Jetzt sind alle gefragt
: Triberg kämpft um den Erhalt des Waldsportbads

Damit das Freibad erhalten bleibt, muss die Stadt andere Projekte verschieben – und setzt nun auf ganz konkrete Unterstützung der Bürger.
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(red/pm)
Triberg
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Waldsportbad Triberg

Hier haben Generationen das Schwimmen gelernt. Ob das Waldsportbad in Triberg eine Zukunft hat, hängt auch vom Engagement der Bürger ab. (Archivfoto)

Christel Börsig-Kienzler
  • Triberg will das Waldsportbad erhalten, doch nötige Sanierung macht Verschiebungen nötig.
  • Gesundheitsamt verlangt neue Beckenfolie und Beckenkopf, Kosten über 110.000 Euro unklar.
  • Straßensanierungen und Toilettenprojekte in Nußbach und Gremmelsbach werden verschoben.
  • Betrieb verursacht jährlich rund 250.000 Euro Defizit – Eintrittspreise steigen nächste Saison.
  • Stadt gründet Förderverein: Gründungsversammlung am Freitag, 28. August, 17 Uhr im Bad.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Es gibt Orte, die weit mehr sind als nur eine Freizeiteinrichtung. Das Triberger Waldsportbad ist ein solcher Ort. Generationen von Kindern haben hier schwimmen gelernt, Familien unzählige Sommertage verbracht und viele Bürger verbinden mit dem Waldsportbad persönliche Erinnerungen. Es gehört zu Triberg – genau deshalb setzt die Stadt alles daran, diesen besonderen Ort auch für die Zukunft zu erhalten. Doch der Erhalt hat seinen Preis, schreibt die Stadt in einer Pressemitteilung.

Nach einer eindeutigen Auflage des Gesundheitsamtes müssen der Beckenkopf sowie die Beckenfolie im Schwimmerbecken erneuert werden. Nur so kann der sichere und hygienisch einwandfreie Badebetrieb gewährleistet werden. Gleichzeitig ist bisher nicht vollständig absehbar, welche Betonschäden sich unter der Folie verbergen. Erst nach deren Rückbau wird der Sanierungsumfang sichtbar – und damit auch die Kosten.

Schon jetzt steht fest, dass die bisher kalkulierten rund 110.000 Euro für die Erneuerung der Folie allein nicht ausreichen werden. Erschwerend kommt hinzu, dass im laufenden Haushalt keine Mittel für eine solche Maßnahme eingestellt sind. Der Gemeinderat habe ausführlich über eine Lösung diskutiert und auch eine gefunden – die direkt nach Ende der diesjährigen Badesaison erfolgen soll, damit das Waldsportbad zur nächsten Saison uneingeschränkt zur Verfügung stehe, heißt es weiter.

Straßensanierungen müssen warten

Gemeinderat und Verwaltung stehen klar hinter dem Erhalt des Waldsportbads. Es seien jedoch „schmerzhafte Verschiebungen bei anderen Vorhaben“ notwendig. So werden unter anderem Straßensanierungen in Triberg in Höhe von 65.000 Euro sowie die Sanierung öffentlicher Toilettenanlagen in den Ortsteilen Nußbach in Höhe von 55.000 Euro und Gremmelsbach in Höhe von 45.000 Euro auf einen späteren Zeitpunkt verschoben.

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Kernstadt und Ortsteile betroffen

Kernstadt und Ortsteile leisten damit gleichermaßen einen Beitrag zum Erhalt des Bads. Zugleich bestehe keine Gewähr, dass die verschobenen Maßnahmen im Folgejahr umgesetzt werden können. Die Stadt bekenne sich klar zum Waldsportbad. „Gleichzeitig müssen wir offen aussprechen, dass der Betrieb jährlich ein Defizit von rund 250.000 Euro verursacht“, heißt es weiter. Hinzu kommen erhebliche Investitionen, die bereits in den vergangenen Jahren notwendig waren. Allein zwischen 2024 und 2026 wurden rund 160.000 Euro in die technische Erneuerung und den Erhalt investiert – weitere Maßnahmen werden folgen müssen. Diese Verantwortung könne die Stadt dauerhaft nicht allein tragen. 

Gleichzeitig zeigten die Besucherzahlen, dass das Potenzial des Bads noch nicht  ausgeschöpft ist. Jetzt brauche es ein gemeinsames Bekenntnis aller, damit das Waldsportbad auch künftig ein Ort der Begegnung, der Erholung und der Lebensfreude bleiben kann.

Eintrittspreise steigen

Für die kommende Saison ist daher eine Anpassung der Eintrittspreise vorgesehen. Überdies soll ein Förderverein für das Waldsportbad gegründet werden. Bürgermeister Sven Ketterer hat sich bereit erklärt, den Vorsitz des Fördervereins in der Gründungsphase zu übernehmen und den Verein aktiv beim Aufbau zu begleiten. Auch Mitglieder des Gemeinderats sowie Mitarbeiter der Stadtverwaltung haben bereits ihre Unterstützung zugesagt. Damit soll von Beginn an deutlich werden: Der Erhalt des Waldsportbads ist eine Gemeinschaftsaufgabe.

Der Förderverein soll das Waldsportbad ideell, finanziell und durch tatkräftiges Engagement unterstützen. Ziel ist es, zusätzliche Mittel einzuwerben, Projekte anzustoßen und Veranstaltungen zugunsten des Waldsportbads zu organisieren. So ist beispielsweise vorgesehen, dass der Erlös des beliebten 12-Stunden-Schwimmens künftig vollständig dem Erhalt des Bads zugutekommt.

Gründungsversammlung am 28. August

Zur Gründung des Fördervereins lädt Sven Ketterer alle Interessierten, Vereine, Unternehmen sowie Freunde des Waldsportbads ein. Die Gründungsversammlung findet am Freitag, 28. August, 17 Uhr im Waldsportbad statt. „Jetzt ist Triberg gefragt. Die Stadt wird ihren Beitrag leisten. Der Gemeinderat übernimmt Verantwortung. Doch der dauerhafte Erhalt unseres Waldsportbades gelingt nur gemeinsam“, wird Sven Ketterer zitiert. Er ruft deshalb alle Bürger, Vereine, Unternehmen und Freunde unseres Waldsportbads auf, Teil dieses gemeinsamen Weges zu werden.

Wer sich bereits im Vorfeld informieren oder seine Unterstützung signalisieren möchte, kann sich per E-Mail an waldsportbad@triberg.de oder per Telefon an 07722/953-0 melden.

Besuchermagnet

Regelmäßig verzeichnet das Waldsportbad mehr als 20.000 Besucher pro Saison. Im vergangenen Jahr wurden 20.378 Gäste gezählt, im Vorjahr waren es 18.326, da das Bad infolge der Sanierung des Nichtschwimmerbeckens erst am 6. Juli in die Saison starten konnte.