Politik im Festzelt
: Schüler löchern Thorsten Frei mit Fragen

Bei der Podiumsdiskussion an der Robert-Gerwig-Schule in Furtwangen spricht der damalige Kanzleramtsminister über Rente, Bundeswehr – und eine politische Entscheidung, die er heute bereut.
Von
Stefan Heimpel
Furtwangen
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Mit Dank der Klassenlehrerin Ranka Pretzer-Korac (Mitte) und Schulleiter Steve Richter (rechts) wurde Kanzleramtsminister Thorsten Frei (links) von den Furtwanger Schülern verabschiedet. Als Abschiedsgeschenk erhielt Frei, wie man sieht, einen Hoodie aus der neuen Kollektion der Robert-Gerwig-Schule.

Stefan Heimpel
  • Podiumsdiskussion beim Sommerfest der Robert-Gerwig-Schule in Furtwangen mit Thorsten Frei.
  • BK1-Schüler stellten Fragen zu Rente, Energiepreisen und Auslandseinsätzen der Bundeswehr.
  • Frei räumte ein, 2014 für die Rente mit 63 gestimmt zu haben, was er heute für falsch hält.
  • Er verwies auf Prüfungen vor Einsätzen; Straße von Hormus sei für Deutschland wirtschaftlich relevant.
  • Frei bereitet den Auszug aus dem Kanzleramt vor, da er zum CDU-Fraktionschef im Bundestag gewählt wurde.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Ein besonderer Höhepunkt beim Sommerfest der Robert-Gerwig-Schule auf dem Marktplatz war am Samstagvormittag eine Podiumsdiskussion im Festzelt mit Thorsten Frei, der zu dem Zeitpunkt noch Kanzleramtsminister war.

Die Schüler des kaufmännischen Berufskollegs I (BK1) der Schule hatten für den Besuch des hohen Politikers Fragen vorbereitet, die er auch detailliert und sehr persönlich beantwortete. Es war ein besonderes Ereignis, dass sich der hiesige Bundestagsabgeordnete und Minister Thorsten Frei (CDU) für eine solche Diskussion zur Verfügung stellte. Aber Thorsten Frei ist regelmäßiger Gast in der Robert-Gerwig-Schule zu Gesprächen mit den Schülern und nahm daher auch gerne diese Einladung zu einer ungewöhnlichen Podiumsdiskussion an. Selbst im aktuellen Berliner Stress nahm er sich wieder diese Zeit. Denn aktuell muss er seinen Auszug aus dem Kanzleramt vorbereiten, nachdem der bisherige Kanzleramtsminister als neuer Fraktionschef der CDU im Bundestag nominiert worden war und inzwischen auch gewählt wurde.

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Auf dem Podium im Festzelt: Schüler des BK1 der Robert-Gerwig-Schule Furtwangen stellten Thorsten Frei, damals noch Kanzleramtsminister, im Rahmen des Sommerfestes sehr direkte Fragen. Im Frühjahr hatten sie bereits bei einer Berlinfahrt eine Gesprächsrunde mit Thorsten Frei.

Stefan Heimpel

Die Schüler des BK1 waren ihm allerdings nicht unbekannt. Denn im März hatte diese Klasse mit ihrer Lehrerin Ranka Pretzer-Korac bei ihrer Berlinfahrt auch dort eine Gesprächsrunde mit Thorsten Frei und einen Besuch im Bundestag. Auch diesen Austausch im Festzelt hatte Ranka Pretzer-Korac ausführlich vorbereitet.

Jugendliche hinterfragen Sinn von Auslandseinsätzen

Zehn Schüler der Klasse hatten dafür auf der Bühne Platz genommen und trugen ihre Fragen vor. Bei der Ankunft wurde der Politiker sowohl von Schulleiter Steve Richter als auch von der Klassenlehrerin begrüßt. Die Schüler hatten sehr direkte Fragen formuliert und Thorsten Frei beantwortete sie bereitwillig. Dazu gehörten Fragen zur Zukunft der Rentenversicherung ebenso wie eine Entlastung bei den hohen Energiepreisen. Es wurden aber auch heiße Eisen angesprochen, weshalb etwa die CDU für Auslandseinsätze der Bundeswehr stimme. Hier werde erst einmal geprüft, so Thorsten Frei, ob ein Einsatz sinnvoll ist.

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Die aktuellen Einsätze stünden gerade vor ihrem Ende. Aber beispielsweise sei bei der Region Iran die Öffnung der Straße von Hormus auch für Deutschland als Industrienation von wesentlicher Bedeutung. Deutschland müsse mit anderen gemeinsam Verantwortung übernehmen. Sehr persönlich war auch die Frage: Haben Sie schon mal im Laufe Ihrer politischen Laufbahn etwas mitabgestimmt, was Sie später bereut haben? Hier machte Thorsten Frei deutlich, dass es auch Fragen gebe, bei denen man im Sinne der Fraktion abstimmt, auch das sei Demokratie.

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Gut besucht war die Podiumsdiskussion im Festzelt der Robert-Gerwig-Schule Furtwangen am Samstagvormittag.

Stefan Heimpel

Aber es gab auch unter anderem eine Entscheidung, die er als falsch einstufte. 2014 hatte er für die abschlagsfreie Rente mit 63 gestimmt. Aber man hätte damals schon erkennen müssen, dass dies im Blick auf die Entwicklung der Rente nicht tragbar ist. Weitere Themen waren die Autobahnmaut (die er selbst für sinnvoll hält), der Abbau der Atomkraftwerke oder das Thema Minijob. Mit einem herzlichen Dank seitens der Schule und der Lehrer, aber auch mit reichlichem Applaus der vielen Zuhörer im Festzelt, wurde Thorsten Frei dann verabschiedet.

Was ist das BK1?

Das BK1 (Kaufmännisches Berufskolleg I) an der Robert-Gerwig-Schule in Furtwangen ist ein einjähriger Vollzeit-Bildungsgang. Er vermittelt kaufmännische Grundqualifikationen, vertieft die Allgemeinbildung und bereitet auf das Berufskolleg II sowie die Fachhochschulreife vor. Inhalte und Ablauf: ein Schuljahr im Vollzeitunterricht. Fächer: Betriebswirtschaftslehre, kaufmännische Steuerung, Übungsfirma, Wirtschaft und Informatik. Ziel: Vermittlung von Inhalten des ersten Ausbildungsjahres kaufmännischer Berufe.