiz und dem Elsass zeigten ein buntes Sammelsurium an Audiogeräten, Ersatzteilen und CDs, Bandkassetten oder Langspielplatten. Christmann beschrieb das als „von Raketen bis Grammophon“, denn tatsächlich hatte ein Aussteller ein Rewell-Modell der „Saturn 5“-Rakete dabei, das schnell einen Käufer fand.

Ein treuer Gast ist die Historische Radiowerkstatt aus Villingen, die sich laut Harald Greilich nach wie vor der Reparatur alter Geräte widmet. Am Stand zu finden waren unter anderem rustikale Radios, die dank Bluetooth-Modul als Abspielgerät für Handys nutzbar waren. Allerdings sind auch Ultrakurzwellen (UKW) weiter ein Thema, so Greilich. Die Schweiz, die den Standard bereits abschaffte, schalte ihn nun wieder auf, zudem sei UKW wichtig, da alle alternativen Technologien nicht katastrophensicher seien.

Schellack-Plattenspieler von 1931 als Blickfang

Zu sehen und zu hören gab es nicht nur moderne Hifi-Anlagen sondern auch sogenannte Tefifone, eine Art Bandlaufwerk, oder einen Schellack-Plattenspieler von 1931, den Wilfried Sator per Kurbel aufziehen musste.

Viele Raritäten waren bei der Börse zu finden.

Foto: Stephan Hübner

Weitere Aussteller zeigten noch bis in die 70er-Jahre eingesetzte Röhrenmessgeräte oder eine Apparatur zum Prüfen von Plattenspielernadeln. Das Team des Phonomuseums bot unter anderem Literatur und zu Schalen geformte Langspielplatten an. Ungewöhnlich waren so genannte Detektorradios von Ende der 1920-Jahre, die laut Johannes Volk ohne äußere Stromzufuhr in der Lage sind, Radiosender zu empfangen. Denn erstaunlicherweise stammt die benötigte Energie aus den empfangenen elektromagnetischen Wellen selbst.

Auch die Börse bot Gelegenheit zum gemütlichen Beisammensein. Fürs leibliche Wohl sorgte der Trachtenverein.

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