Millionenprojekt Kläranlage: Gütenbach unternimmt nächsten Schritt zur Modernisierung

Im Sommer 2025 machte sich der Gemeinderat vor Ort ein Bild vom Zustand der Gütenbacher Kläranlage. Mittlerweile läuft die Planung, um sie zu modernisieren. (Archivfoto)
Gemeindeverwaltung Gütenbach- Gütenbach plant die Modernisierung der Kläranlage – Abschluss ist bis 2032 vorgesehen.
- Zentrale Maßnahme: Umbau des Emscherbrunnens zur Denitrifikationsstufe bis 2028.
- Ziel ist weniger Nitrat im Abwasser, um Algenwuchs und Sauerstoffmangel zu verhindern.
- Genehmigungsplanung startet, Förderantrag soll bis 30. September eingereicht werden.
- Förderquote steigt von 27 auf 29 Prozent, Gebühren könnten dennoch anziehen.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
In der Sitzung des Gemeinderates wurde der Fortschritt der Planungen zur Kläranlagenmodernisierung vorgestellt, die bis 2032 abgeschlossen sein soll. Ingenieur Hooman Frühling von den Bit-Ingenieuren in Freiburg erläuterte die Notwendigkeit von Maßnahmen, um die Reinigungsleistung zu verbessern, insbesondere im Hinblick auf Stickstoff- und Phosphoremissionen, die durch frühere Gutachten angeregt wurden.
Es wurde ein Umbau der Kläranlage in mehreren Phasen vorgeschlagen, um die Effizienz zu steigern und umweltrechtliche Vorgaben zu erfüllen. Der nächste Schritt ist jetzt, in die Genehmigungsplanung zu gehen und dann den Förderantrag bis Ende September zu stellen. Vor einem Jahr wurde bereits ein Förderantrag gestellt, der dann aber wieder zurückgezogen wurde, da die vorliegenden Planungen für die Antragstellung nicht ausreichten.
Nun liegen die entsprechenden Zahlen vor und die Bit-Ingenieure können die Genehmigungsplanung fertigstellen, sodass die Gemeinde rechtzeitig zum 30. September den Förderantrag stellen kann.
Zu viel Nitrat lässt massenhaft Algen wachsen
Im Zentrum der aktuellen Maßnahme, die bis 2028 abgeschlossen sein soll, steht die Planung für den Umbau des bestehenden Emscherbrunnens, aktuell als Vorklärbecken genutzt, zu einer Denitrifikationsstufe. Hier soll die hohe Belastung des Abwassers mit Nitrat deutlich reduziert werden. Zu viel Nitrat (Stickstoff) lässt Algen massenhaft wachsen, was in der Folge zu Sauerstoffmangel führt und damit zu Fischsterben. Außerdem kann das Nitrat ins Grundwasser gelangen und damit auch für den Menschen schädlich werden.
Emscherbrunnen deckt den Bedarf
Im Denitrifikationsbecken wird durch Bakterien das Nitrat zu gasförmigem Stickstoff, einem wesentlichen Bestandteil der Luft. Die größte Quelle von Nitrat-Stickstoff im Abwasser sind Harnstoff aus Fäkalien und Eiweißverbindungen. Dabei wurde festgestellt, dass der bestehende Emscherbrunnen gut für den Bedarf in Gütenbach ausreicht. Die Hälfte dieses Bauwerks kann dann auch für andere Zwecke wie die Ablagerung von Zentrat oder auch als Reservebecken beispielsweise bei hoher Belastung oder Wartungsarbeiten dienen.
Je höher die Gebühren, desto höher der Zuschuss
Das Denitrifikationsbecken muss mit entsprechenden Regelwerken und Lüftern ausgestattet werden. Dabei entsteht auch mehr Überschussschlamm, der dann zwischengelagert und abtransportiert wird. Die bestehenden Betonbauwerke sollen gleichzeitig saniert werden. Für diese Maßnahmen sind im Haushalt 2026 bis 2029 verschiedene Mittel eingeplant, gemeinsam mit einer erwarteten Investitionsneigung von 186.000 Euro. Der Prozentsatz dieser Förderung ist unterschiedlich und wird nach den Abwassergebühren ermittelt: Je höher die Gebühren bereits sind, desto höher der Zuschuss. Durch den erneuten Antrag ein Jahr später steigt der Zuschuss dadurch von 27 auf 29 Prozent. Damit ist aber auch deutlich, so die Gemeinderäte, dass durch solch hohe Investitionen auch die Abwassergebühren wieder steigen werden.
Der Gemeinderat beauftragte die Verwaltung, den entsprechenden Förderantrag rechtzeitig zu stellen. Gleichzeitig wird die weitere Planung in der nächsten Sitzung im September beraten, wenn dann auch nach der fertigen Genehmigungsplanung erste Kostenschätzungen vorliegen.