Zu viele Kindergartenplätze: Auslastung sinkt, die Kosten steigen

In welche Richtung geht es mit der Kinderbetreuung? Triberg hat momentan zu viele Plätze und erhöht die Gebühren.
Monika Skolimowska/dpa- Triberg hat zu viele Kita-Plätze, die Auslastung liegt teils nur bei 50 Prozent.
- Elternbeiträge steigen um 4,5 Prozent – Verbände streben 20 Prozent Deckungsgrad an.
- Zuschussbedarf 2026 gesamt rund 2,19 Mio. Euro, Landeszuweisung 813.000 Euro.
- Neue Beiträge ab September: gestaffelt nach Angebot, Alter und Kinderzahl in der Familie.
- Gemeinderat beschloss Erhöhung mit einer Gegenstimme – Eingewöhnungszeit künftig voll berechnet.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Von der Regelgruppe bis hin zur Ganztagsbetreuung gibt es in den Kindergärten der Stadt und der Ortsteile vielerlei Angebote – bei tendenziell rückläufigen Kinderzahlen. Der Bedarf liege laut der Kindergarten-Verantwortlichen Stefanie Dold deutlich unter dem Angebot. Die Auslastung der Gruppen liege teils bei nur 50 Prozent.
Man beobachte das und denke gegebenenfalls an eine Anpassung. Im vergangenen Jahr habe die Kirche mit 1,875 Millionen Euro deutliche Mehrkosten gegenüber den Haushaltsmittel-Anmeldungen (1,653 Millionen) in Rechnung gestellt. Auch für 2026 stehen Mehrkosten in Aussicht.
Der Zuschussbedarf liegt 2026 gesamt bei rund 2,19 Millionen Euro, 813.000 Euro beträgt die Zuweisung durch das Land. Der Gemeindetag hat nun die Erhöhungsempfehlung für das kommende Jahr vorgestellt – um 4,5 Prozent sollen die Elternbeiträge steigen, wobei die Verbände einen Kostendeckungsgrad von 20 Prozent anstreben.
In Triberg liegt dieser bei den kirchlichen Einrichtungen bei durchschnittlich 13,45 Prozent, beim städtischen Kindergarten Gremmelsbach bei neun Prozent. Die Verwaltung empfiehlt, die Erhöhung um den vorgeschlagenen Prozentsatz. Das Kindergartenkuratorium hat dem Vorschlag bei vier Enthaltungen zugestimmt.
Die künftigen Kosten
Leider war kein Kirchenvertreter anwesend gewesen. Die Träger werden den Eltern Unterlagen über Unterstützungsmöglichkeiten zur Verfügung stellen. Die Kosten für die Eltern betragen ab September in der Halbtagsgruppe (25 Stunden je Woche) für Kinder ab drei Jahren, abgestuft nach der Kinderzahl, 163 (127, 86, 29) Euro, für Kinder unter drei kostet es dann 245 (191, 108, 44) Euro. Für die Regelgruppe mit 30 Betreuungsstunden Ü 3 werden 181 bis 32 Euro fällig, unter drei von 272 bis 48 Euro. Die verlängerten Öffnungszeiten im Waldkindergarten (30 Stunden) schlagen mit 226 bis 40 Euro (Ü 3) respektive 339 bis 60 Euro zu Buche, im „normalen“ Kindergarten bei 32,5 Stunden Betreuung mit 245 bis 43, für U3-Kinder mit 368 bis 65 Euro.
Die Ganztagesgruppe im KiFaZ Mariengarten wird künftig zwischen 362 und 70 Euro (Ü3) respektive 544 bis 105 Euro kosten. Die Beiträge für die Krippengruppen mit 32,5 Stunden Betreuung liegen künftig zwischen 582 und 115 Euro.
Das sagen Gemeinderäte
Klaus Wangler (CDU) kommentierte es als ein „Rundum-Sorglos-Paket“ mit einer moderaten Erhöhung. Man liege deutlich unter den empfohlenen 20 Prozent Deckungsgrad. Man wolle die Familien nicht zu sehr belasten.
Seit 2012 seien die Kosten – nach dem Zuschuss – um 560 Prozent gestiegen. An die SPD gewandt, äußerte er, das Leben sei keine Wunschblase und Geld wachse nicht auf Bäumen. Er wünsche sich für 2027 aber eine Vorabbesprechung.
Ute Meier (SPD) sah die extreme Belastung der Eltern. Normalverdiener könnten sich die Beiträge nicht mehr leisten. Bildung müsse in Deutschland kostenfrei sein. Fraktionssprecher Mike Mauscherning zeigte auf, dass man innerhalb der Fraktion nicht einheitlich abstimmen werde.
Bei einer Gegenstimme wurden die Beiträge beschlossen, die Bedarfsplanung wurde einstimmig anerkannt. Zusätzlich wurde einstimmig beschlossen, die Eingewöhnungszeit künftig mit 100 Prozent zu berechnen. Die Kostensituation wurde zur Kenntnis genommen.