Eltern sollen mehr bezahlen
: Kinderbetreuung kostet Schonach über 2,2 Millionen Euro

Rund 1000 Euro pro Kind und Monat investiert die Gemeinde. Jetzt steht eine Erhöhung der Kindergartenbeiträge auf der Tagesordnung. Das sind die Hintergründe.
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(red/pm)
Schonach
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Garderobe in Kita

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Armin Weigel/dpa
  • Gemeinderat berät am Dienstag, 30. Juni, über höhere Kindergartenbeiträge.
  • Verbände empfehlen: Eltern sollen rund 20 Prozent der Betreuungskosten tragen.
  • In Schonach decken Eltern derzeit 14 Prozent – Zielwert wird nicht erreicht.
  • Kinderbetreuung kostet über 2,2 Mio. Euro im Jahr – rund 1000 Euro pro Kind und Monat.
  • Gemeinde zahlt 47 Prozent, Land 34 Prozent, Kirche 5 Prozent; Ü3-Beiträge sollen steigen.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Es betrifft wieder den Geldbeutel von Familien: Der Gemeinderat berät in seiner nächsten Sitzung am Dienstag, 30. Juni, über die Anpassung der Kindergartenbeiträge. Für das Kindergartenjahr 2026/2027 liegen die gemeinsamen Empfehlungen der Kirchen und der Kommunalen Landesverbände Baden-Württembergs zu den Elternbeiträgen vor. Die Verbände empfehlen, dass die Elternbeiträge rund 20 Prozent der Kosten für die Kinderbetreuung decken sollen.

Wie die Gemeindeverwaltung in einer Pressemitteilung schreibt, werden in Schonach derzeit rund 14 Prozent der Kosten durch Elternbeiträge gedeckt. Der Grund dafür ist, dass der Gemeinderat in den vergangenen Jahren die Beiträge meist niedriger festgesetzt hat als von den Verbänden empfohlen. Das Ziel eines Kostendeckungsgrades von 20 Prozent kann deshalb derzeit nicht erreicht werden.

Der größte Posten im Haushalt

Die Kinderbetreuung ist der größte Ausgabenbereich im Haushalt der Gemeinde Schonach. Für die Betreuung in den beiden Kindergärten und den verschiedenen Betreuungsformen fallen jährliche Kosten von über 2,2 Millionen Euro an.

Im Jahr 2025 wurden insgesamt 188 Kinder im Alter von unter drei Jahren (U3) und über drei Jahren (Ü3) betreut. Das entspricht durchschnittlichen Kosten von 12.117 Euro pro Kind und Jahr. Umgerechnet sind das rund 1000 Euro pro Kind und Monat, die für die Betreuung in Schonach aufgewendet werden. Bei diesen Zahlen handelt es sich um Durchschnittswerte. Tendenziell ist die Betreuung im U3-Bereich teurer als im Ü3-Bereich, so die Gemeinde.

So sind die Kosten aufgeteilt

Von den Gesamtkosten trägt die Gemeinde Schonach 47 Prozent aus eigenen Mitteln. Die Nettobelastung für den Gemeindehaushalt liegt damit bei jährlich über einer Million Euro. Weitere 34 Prozent werden vom Land Baden-Württemberg finanziert. Damit werden insgesamt 81 Prozent der Kosten aus öffentlichen Mitteln bezahlt. Die restlichen 19 Prozent der Kosten werden von der katholischen Kirche mit 5 Prozent und von den Eltern mit derzeit 14 Prozent finanziert.

Die Kommunen stehen unter erheblichem finanziellem Druck. Insbesondere im Ü3-Bereich sollen die Beiträge daher nun an die empfohlenen Landesrichtsätze angepasst werden. In Schonach kommt das sogenannte württembergische Modell zur Anwendung. Es stellt eine familienbezogene Sozialstaffelung dar, bei der alle im Haushalt lebenden Kinder bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres berücksichtigt werden. Ferner gibt es verschiedene Möglichkeiten der finanziellen Unterstützung. Dazu gehören die wirtschaftliche Jugendhilfe, Wohngeld, der Kinderzuschlag oder Leistungen aus dem Bildungs- und Teilhabepaket.

Der Gemeindeverwaltung sei bewusst, dass die vorgeschlagenen Anpassungen eine zusätzliche finanzielle Belastung darstellen. Die Entscheidung werde daher nicht leichtfertig getroffen. Angesichts der angespannten finanziellen Lage der Kommune und der weiter steigenden Kosten im Bereich der Kinderbetreuung hält die Gemeindeverwaltung eine Erhöhung der Kindergartenbeiträge jedoch für erforderlich, heißt es abschließend.

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