Feuerwehrübung im Sommerautunnel: Einsatzkräfte aus St. Georgen und Triberg eilen herbei
Der Übung vorausgegangen waren acht bis zehn Wochen intensiver Vorbereitungen, wie Julian Hummel, Notfallmanager bei der Deutschen Bahn, berichtet.
Neben der Abstimmung des Übungsszenarios mit den Rettungsorganisationen mussten die Auswirkungen auf den Fahrplan abgeklärt und ein Zug organisiert werden. Es handelte sich um ein Diesel-Fahrzeug vom Hochrhein, das geordert worden war, weil die Oberleitung abgestellt werden musste, stromgetriebene Züge nicht mehr in den Tunnel hätten ein- und ausfahren können.
Übungen in Tunneln sind nicht alltäglich, die letzte an der Sommerau fand 2010 statt. Eine der Herausforderungen ist die Länge des Bauwerks von 1,6 Kilometern, da Atemschutzgeräteträger im Einsatz mit kleinem Gerät gerade einmal 200 Meter, mit großem 400 Meter tief eindringen können.
Übungsannahme bietet etliche Herausforderungen
Übungsannahme war, dass ein Zug wegen herabfallender Steine etwa 400 Meter vor der Ausfahrt auf der Triberger Seite zum Stehen gekommen war, aus dem Triebfahrzeug dichter Qualm drang, was auf einen Schwelbrand hindeutete. Mitgeteilt wurde, dass es 40 bis 50 zu rettende Personen gebe, von denen sich einige außerhalb des Zugs befänden, manche nicht mehr gehfähig seien.
Die Wehren aus Triberg und St. Georgen rückten jeweils von ihrer Seite aus mit mehreren Fahrzeugen an. Unterstützt wurden sie laut Jens Baumann, einem der stellvertretenden Gesamtkommandanten, von Kräften aus Hornberg, Hausach, Wolfach, Schiltach und Schenkenzell, allesamt Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft Tunnelfeuerwehren, die sich gegenseitig bei der Rettung aus Eisenbahn- und Straßentunnels unterstützen und über spezielles Material und extra ausgebildete Kräfte verfügen. Vor Ort waren auch DRK, ein leitender Notarzt sowie Kräfte von Landes- und Bundespolizei.
Einsatzort von dichtem Qualm vernebelt
Auf St. Georgener Seite bereitete sich die Wehr mit zwei kleinen Wagen vor, die auf Schienen gestellt und mit Material beladen wurden. Dann ging es langsam in den zunächst noch rauchfreien Tunnel, wobei man immer wieder auf Personen traf, die entweder zum Ausgang geschickt oder vor Ort versorgt und über einen der Wagen zur Tunnelöffnung transportiert wurden. Der eigentliche Einsatzort war von dichtem Qualm stark vernebelt und bot so trotz einer gewissen Beleuchtung ein geisterhaftes Bild. Unter diesen Bedingungen war schon das Öffnen der Waggontüren nicht ganz einfach. Danach drangen die Atemschutzgeräteträger in den Zug ein, um nach Personen zu suchen. Gleichzeitig bereiteten weitere Einsatzkräfte die Brandbekämpfung vor.
Laut Christoph Kleiner von der Gesamtwehr St. Georgen ergab sich schon während der Übung eine zumindest für ihn nicht ganz überraschende Erkenntnis. Bis dato war angenommen worden, dass Rauch in Richtung des höher gelegenen Ausgangs ziehen würde, was aber nicht der Fall war. Das kann sich durchaus auch einmal ändern und hängt laut Kleiner von den Wetterverhältnissen an beiden Tunnelenden ab.






