„Können das nicht mehr tolerieren“: Graffitis und Vandalismus in St. Georgen – Stadt greift durch

Im Mai 2025 wurde die Tiefgarage eröffnet – nun, gut ein Jahr später, ist sie bereits mit Schmierereien verunstaltet. Stadtverwaltung und Gemeinderat haben auf Hinweise auf den Täter eine Belohnung ausgesetzt.
Helen Moser- Stadt St. Georgen setzt 500 Euro Belohnung für Hinweise auf Graffiti-Verursacher aus.
- Auslöser sind Schmierereien an der neuen Tiefgarage sowie weitere Sachbeschädigungen.
- Bürgermeister Rieger: Kameras sind keine Option – Stadt bittet daher um Hinweise.
- Bei Ermittlung des Täters will die Stadt sofort Anzeige erstatten, ohne Ausnahme.
- Rieger kritisiert rücksichtsloses Verhalten, das öffentliche Investitionen entwerte.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Ein Stück weit ist es eine „Verzweiflungstat“, bekennt Bürgermeister Michael Rieger im Gespräch mit unserer Redaktion. Und ja, sicherlich werde die Entscheidung nicht bei allen gut ankommen – bei Weitem nicht. Doch irgendwie müsse man versuchen, die Lage unter Kontrolle zu bringen. Denn immer wieder wird in der Bergstadt öffentliche Infrastruktur beschädigt.
Fett, das kürzlich einfach im Treppenhaus der neuen Tiefgarage verschüttet wurde, ist da nur die Spitze des Eisbergs, wie Bürgermeister Rieger berichtet. Er erzählt auch von zerstörten Sitzbänken und von einer nächtlichen Mopedfahrt mitten durch den eben erst neu gestalteten Außenbereich des Roten Löwen.
Immer wieder parken darüber hinaus Autos auf dem neu gestalteten Marktplatz – oder nutzen ihn einfach gleich als Abkürzung. Ein einstiger Brunnen im Stadtgarten ist mittlerweile mit Blumen bepflanzt – aus der Not heraus: Zuvor sei der Brunnen montagmorgens stets voller Müll gewesen, bedauert Rieger. Auch einer der Eingangsbereiche zur Tiefgarage ist – nur gut ein Jahr nach der Eröffnung – schon wieder mit Graffitis verunstaltet.
Stadt setzt Belohnung aus
In Bezug auf diese Graffitis möchte die Stadt nun durchgreifen. Daher ist für Hinweise auf den Verursacher eine Belohnung von 500 Euro ausgesetzt, wie Bürgermeister Rieger gegenüber unserer Redaktion berichtet. Das habe der Gemeinderat so beschlossen.
Im Rathaus hat man die Hoffnung, so an den Missetäter zu kommen. Auf anderem Weg sind die Handlungsmöglichkeiten begrenzt, wie Rieger erklärt. „Wir kommen anders nicht weiter.“ So seien zum Beispiel Überwachungskameras keine Option. „Wir dürfen da keine Kameras installieren. Das geht nur an Kriminalitätsschwerpunkten“ – und eben das ist die St. Georgener Stadtmitte nicht. „Wir sind zur Untätigkeit gezwungen“, sagt Rieger.
Rieger appelliert: Rücksicht nehmen
Ganz will das die Stadt aber nicht akzeptieren – und versucht es nun mit der Bitte um Hinweise. Sollte der Graffiti-Schmierer so gefunden werden, „werden wir sofort Anzeige erstatten“, betont Rieger – ohne Ausnahme.
„Das ist einfach ein Fehlverhalten der Menschen. Und dafür sind wir als Stadt nicht zuständig“, sagt der Bürgermeister. Grundsätzlich müsse sich jeder selbst überlegen, wie er sich verhalten wolle – doch wenn es um das öffentliche Eigentum geht, sieht sich die Stadt jetzt offenbar gezwungen, härter durchzugreifen.

Autos sind auf dem Marktplatz eigentlich tabu – doch immer wieder nutzen Verkehrsteilnehmer den Platz dennoch. (Archivfoto)
Helen Moser„Wir können das nicht tolerieren“, sagt Bürgermeister Rieger – vor allem nicht dann, wenn die Stadt viele Millionen Euro in die Hand nimmt, um Marktplatz, Tiefgarage und Co. attraktiver zu gestalten. Dass das mit solch rücksichtslosem Verhalten quittiert werde, sei inakzeptabel. Und unverständlich, findet Rieger: „Haben wir denn gar keinen Respekt mehr vor unseren Mitmenschen?“
Natürlich, weiß auch der Bürgermeister, sei es nur ein ganz kleiner Teil der Bevölkerung, der sich danebenbenimmt. „Es gibt überall die Verantwortungsvollen und die weniger Verantwortungsvollen“, sagt Rieger. Doch umso weniger könne man das Fehlverhalten einzelner dulden. Denn letztendlich gehe es zulasten aller.



