Mehr Leben am Marktplatz: St. Georgener Marktpassage feiert 30. Geburtstag

Freuen sich über das 30-jährige Bestehen der Marktpassage: Aluan Cheikhi (hinten, von links) vom Deluxe Barbershop, Jorge Gomes vom Eiscafé Cristallo und Claudius Fichter sowie Sabine Fichter (vorne, von links) von Blickpunkt Brille und Madlen Schlak-Schäfer von der Buchhandlung Haas.
Helen MoserEinen runden Geburtstag feiert im September die St. Georgener Marktpassage – vor 30 Jahren wurde sie eröffnet. Als „Schmuckstück für das Stadtzentrum“, wie sie der damalige Bürgermeister Wolfgang Schergel bei der Vorstellung des Projekts im Technischen Ausschuss betitelte, sollte die Marktpassage den Marktplatz deutlich beleben.
Ihre Geschichte beginnt schon etwas früher, nämlich 1992. Der bundesweite Coop-Zusammenbruch traf damals auch die Bergstadt – und hinterließ einen großen Leerstand im Erdgeschoss des Gebäudes Am Markt 3, in welches der Lebensmittelmarkt nach der Stadtkernsanierung in den 1970er-Jahren eingezogen war. Fast drei Jahre blieben die Flecken in bester Lage mitten in der Stadt ungenutzt.
Entscheidende Schritte in Richtung Marktpassage ging man dann 1994. Unter Architekt Eckhard Brause begannen die Planungen. Die einfacher, aber wirkungsvolle Idee: Die großen Ladenflächen des Lebensmittelparks aufbrechen und in fünf kleinere Geschäfte unterteilen – allesamt angesiedelt an einer neu angelegten Einkaufspassage.
Keine längeren Leerstände
Geplant, im Frühjahr 1995 beschlossen, getan: In der St. Georgener Stadtmitte entstand die Marktpassage mit 115 Quadratmetern und einem Brunnen, den die Kunstschmiede Fattler aus Schönwald anfertigte. An den Durchgang angeschlossen sind fünf Ladengeschäfte mit einer Fläche von insgesamt rund 768 Quadratmetern Nutzfläche. Mit dem Eiscafé Cristallo direkt am Marktplatz erfüllte sich für viele ein langgehegter Traum, der die Innenstadt zusätzlich aufwerten sollte. Zudem zogen ein Schuhgeschäft, ein Optiker, ein Modeladen und ein Friseur ein.
In 30 Jahren hat sich die Belegung der Geschäfte geändert: Das Eiscafé Cristallo hat mittlerweile andere Betreiber als noch zu Anfang, zudem sind heute eine Buchhandlung, ein Barbershop, ein Imbiss, ein Nagelstudio und eine Bausparkasse in den Räumen zu finden. Nur der Blickpunkt Brille von Optik Fichter hält sich schon 30 Jahre in der Marktpassage, berichtet Inhaber Claudius Fichter im Gespräch.
Passage sorgt für Frequenz
Auch wenn es in der Marktpassage in den vergangenen Jahren einige Wechsel gab, „hatten wir eigentlich nie längere Leerstände“, erinnert sich Claudius Fichter. Erst vor wenigen Wochen zog die Buchhandlung Haas aus der Bahnhofstraße in die Marktpassage – und beendete damit einen kurzzeitigen Leerstand in der Marktpassage.

Untergebracht ist die Marktpassage im Gebäude Am Markt 3.
Foto: Helen MoserNach drei Jahrzehnten ist Claudius Fichters Fazit zur Marktpassage klar: Eine Belebung des Marktplatzes habe sie eindeutig gebracht. Auch wenn man in 30 Jahren an dieser Stelle auch einige schwere Zeiten durchgemacht habe, wie Sabine Fichter sagt: Corona und die Marktplatz-Baustelle vor der Tür seien da nur zwei Beispiele.
Auch daraus, dass es früher mehr gemeinsame Aktionen der Geschäfte in der Marktpassage gab, macht Claudius Fichter kein Geheimnis. „Das ist leider ein bisschen weniger geworden“, sagt er – hofft aber gleichzeitig, dass das 30-jährige Bestehen der Passage, zu dem diverse Aktionen geplant sind, vielleicht eine Entwicklung in die andere Richtung einläutet.
Und noch etwas lässt Claudius Fichter positiv in die Zukunft blicken: Die mittlerweile abgeschlossene Marktplatz-Sanierung bringe deutlich mehr Aufenthaltsqualität in die Stadtmitte – und damit auch Frequenz für die Geschäfte in der Marktpassage. „Man spürt schon jetzt, dass sich die Leute mehr auf dem Marktplatz aufhalten – und wenn die Ferien vorbei sind, wird sich das sicher noch verstärken“, meint Claudius Fichter.
30 Jahre Marktpassage – so wird gefeiert
Aktionswoche
Zum 30-jährigen Bestehen wird die Marktpassage nicht nur dekoriert – von Freitag, 12., bis Samstag, 20. September, veranstalten die ansässigen Geschäfte zudem eine Aktionswoche. Unter anderem sind diverse Rabattaktionen, kleine Überraschungen, ein Glücksrad und zwei Lesungen – eine für Erwachsene mit dem Hornberger Autor Elmar Langenbacher und eine für Kinder – geplant. Der Zeitraum der Aktionswoche ist nicht zufällig gewählt: Am Samstag, 13., und Sonntag, 14. September, – also während der Aktionswoche – findet das große St. Georgener Heugausfest statt. Am Sonntag, 14. September, lädt die katholische Kirchengemeinde zudem zum Fest um die Kirche.
