Feuerwehren arbeiten zusammen: St. Georgen bündelt Kräfte mit weiteren Kommunen

Der etwa 1,7 Kilometer lange Sommerautunnel zwischen St. Georgen und Triberg – um den Brandschutz in ihm und weiteren Tunneln sicherzustellen, arbeiten mehrere Feuerwehren zusammen. (Archivfoto)
Feuerwehr Schiltach400 Meter von der Triberger Straße entfernt ist ein Zug im Sommerautunnel zwischen Triberg und St. Georgen wegen herabfallender Steine zum Stehen gekommen. Aus dem Triebfahrzeug dringt dichter Qualm. 40 bis 50 Personen sind zu retten – manche von ihnen sind nicht mehr gehfähig.
Es ist glücklicherweise nur ein Übungsszenario, zu dem insgesamt 250 Einsatzkräfte im vergangenen Frühjahr ausrückten. Doch es zeigt, mit welchen Herausforderungen sich Feuerwehren konfrontiert sehen angesichts der Tunnel, durch die im Schwarzwald der Verkehr auf Straße und Schiene läuft.
Für den Ernstfall existiert bereits eine Arbeitsgemeinschaft Tunnelfeuerwehren, zu der neben der St. Georgener Wehr auch jene aus Triberg, Hornberg, Hausach, Wolfach, Schiltach und Schenkenzell gehören. Allesamt waren sie auch an der Übung im April 2025 beteiligt.
„Um den Einsätzen in Tunneln jederzeit mit ausreichend Feuerwehrkräften begegnen zu können und zu einer Vereinbarung der Abrechnung solcher Einsatzlagen“, wie es in einer Sitzungsvorlage für den St. Georgener Gemeinderat heißt, soll eine öffentlich-rechtliche Vereinbarung abgeschlossen werden.
In seiner letzten Sitzung des vergangenen Jahres hatte es der Gemeinderat nun mit ebendiesem Überlandhilfevertrag im Bereich der Straßen- und Eisenbahntunnelanlagen zu tun. Vertragspartner sind acht Kommunen: St. Georgen, Schiltach, Schenkenzell, Wolfach, Hausach, Hornberg, Triberg und Schramberg.
Vertrag regelt die Kostenverteilung
Die Verwaltung empfahl dem Gremium, dem Abschluss der öffentlich-rechtlichen Vereinbarung zuzustimmen – ein Beschlussvorschlag, dem der Rat einstimmig folgte. Zuvor hatte Philipp Strumberger, bei der Stadtverwaltung zuständig für Ordnung, Bildung und Soziales, kurz die Hintergründe geschildert.
Ein Thema dabei: Wer zahlt im Ernstfall? Darüber heißt es in der Sitzungsvorlage für den Gemeinderat: „Die Kostenregelungen des Vertrags sehen bei kostenfreien Einsätzen im Wesentlichen die Abrechnung der entstehenden Kosten für die entsendende Gemeinde vor.“ Das bedeutet, dass St. Georgen die Kosten für die meisten Fahrzeuge, die von der Bergstadt aus ausrücken, selbst trägt. Nur die Drehleiter ist davon ausgeschlossen, schilderte Strumberger. Kostenpflichtige Einsätze hingegen würden regulär zwischen den Gemeinden abgerechnet.
„Beispiel interkommunaler Zusammenarbeit“
Auch für St. Georgen, eine der beteiligten Kommunen, die eine vergleichsweise größere Feuerwehrmannschaft stellt, berge die Zusammenarbeit große Vorteile, meinte Oliver Freischlader (SPD) in der Sitzung. Denn angesichts der Herausforderungen, die Einsätze in Tunneln darstellten, könne auch die Bergstadt personalmäßig an ihre Grenzen kommen – „und kleinere Kommunen eh“.
Vor diesem Hintergrund könne man den Vertrag und die Kooperation der Feuerwehren bei diesem Thema nur loben. „Das ist ein schönes Beispiel interkommunaler Zusammenarbeit“, betonte Freischlader.
