Große Probleme am Klosterweiher
: Wie St. Georgen wegen gefräßiger Biber kämpft

Die Sorge um den Badesee in St. Georgen ist groß. Schuld daran ist ein eigentlich possierliches Tier. Man ringt um Lösungen, welche die Zukunft des Klosterweihers sichern wollen.
Von
(red/pm)
Oberndorf
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Schauen sich die Biberschäden ganz genau an: (von links) Limnologe Karl Wurm, Klaus Lachner, Bürgermeister Michael Rieger sowie die Landtagsabgeordneten Martina Braun, Andre Baumann und Frank Bonath.

Büro Frank Bonath

Staatssekretär und Landtagsabgeordneter Andre Baumann (Grüne) besuchte gemeinsam mit den Landtagsabgeordneten Martina Braun (Grüne) und Frank Bonath (FDP) den Klosterweiher in St. Georgen, um sich ein Bild von den erheblichen Problemen zu machen, die hier durch Biberaktivitäten verursacht werden.

Die von den Nagetieren errichteten Dämme beeinträchtigen den Zufluss von Frischwasser, was nicht nur zu deutlich höheren Wassertemperaturen im Klosterweiher, sondern auch zu einem sinkenden Sauerstoffgehalt und erhöhter Gefahr von Blaualgenbildung führt.

Rieger fordert Lösung

Um das Gewässer ökologisch in einem vertretbaren Zustand zu halten, ist mittlerweile der Betrieb von zwei großen Pumpen erforderlich, welche unter hohem Stromverbrauch den Weiher belüften – ein kosten- und energieintensiver Aufwand.

Andre Baumann betonte vor Ort: „Es ist unser Ziel, Naturschutz und die berechtigten Interessen der Kommunen in Einklang zu bringen. Die vorgetragenen Probleme nehmen wir ernst und werden gemeinsam mit den Fachbehörden nach praktikablen Lösungen suchen.“

Bürgermeister Michael Rieger machte deutlich: „Es kann nicht die Lösung sein, dass wir dauerhaft einen Naturbadesee mit Sauerstoff versorgen und hohe Energiekosten tragen müssen, weil uns die Frischwasserzufuhr gekappt wurde und sich am Biberbau der Wasserstand nicht merklich absenken darf, beziehungsweise um die Auswirkungen der Biberpopulation auszugleichen. Ohne eine funktionierende Frischwasserzufuhr wird der Klosterweiher langfristig nicht erhalten bleiben.“

Kurz vor dem Zufluss der Brigach in den Klosterweiher leben mehrere Biber. (Archivfoto)

Foto: Helen Moser

Bereits durchgeführte Maßnahmen wie Entschlammung und die momentane künstliche Belüftung seien nur ein Teil der Klosterweihersanierung und würden nicht die eigentliche Ursache des Problems beheben. „Es braucht endlich eine nachhaltige Lösung, die den Naturschutz mit der Nutzung des Weihers in Einklang bringt“, fordert Rieger.

Oft Blaualgenalarm

FDP-Landtagsabgeordneter Frank Bonath hatte sich bereits im Sommer des Problems angenommen. „Ich fand schon damals, dass das beauftragte Gutachten des renommierten Limnologen Karl Wurm von der Landesregierung nicht angemessen berücksichtigt worden sei.“ Auch Wurm war nun bei dem Termin anwesend.

Der Chemiker und Vorsitzende des örtlichen Angelvereins, Klaus Lachner, präsentierte eine detaillierte Statistik, die zeigt, wie sich Wassertemperatur und Sauerstoffgehalt durch die Biberaktivitäten in den vergangenen Jahren verändert haben. „Vor dem Auftauchen des Bibers gab es lediglich einmal, im Jahr 2003, ein Blaualgenproblem. Seitdem der Biber hier aktiv ist, ist das nahezu jedes Jahr der Fall“, so Lachner.

Braun: Es braucht ein Gleichgewicht

Martina Braun, Sprecherin der Grünen-Landtagsfraktion für Tierschutz, betonte: „Es muss uns gelingen, eine gute Balance zwischen Tierschutz, Naturschutz und Freizeitaktivitäten der Menschen hinzukriegen. Es ist entscheidend, dass wir Lösungen finden, die sowohl den Schutz der Biberpopulation als auch die berechtigten Interessen der Kommunen berücksichtigen. Ich stehe seit Jahren mit dem Regierungspräsidium in der Sache in Kontakt, und die damalige Regierungspräsidentin Bärbel Schäfer war ebenfalls hier vor Ort, um sich ein Bild der Situation zu machen.“

Bonath will nicht locker lassen

Rieger machte deutlich: Der Weiher müsse eine direkte und gesicherte Frischwasserzufuhr bekommen, was im Gutachten ebenfalls gefordert wurde. Frank Bonath versprach: „Ich werde bei diesem Thema nicht lockerlassen. Die Landesregierung muss endlich Verantwortung übernehmen.“

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