Landwirtschaft in Triberg
: Wolf und Biber bereiten Probleme

Die Tierarten stellen die Landwirte vor Herausforderungen. Abschussquoten und Umsiedlung standen bei der Hauptversammlung in Gremmelsbach zur Diskussion
Von
Reinhold Löttrich
Oberndorf
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Das Vorstandsteam des Ortsvereins Gremmelsbach mit dem Ortsvorsteher und den Kandidaten für die Bürgermeisterwahl (von links:) Beisitzer Georg Dieterle, Ortsvorsteher Helmut Finkbeiner, Kassierer Benjamin Hug, der stellvertretende Vorsitzende Richard Schwer, Kandidat Tomasz Stuka, Beisitzer Bernd Wernet, Vorsitzender Clemens Hug und Kandidat Sven Ketterer.

Reinhold Löttrich

Der Ortsverein Gremmelsbach des Badischen Landwirtschaftlichen Hauptverbandes (BLHV) hatte bei seiner Hauptversammlung nicht nur den Ortsverein Nußbach zu Gast, sondern auch die beiden Kandidaten für die Wahl des Triberger Bürgermeisters am Sonntag, 9. November, Tomasz Stuka und Sven Ketterer, die zum ersten Mal gemeinsam in der Öffentlichkeit auftraten.

Ketterer und Stuka stellten ihren persönlichen und beruflichen Werdegang vor und wurden zu ihren Einschätzungen und kommunalpolitischen Zielen befragt. Bernhard Kienzler beklagte die fehlende Wertschätzung für den Berufsstand und stellte die Frage, welche Möglichkeiten aus ihrer Sicht geeignet wären, die Bedeutung der Landwirtschaft angemessen zu würdigen.

Stuka schlug vor, bei den Kindern in der Schule anzusetzen und ihnen die Wirtschaftsweise und das Leben mit der Natur nahe zu bringen. Ketterer zeigte am Beispiel des Kindergartens St.Anna auf, wie der Nachwuchs selbst Kartoffeln erntet und auf diesem Weg die Bedeutung der Landwirtschaft kennenlernen. Er stellte Konzepte aus Schiltach mit Zuschüssen für die Weidetierhaltung oder die Bereitstellung von landwirtschaftlichen Geräten und Maschinen vor. Aus seiner Sicht wären auch Naturparkmärkte in Triberg oder auf einem Hof sinnvoll.

Kosten für Zäune

Großen Raum nahm die Diskussion über den Umgang mit Wolf und Biber ein. Beide Tierarten sind nach einhelliger Meinung der Anwesenden problematisch, da sie der Gesellschaft und speziell den Landwirten zunehmend Probleme bereiten. Neben dem bürokratischen Aufwand entstehen Kosten für Zäune, um das Vieh zu schützen. Hohe Schäden richte der Biber an, als Beispiel wurde der Klosterweiher in St. Georgen angeführt.

Um nicht weiter Steuergelder einsetzen zu müssen, wurden Abschussquoten und Umsiedlung diskutiert. Begründet wurde dies mit der Raumstruktur: dichte Besiedlung und ein dichtes Verkehrswegenetz würden sich nicht mit den Raumansprüchen von Wolf und Biber vertragen. Hug sprach sich für verstärkte Öffentlichkeitsarbeit gemeinsam mit der Stadt gegenüber Landratsamt und Landesregierung aus.

Ein weiteres brisantes Thema waren bürokratische Vorschriften für das Bauen im Außenbereich. So ist für ein neues Bauvorhaben ein Löschwassertank mit 30 000 Litern Inhalt im Abstand bis 300 Meter verpflichtend vorgeschrieben. Robin Bertsche kritisierte aus Sicht der Feuerwehr solche kaum zu erfüllenden Auflagen, obwohl einfachere Lösungen denkbar wären. Für Löschweiher sind die Besitzer verantwortlich, müssen aber eine Zufahrt sowie zwei Parkmöglichkeiten für Feuerwehrfahrzeuge vorhalten und sind zum Räumdienst verpflichtet. Helmut Finkbeiner meinte, dass man über das Ziel hinausschieße und den Anwohnern zuviel zugemutet werde. Ketterer sprach sich dafür aus, ein Konzept mit Stadt, Feuerwehr und Behörden zu entwickeln, um Bauvorhaben zu erleichtern.

Straßensanierung gefordert

Ein Dauerthema ist der Zustand der Straßen: So diskutierte die Versammlung über ein Investitionskonzept über fünf Jahre für die Verkehrswege. Da es für die Sanierung von Straßen keine Zuschüsse gebe, regte Ketterer an, den Straßenbelag mit Glasflies zu versehen; das werde als Investition eingestuft und sei zuschussfähig. In diesem Zusammenhang sprach Hubert Kaltenbach den Winterdienst an – geplant ist eine Pauschale für den Räumdienst, die das Bereitstellen von Personal und Maschinen vergütet.

Regularien

Aktivitäten
Clemens Hug berichtete über die Aktivitäten des Ortsvereins Gremmelsbach des Badischen Landwirtschaftlichen Hauptverbands (BLHV) und hob die Protestaktion in Triberg und das Jubiläumsfest zum 75 jährigen Bestehen vor zwei Jahren hervor. Solche Veranstaltungen seien für die Landwirte der Raumschaft von großer Bedeutung, da man sich mehr Gehör verschaffen müsse. Der Landwirtschaft komme in der Bevölkerung nicht die ihr zustehende Aufmerksamkeit zuteil. Ihre Funktion für die Naturlandschaft könne man nicht hoch genug einschätzen, da sie in überragender Weise Landschaftspflege betreibe und für den Erhalt der Natur- und Kulturlandschaft unersetzlich sei. Hug nannte als Beispiel die Haltung von Kühen in Weidehaltung, die zu Unrecht als klimaschädlich dargestellt werde, obwohl die Tierzahlen zurückgehen und bei dieser Wirtschaftsform Kohlendioxid gebunden werde. Im Anschluss folgte der Kassenbericht von Zita Echle, die einen positiven Stand vermelden konnte. Ortsvorsteher Helmut Finkbeiner dankte für die geleistete Arbeit. Die Wahlen verliefen reibungslos, und alle Gewählten wurden einstimmig, bei Enthaltung der zur Wahl stehenden Kandidaten, ins Amt gewählt. Hubert Kaltenbach als Beisitzer und Zita Echle als Kassiererin, die seit 1996 im Gremium war, standen nicht mehr zur Wahl.

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