Bürgermeisterin vereidigt
: Lisa Hengstler schmiedet neue Pläne für Gütenbach – trotz leerer Kassen

Für Gütenbachs Bürgermeisterin hat die zweite Amtszeit begonnen. Sie habe bereits deutliche Spuren hinterlassen, sagte ihr Stellvertreter. Einen Festakt hält sie für unangebracht.
Von
Hans-Jürgen Kommert
Oberndorf
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Gütenbachs Bürgermeisterin Lisa Hengstler legt den Amtseid vor ihrem ersten Stellvertreter Jörg Markon ab. Für sie hat die zweite Amtszeit begonnen.

Hans-Jürgen Kommert

Ungewöhnlich begann die jüngste Sitzung des Gemeinderats Gütenbach. Obwohl Bürgermeisterin Lisa Hengstler anwesend war, blieb es ihrem Ersten Stellvertreter Jörg Markon vorbehalten, die Sitzung zu eröffnen.

Grund war die Vereidigung und Verpflichtung der Bürgermeisterin zur zweiten Amtszeit. Lisa Hengstler war bei der Wahl am 7. Dezember 2025 erneut zur Bürgermeisterin des Dorfes gewählt worden. Eigentlich hat ihre Amtszeit bereits am 1. März begonnen.

Die Bürgermeisterin ist zu Beginn ihrer Amtszeit von einem vom Gemeinderat aus seiner Mitte gewählten Mitglied – in diesem Falle dem Ersten Bürgermeister-Stellvertreter Jörg Markon – in öffentlicher Sitzung im Namen des Gemeinderates zu verpflichten, wie es die Gemeindeordnung vorgibt.

Lisa Hengstler wurde mit großer Mehrheit zur Bürgermeisterin der Gemeinde Gütenbach gewählt. Die Wahl wurde von der Rechtsaufsicht geprüft. Mit Bescheid vom 30. Dezember 2025 wurde festgestellt, dass die Wahl gültig ist.

Angespannte Haushaltslage

Auf Wunsch der Bürgermeisterin Hengstler erfolgte die Vereidigung und Verpflichtung zu Beginn der ersten Sitzung ohne besonderen Festakt. Aufgrund der angespannten Haushaltslage und die für Mai geplanten Feierlichkeiten zur Einweihung des Gemeindezentrums erscheine es ihr angebracht, weniger den Beginn der zweiten Amtszeit zu feiern, als die Energie in den Festakt dieses wichtigen Gemeinschaftsprojektes zu investieren.

Viele Leuchtturmprojekte

Nach erfolgter Vereidigung und Verpflichtung verwies Markon auf viele Leuchtturmprojekte der ersten Amtszeit Hengstlers. Sie habe bereits deutliche Spuren hinterlassen – das erste Großprojekt sei die Komplettsanierung der Mehrzweckhalle gewesen. Breitbandausbau, die Erschließung eines neuen Baugebiets, das Bürgerbeteiligungsprojekt „Wir lassen die Zukunft im Dorf“, die Gütenbacher Hobbytage, der Senioren-Mittagstich , die jahreszeitliche Gestaltung des Ortskerns durch engagierte Bürger und die entstehende Nachbarschaftshilfe seien entstanden.

Eine Gewerbeschau bewies, dass sich das Dorf nicht verstecken müsse. Nicht zuletzt erwähnte Markon das Großprojekt „Gemeindezentrum“, das Feuerwehr und Rathaus vereinigt.

Das hat sie vor

Heutzutage müsse man froh sein, wenn sich ein „Profi“ auf eine zweite Amtszeit einlasse. Die Bürgermeisterin erwartet eine leere Kasse (die Kommunalaufsicht hat zwar den Haushalt genehmigt, jedoch mit strengsten Auflagen), dennoch habe sie sich auch Ziele für die nächsten acht Jahre gesetzt.

Als Beispiele führte er die Generalsanierung des Schul- und Kindergartengebäudes, den Erhalt des Dorfcafés, die Sanierung und Umnutzung des alten Rathauses, die Sicherung der Infrastruktur inklusive der Kläranlage, die Stärkung des sozialen Zusammenlebens, die Etablierung eines Feierabendhocks und die Sicherung der Nahversorgung an. Und dann überreichte er Lisa Hengstler originale Amtskette.

Lisa Hengstler erklärte, dass jeder bisher investierte Euro gut angelegt sei. Nun sei ihr Anliegen zunächst, die Gemeindefinanzen zu konsolidieren. Für sie sei die anstehende Einweihung des Gemeindezentrums der Höhepunkt des Jahres. Das Faller-Jubiläum sei eingebunden in einen Naturparkmarkt und das Oktoberfest der Fußballer. „Wir haben eine starke Dorfgemeinschaft, die durch solche Feste weiter gestärkt wird“, betonte sie abschließend.

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