Gastronom, Genussmensch, Musikliebhaber: St. Georgen trauert um Klimperkasten-Wirt Andy Reich

Andy Reich, hier im Jahr 2014 hinter der Theke des Hirsch-Imbiss in St. Georgen zu sehen, ist nun im Alter von 61 Jahren gestorben. (Archivfoto)
Kienzler- St. Georgen trauert um Andy Reich, Mitgründer und Wirt des Pubs Klimperkasten.
- Er starb am Sonntag im Alter von 61 Jahren – bekannt als Gastronom mit Leib und Seele.
- 1992 eröffnete er mit Bruder Uwe den Klimperkasten, später mit Biergarten und Hirsch-Imbiss.
- Er prägte das kulinarische Angebot, etwa mit dem „Klimper-Burger“, und blieb dabei bescheiden.
- Reich engagierte sich für Kultur und Geflüchtete und hinterlässt Frau, zwei Söhne und Enkelkinder.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Klimperkasten-Wirt Andy Reich ist tot. Der in St. Georgen und darüber hinaus bekannte Gastronom starb am vergangenen Sonntag im Alter von 61 Jahren. In der Bergstadt war der Villinger vor allem als Mitgründer und Wirt des Kult-Pubs Klimperkasten bekannt, das er vor mehr als 30 Jahren zusammen mit seinem Bruder Uwe Reich aus der Taufe hob.
Andy Reich war Gastronom mit Leib und Seele, der an seinem Platz am Herd bestens verortet war. „Er war gerne der Mann in der zweiten Reihe“, sagt Ekki Wetzel, ein enger Freund, der Andy Reich vor mehr als 30 Jahren „genau so kennengelernt“ hat, wie er sagt: Bei der Eröffnung des „Klimpers“, wie Gäste den Pub nennen, stand Andy Reich in der Küche, während sein Bruder Uwe Reich den Service schmiss.
Das war 1992, nachdem die Reich-Brüder den Entschluss gefasst hatten, sich mit einem Gastronomiebetrieb selbstständig zu machen, und auf dem Hirsch-Areal die für sie idealen Voraussetzungen vorfanden. Andy Reich hatte sein Handwerk zuvor in Bad Dürrheim erlernt und als angestellter Koch in diversen Hotel- und Restaurantküchen – auch in der Schweiz – verfeinert.
Klimperkasten erreicht schnell Kult-Status in St. Georgen
Mit dem Klimperkasten, urig eingerichtet mit vielen Gegenständen, welche die Reich-Brüder gesammelt oder geschenkt bekommen hatten, landeten die beiden einen Volltreffer. Dazu trugen auch die Speisen, die Andy Reich zubereitete, ihren Teil bei – allen voran der beliebte „Klimper-Burger“, der unter den Stammgästen Kult-Status genießt.
Schnell entwickelte sich das Bistro-Pub nach seiner Eröffnung zu einer angesagten Adresse in St. Georgen – das steigerte sich nur noch, als der Klimperkasten in den 2000er-Jahren um einen Biergarten erweitert wurde. Andy Reich baute das Angebot auf dem Hirsch-Areal vor gut zehn Jahren durch den Hirsch-Imbiss weiter aus. Zudem betrieb er einige Zeit die spanisch-mexikanische Tapas-Bar „El Rico“.
Bekannt und beliebt – und doch nur ungern im Mittelpunkt
So machte Andy Reich sich auch über die Bergstadt hinaus einen Namen. „Er war unheimlich bekannt und beliebt“, sagt Ekki Wetzel, „und überall ein gerne gesehener Gast“. So kam es auch, dass Andy Reich auf der Straße oft freudig angesprochen worden sei.
Und doch war der Gastronom nie einer, der sich in den Mittelpunkt drängte. „Er war der bescheidenste Mensch, den ich kenne, und gleichzeitig der großzügigste. Für ihn kamen immer alle anderen zuerst und er zuletzt“, sagt Ekki Wetzel. Er beschreibt Andy Reich zudem als „absoluten Familienmenschen“: „Wann immer jemand ein Problem hatte, war er zur Stelle.“
Vielfach engagiert um das Kulturangebot in der Bergstadt
„Er lebte ein bisschen nach dem Motto: ‚Tue Gutes und rede nicht darüber‘“, meint Ekki Wetzel in Anlehnung an das bekannte Sprichwort, an das sich Andy Reich eben nicht hielt. Hilfsbereit unterstützte er etwa Geflüchtete, die in dem zum Flüchtlingsheim umgebauten Hotel Hirsch beim Klimperkasten lebten.
Auch beim Musikfestival Bergstadtsommer trauert man um den Unterstützer erster Stunde. Denn Andy Reich war nicht nur Gründungsmitglied, sondern kümmerte sich auch viele Jahre um das Catering für Besucher und Künstler.
Und nicht nur in dieser Beziehung habe er sich um die Kultur in St. Georgen verdient gemacht, sagt Ekki Wetzel, der Andy Reich privat als großen Musikliebhaber und Genussmenschen beschreibt. Er hinterlässt seine Frau, zwei Söhne sowie mehrere Enkelkinder.
