Gemeinderat Triberg
: Stadtwald schreibt schwarze Zahlen – Sonderhieb bleibt aber umstritten

Der Stadtwald erwirtschaftet dank guter Holzpreise Gewinne. Doch die Forstexperten warnen vor kurzfristigem Denken und mahnen zum langfristigen Waldumbau.
Von
Hans-Jürgen Kommert
Triberg
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Revierförster Uwe Klein (Mitte links) und der stellvertretende Forstamtsleiter Matthias Schupp (rechts daneben) geben im Gemeinderat den Forstbericht des Vorjahres zur Kenntnis.

Revierförster Uwe Klein (Mitte links) und der stellvertretende Forstamtsleiter Matthias Schupp (rechts daneben) geben im Triberger Gemeinderat den Forstbericht des Vorjahres zur Kenntnis.

Hans-Jürgen Kommert
  • Stadtwald Triberg schreibt Gewinne, doch Forstexperten warnen vor kurzfristigem Denken.
  • Einschlag lag bei 2756 Festmetern, die „zufällige Nutzung“ fiel ungewöhnlich gering aus.
  • Gute Holzpreise führten zu rund 54.000 Euro Betriebsergebnis – hohe Kosten durch Seilkran.
  • Im laufenden Jahr: Begrenzung auf Planmenge, vorsichtige Erwartung von etwa 46.000 Euro.
  • Sonderhieb bleibt umstritten, da Vorräte nach früheren Mehrentnahmen gesunken sind.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Eine außergewöhnlich lange Sitzung des Gemeinderats Triberg begann, nach Bekanntgabe von Beschlüssen aus nicht öffentlicher Sitzung, mit dem Forstbericht 2025. Diesen stellte Revierleiter Uwe Klein gemeinsam mit seinem Vorgesetzten Matthias Schupp vor, dem stellvertretenden Leiter des Kreis-Forstamts.

Seit 2023 gilt der neue Forsteinrichtungsplan, der eigentlich einen Holzeinschlag von 2600 Festmetern vorsieht – vollzogen wurde im Jahr 2025 mit 2756 Festmetern geringfügig mehr. Und das, obwohl die „zufällige Nutzung“, die durch Kalamitäten wie Borkenkäfer und Schnee- oder Sturmbruch mit 53 Festmetern so gering war wie seit Jahren nicht mehr.

Klein zeigte auf, dass in den Vorjahren teilweise gar kein Gewinn erzielt worden sei, da die Aufarbeitung des Kalamitätsholzes teurer war als der Erlös – vor allem auch deshalb, weil europaweit extreme Holzmengen vorhanden waren. Dies führte bei hervorragenden Holzpreisen zu einem Betriebsergebnis von gut 54 000 Euro. Das Ergebnis war durch den Einsatz des Seilkrans beeinflusst, der in Steillagen eingesetzt werden musste. Auch seien Jungbestandspflegemaßnahmen auf größerer Fläche angefallen. Dazu waren kostenintensive Verkehrssicherungsmaßnahmen notwendig.

Im laufenden Jahr wolle er den Einschlag auf die vereinbarte Menge beschränken, dennoch erwarte er, so Klein, ein Ergebnis von etwa 46.000 Euro – sehr zurückhaltend gerechnet. Dabei sei die Bestandspflege erneut mit rund 23.000 Euro ein großer Kostenfaktor.

Dazu stellten die beiden Forstmänner das Jahresthema vor:  „Wohin fließt das Holz aus dem Triberger Stadtwald?“ Überraschend war dabei die Tatsache, dass der größte Abnehmer nicht das heimische Unternehmen Finkbeiner war, sondern die Eisenbacher Sägerei Zipfel, spezialisiert auf Massivhölzer bis 16 Meter Länge bei teils großen Querschnitten. Ebenfalls ein guter Kunde sei die Firma Echtle aus Nordrach, die auch Hölzer mit großen Durchmessern verarbeiten könne.

„Das hat irgendwann Grenzen“

Die erste Frage kam von Bürgermeister Sven Ketterer: „Kann man aufgrund der angespannten Haushaltslage und der sehr guten Holzpreise vielleicht einen Sonderhieb einplanen?“ Dazu, so Klein, müsse man die Historie der Jahre 2003 bis 2012 betrachten. Schon damals habe man auf Wunsch von Bürgermeister und des Gemeinderat ein Jahrzehnt lang jährlich 20 Prozent über dem Mengenzuwachs entnommen. Daher seien die Vorräte deutlich zurückgegangen. „Das hat irgendwann Grenzen“, betonte er. Dennoch sei der Forst nicht kleinlich. Schupp gab dazu an, dass reine Nadelwälder nicht zukunftsfähig seien, man müsse aber schauen, wie man den Waldumbau gestalten könne.

Wald rechnet nicht in kurzen Zeiträumen

Klaus Wangler (CDU) fragte nach der Dauer, wann nachwachsende Bäume geschlagen werden können. „Zwischen 80 und 100 Jahren – der Wald rechnet nicht in kurzen Zeiträumen“, gab Klein zu bedenken. Eine Ernte sei teils mit rund 40 Jahren möglich. Schupp zeigte auf, dass wirtschaftlich eine Stärke von 50 Zentimetern und eine Höhe von 28 Metern Sinn machten. Klaus Wangler (FWV) bat darum, wenn möglich, Aussichtspunkte freizustellen, was laut Klein aber eher den Staatsforst betreffe. Sandra Sieber fragte nach den Kosten des Holzverkaufs: Das sei nach der Klage des Bundeskartellamts notwendig geworden, wie auch die Kosten für die Beförsterung, verdeutlichten die Forstleute, sie beliefen sich auf 1,80 Euro je Festmeter.

Ute Meier (SPD) wollte wissen, weshalb Buchen „schwierig“ seien. „Alte Buchen bringen nicht mehr genügend Wasser in die Äste, die dann austrocknen und brechen. Und da diese oft sehr dicken Äste in die Fahrbahnen ragen, müssen sie teuer entfernt werden. Im Bestand sind sie kein Problem“, wusste Klein. Alternativen könnten Ahorn oder Linde sein. „Bis wann werden wir einen stabilen Wald haben?“, fragte Rafael Kammerer (CDU). Man sei auf einem guten Weg, allerdings rechne er mit rund 70 bis 80 Jahren, so der Förster. Pflanzungen seien mit rund 15.000 Euro je Hektar teuer.

Bodenschutz im Blick

Schupp warnte vor Kahlhieben zur Wiederaufforstung. Die extreme Topografie verlange Bodenschutz, der durch solche Maßnahmen gefährdet werde. Reinhard Storz (CDU) bat darum, Waldumwandlungen im kleinen Rahmen großzügiger zu handhaben und den Ermessensspielraum zu nutzen.

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