Debatte im Furtwanger Gemeinderat
: Weichen für Kindergarten und Feuerwehr gestellt

Mit einer neuen Gruppenstruktur im Kindergarten St. Nikolaus will Furtwangen jährlich rund 8500 Euro sparen und zugleich die Betreuungskapazität erhöhen. Zudem ging es um die Fortsetzung der Naturparkschulen und eine zweite Feuerwehrgarage in Neukirch.
Von
Stefan Heimpel
Furtwangen
Jetzt in der App anhören
Die Arbeit der Naturparkschulen geht weiter und die Neukircher Feuerwehr bekommt eine zweite Garage – unter anderem darum ging es im Gemeinderat. (Archivfoto)

Die Arbeit der Naturparkschulen geht weiter, und die Neukircher Feuerwehr bekommt eine zweite Garage – unter anderem darum ging es im Gemeinderat. (Archivfoto)

Friederike Tröndle/Naturpark Südschwarzwald/Stefan Heimpel
  • Furtwangen ändert Gruppen im Kita St. Nikolaus, spart rund 8500 Euro und erweitert Plätze.
  • Künftig gibt es eine altersgemischte Gruppe mit 22 und eine Ü3-Gruppe mit 25 Plätzen.
  • Eltern und Ortschaftsrat wurden laut Kritik nicht informiert – KVJS-Genehmigung steht aus.
  • Naturparkschulen laufen weiter bis Schuljahr 2027/2028, Eigenanteil der Stadt liegt bei 6200 Euro.
  • Zweite Garage für Feuerwehr Neukirch beschlossen – kleinere Einsparungen gelten als wenig sinnvoll.

Die Zusammenfassung wurde von einer generativen künstlichen Intelligenz erstellt.

Wie schafft es Furtwangen, dass der Betrieb des Schönenbacher Kindergartens günstiger wird, obwohl drei Kinder mehr betreut werden können? Wie geht es mit den Naturparkschulen in der Stadt weiter? Und erhält Neukirch eine zweite Feuerwehrgarage? Antworten auf diese Fragen gab es im Gemeinderat.

Der Gemeinderat beschloss eine Änderung der Betriebserlaubnis beim Kindergarten St. Nikolaus Schönenbach. Bisher gab es zwei altersgemischte Gruppe mit jeweils 22 Kindern. Künftig soll es nur noch eine altersgemischte Gruppe, also auch mit einzelnen Jungen und Mädchen unter drei Jahren, mit 22 Kindern sowie eine Kindergartengruppe  für über Dreijährige mit 25 Kindern mit verlängerter Öffnungszeit geben. Damit verändert sich der Personalschlüssel etwas, was eine Kostenersparnis von etwa 8500 Euro pro Jahr gibt und gleichzeitig die Kapazität des Kindergartens um drei Plätze erhöht.

Ortsvorsteher Ralph Wehrle kritisierte zu Beginn allerdings, dass weder der Ortschaftsrat noch die Eltern im Vorfeld informiert wurden. Nach Ansicht der Eltern habe sich das bisherige Konzept bewährt. Doch für die Realisierung und Umsetzung dieser Betriebserlaubnis sei der Träger zuständig, der dann auch die Eltern hätte informieren können, so Bürgermeister Florian Merz. Die Änderung sei auch mit dem Träger und der Kindergartenleitung abgestimmt.

Die neue Betriebserlaubnis soll nach der Genehmigung durch den Kommunalverband für Jugend und Soziales Baden-Württemberg (KVJS) zum 1. September des kommenden Jahres in Kraft treten. Darüber hinaus machte Bürgermeister Merz deutlich, dass die bisherige Praxis im Kindergarten nicht zulässig sei. Bisher waren in einer Gruppe mit zehn Plätzen nur Kinder mit zwei oder drei Jahren. Jungen und Mädchen unter drei Jahren wurden allerdings doppelt gerechnet. Später wechselten sie in die andere Gruppe mit älteren Kindern, die aber oftmals ausgelastet war. Kinder mussten dann länger in der jüngeren Gruppe bleiben, was zu Unmut und Beschwerden von Eltern geführt habe.

Schwarzwald-Baar-Kreis

Alles Wichtige aus dem Schwarzwald-Baar-Kreis.

Zum Whatsapp Kanal

Grundsätzlich sei aber ein solcher Betrieb gar nicht zulässig. Denn bei einer altersgemischten Gruppe muss nach den Vorgaben der Anteil der Kinder im Kindergartenalter größer sein als die der unter Dreijährigen. Diese interne Aufteilung nach Alter mit vor allem jüngeren Kindern in der Gruppe sei daher nicht zulässig und musste auch durch die neue Betriebserlaubnis geändert werden. Die altersgemischte Gruppe mit 22 Plätzen hat damit maximal sieben Plätze für unter Dreijährige.

Naturparkschulen fest im Alltag verankert

Der Gemeinderat stimmte der Fortsetzung der Naturparkschulen an der Anne-Frank Grundschule, der Friedrichschule und der Grundschule in Neukirch für das Schuljahr 2027/2028 zu. Gleichzeitig wurde für die Organisation der Module weiterhin Anna Rohner als Projektleitung bis zur nächsten Zertifizierung 2030 beauftragt.

2015 wurden die drei Furtwanger Grundschulen als Naturparkschulen im Naturpark Südschwarzwald zertifiziert. Das Projekt Naturparkschulen sei bis heute fest im Schulalltag verankert. Seit dem Schuljahr 2025/2026 hat Anna Rohner die Projektleitung von Stefany Lambotte übernommen und leitet die einzelnen Module, beispielsweise Thema Landwirtschaft und Wald.

Im Jahr 2020 und 2025 erhielten die Naturparkschulen eine Anschlusszertifizierung für weitere fünf Jahre. Aufgrund der Förderrichtlinien des Naturparks Südschwarzwald muss das Projekt Naturparkschule jedes Jahr erneut beantragt werden. Aufgrund der positiven Erfahrungen sollte wieder ein Folgeantrag gestellt werden. Die Weiterführung der Naturparkschule an den drei Grundschulen würde für das Schuljahr 2027/2028 Kosten in Höhe von 15.450 Euro (netto) verursachen. Dank der Förderung dieses Projekts durch den Naturpark verbleibt ein Eigenanteil von 6200 Euro bei der Stadt. Die Fraktionen äußerten ihre Zustimmung. Allerdings wünschte sich Martina Hepting, CDU, dass die Projektleiterin Anna Rohner einmal den Gemeinderat über die Projekte der Naturparkschulen informieren sollte.

Neue Garage für die Neukircher Wehr

Endgültig beschlossen wurde nun vom Gemeinderat der Bau einer zweiten Garage für die Feuerwehr Neukirch für den künftigen Mannschaftstransportwagen (MTW). Es sollen nun der entsprechende Bauantrag gestellt und die Arbeiten ausgeschrieben werden.

Nachdem die Ortsteile neben dem vorhandenen Löschfahrzeug noch mit einem MTW für den Transport weiterer Feuerwehrleute zum Einsatzort ausgerüstet werden sollen, wird für diese zusätzlichen Fahrzeuge auch eine Garage benötigt.

Der Technischen und Umweltausschuss (TUA) hatte im Rahmen seiner Sitzung im September über verschiedene Konstellationen für den Bau der MTW-Garage für die Feuerwehrabteilung Neukirch diskutiert. Beschlossen wurde, dass die MTW-Garage mit den bereits bewilligten Fördermitteln gebaut werden soll. Damit sind aber bestimmte Vorgaben für Ausführung und Maße des Gebäudes verbunden. Aus Gründen der Wirtschaftlichkeit verzichtet man auf die ursprünglich geplante Dachterrasse auf der Garage. Die bereitgestellten Mittel im Haushalt waren bis zum endgültigen Beschluss mit einem Sperrvermerk versehen, den der Gemeinderat aufhob.

Diskussion über möglich Einsparungen

Bernd Dorer  von den Freie  Wählern, zugleich Ortsvorsteher von Neukirch, zeigte sich im Namen der Feuerwehr erfreut, dass die Garage nun in die Zielgerade geht. Zustimmung gab es auch von der CDU. Isolde Grieshaber von der Unabhängige Liste (UL) merkte allerdings an, dass man diesen Standard aufgrund der finanziellen Lage der Stadt wohl nicht werde halten können.

CDU-Gemeinderat Georg Kaiser,  Ortsvorsteher von Rohrbach, gab aber zu bedenken, dass man bei solchen Planungen nicht zu klein denken sollte. In Rohrbach haben man nach der Auslagerung der Feuerwehrgarage aus dem Gemeindehaus entsprechende Probleme feststellen müssen. Es könnte auch schnell die Notwendigkeit entstehen, ein größeres Fahrzeug in der neuen Garage unterstellen zu müssen. Bürgermeister Florian Merz bestätigte, dass man durch eine kleinere Garage in Rohrbach Probleme habe. Die Einsparungen seien aber gering.