Kläranlage in Gütenbach: Höhere Förderung durch Verzögerung

Im Sommer 2025 machte sich der Gemeinderat vor Ort ein Bild vom Zustand der Gütenbacher Kläranlage. Mittlerweile ist deren Sanierung in Planung. (Archivfoto)
Gemeindeverwaltung Gütenbach- Gütenbach plant die Sanierung der Kläranlage, um Phosphor und Stickstoff besser zu entfernen.
- Kosten liegen bei rund 846.000 Euro brutto – der Zuschussantrag wurde fristgerecht gestellt.
- Durch höheren Gebührensatz steigt die Förderung auf 37,4 Prozent, etwa 315.000 Euro.
- Abwassergebühren sollen um ca. 0,26 Euro je Kubikmeter steigen, zuvor waren 0,34 Euro erwartet.
- Umbau des Emscherbrunnens zur Denitrifikation bis 2028, Abschluss der Modernisierung bis 2032.
Die Zusammenfassung wurde von einer generativen künstlichen Intelligenz erstellt.
Noch einmal beriet der Gütenbacher Gemeinderat über die Sanierung der Kläranlage, die Anfang des Jahres bereits beschlossen wurde. Nun wurden die aktuellen Kostenberechnungen vorgestellt und in der Folge nach Zustimmung des Gemeinderates fristgerecht noch zu Ende September der Zuschussantrag gestellt. Dabei fällt die Förderung voraussichtlich höher aus als ursprünglich berechnet.
Bei der Kläranlage ist dringend eine Verbesserung der Reinigungsleistung vor allem bei Phosphor und Stickstoff notwendig, um die Effizienz zu steigern und umweltrechtliche Vorgaben zu erfüllen. Entsprechend den Planungen der Bit-Ingenieure soll der bestehende Emscherbrunnen, aktuell das Vorklärbecken, umgebaut werden. Damit soll die hohe Nitrat-Belastung des Abwassers reduziert werden. Zu viel Nitrat (Stickstoff) kann zu Sauerstoffmangel im Gewässer führen und über das Grundwasser auch für den Menschen schädlich werden.
Im Vorjahr gab es bereits eine grobe Kostenschätzung über 690.000 Euro, mit der bereits im vergangenen Jahr ein Zuschussantrag gestellt wurde. Doch aus Gründen der Planung wurde der Antrag zurückgezogen und jetzt im September neu gestellt. Man rechnet jetzt mit Kosten von knapp 850.000 Euro.
Die Höhe der Förderung hängt wesentlich von den aktuell gültigen Gebühren für die Bürger ab. Ursprünglich war man von einer Förderung von 28 Prozent ausgegangen. Am 1. Januar war die Abwassergebühren von 3,30 Euro auf 4,06 Euro angestiegen. Doch durch die Verschiebung kam für den erneuten Antrag der höhere Gebührensatz zum Tragen, und die Förderung stieg auf 37,4 Prozent und damit von ursprünglich berechneten 237.000 Euro auf 315.000 Euro.
Bauprojekt muss über Gebühren finanziert werden
Ein solch großes Bauprojekt bei der Abwasserentsorgung muss dann wieder über die Gebühren-Kalkulation finanziert werden und führt dadurch zu einer Gebührenerhöhung. Durch den höheren Zuschuss werden laut Schätzung die Abwassergebühren um etwa 0,26 Euro je Kubikmeter steigen. Bei dem niedrigeren Fördersatz vom vergangenen Jahr wäre die Gebühr für das Abwasser, die aktuell 4,06 Euro beträgt, voraussichtlich sogar um dann 0,34 Euro je Kubikmeter gestiegen. Nach den aktuellen Berechnungen in den Planungsunterlagen liegen die Gesamtkosten bei 846.000 Euro brutto abzüglich des oben genannten Zuschusses. Für die technische Ausrüstung fallen 396.000 Euro an und für die Ingenieurbauwerke 309.000 Euro zuzüglich 141.000 Euro Gesamt-Planungskosten.
In der Juli-Sitzung des Gemeinderates war der Fortschritt der Planungen zur Kläranlagenmodernisierung vorgestellt worden, die bis 2032 abgeschlossen sein soll. Ingenieur Hooman Frühling von den Bitingenieuren in Freiburg erläuterte die Notwendigkeit der Verbesserung der Reinigungsleistung, insbesondere im Hinblick auf Stickstoff- und Phosphoremissionen, die durch frühere Gutachten angeregt wurden. Es wurde ein Umbau der Kläranlage in mehreren Phasen vorgeschlagen, um die Effizienz zu steigern und umweltrechtliche Vorgaben zu erfüllen.
Belastung des Abwassers mit Nitrat im Blick
In der Sitzung wurde dann auch das Büro Bit-Ingenieure beauftragt, die Genehmigungsplanung zu erstellen, mit der jetzt die Gemeinde Gütenbach den neuen Förderantrag gestellt hat. Im Zentrum der aktuellen Arbeiten, die bis 2028 abgeschlossen sein sollen, steht die Planung für den Umbau des bestehenden Emscherbrunnens, aktuell als Vorklärbecken genutzt, zu einer Denitrifikationsstufe. Die hohe Belastung des Abwassers mit Nitrat soll deutlich reduziert werden.
Zu viel Nitrat, also Stickstoff, lässt Algen massenhaft wachsen, was in der Folge zu Sauerstoffmangel führt und damit zu Fischsterben. Außerdem kann das Nitrat ins Grundwasser gelangen und damit auch für den Menschen schädlich werden. Im Denitrifikationsbecken wird durch Bakterien das Nitrat zu gasförmigem Stickstoff, einem wesentlichen Bestandteil der Luft, umgewandelt. Die größte Quelle von Nitrat-Stickstoff im Abwasser sind Harnstoff aus Fäkalien und Eiweißverbindungen.
Emscherbrunnen reicht gut für den Bedarf aus
Dabei wurde festgestellt, dass der bestehende Emscherbrunnen gut für den Bedarf in Gütenbach ausreicht. Die Hälfte dieses Bauwerks kann dann sogar noch für andere Zwecke wie die Ablagerung von Zentrat oder auch als Reservebecken beispielsweise bei hoher Belastung oder Wartungsarbeiten dienen. Das Denitrifikationsbecken muss mit entsprechenden Regelwerken und Lüfter ausgestattet werden. Dabei entsteht auch mehr Überschussschlamm, der dann zwischengelagert und abtransportiert wird. Die bestehenden Betonbauwerke sollen gleichzeitig saniert werden. Für diese Arbeiten sind im Haushalt 2026 bis 2029 verschiedene Mittel eingeplant.

