Mehrkosten für Eltern: Gemeinderat Furtwangen beschließt Erhöhung der Kindergartenbeiträge

Für das kommende Kindergartenjahr werden in Furtwangen die Beiträge um 4,5 Prozent erhöht.
lordn - stock.adobe.comBeschlossen wurde vom Gemeinderat eine Erhöhung der Kindergartenbeiträge um 4,5 Prozent für das kommende Kindergartenjahr 2026/27. Die ebenfalls bereits vorgeschlagene Erhöhung für das Kindergartenjahr 2027/28 um weitere 4,0 Prozent wurde noch einmal bis zum Mai des kommenden Jahres vertagt.
Er sei kein Freund von diesen Kindergartenbeiträgen und deren Erhöhung, so Bürgermeister Florian Merz. Aber die Stadt Furtwangen könne sich auch nicht leisten, auf diese zu verzichten.
Die Steigerung der Elternbeiträge beruhe auf den Empfehlungen einer Konferenz der Kirchen sowie des Gemeindetags und Städtetags. Die Berechnung folgt den Elternbeiträgen nach dem familienbezogenen „Württemberger Modell“. Dabei werden bei den Nachlässen die Beiträge aller Kinder der Familie bis zum 18. Lebensjahr berücksichtigt.
Deckung für hohe Ausgaben
Das Ziel dieser Empfehlungen ist eine Kostendeckung der hohen Ausgaben für die Kindergärten durch die Elternbeiträge von etwa 20 Prozent. In Furtwangen werden aber durch diese Beiträge lediglich zwölf Prozent der Gesamtkosten abgedeckt. Bis 2019 lag die Kostendeckung noch bei 17 Prozent und sank 2024 bereits auf 13 Prozent.
Auch die Gemeinderäte räumten ein, dass die Kindergartenkosten eine Belastung für die Eltern seien. Rainer Jung (FW) hofft auf weitere Unterstützung aus dem Land. Georg Kaiser (CDU) hob ebenfalls die Belastung hervor. Isolde Grieshaber (UL) wies vor allem darauf hin, dass es zwar offiziell Möglichkeiten der Entlastung für Eltern mit schwachem Einkommen gebe. Jedoch gebe es auch hier Eltern, die durch das Raster der Vorschriften für diese Entlastung fallen. Bernhard Braun (SPD) schlug vor, diese Erhöhung nur für das nächste Kindergartenjahr zu beschließen, die Elternbeiträge für 2027/28 erst im kommenden Jahr festzulegen.
„Nicht angebracht“
Guido Seng sprach sich klar gegen eine Erhöhung aus. Dies sei bei vielen unnötigen Subventionierungen im ganzen Land nicht angebracht. Im Mai des kommenden Jahres, wenn die aktuellen Zahlen für das nächste Jahr sowie mögliche neue Entlastungen durch das Land vorliegen, solle der Vorschlag einer Erhöhung um 4,0 Prozent noch einmal geprüft werden. Das hat der Gemeinderat einstimmig beschlossen.