Bauernhöfe in Triberg
: Landwirte legen großen Wert auf Regionalität

Kälberaufzucht und Vermarktung standen im Mittelpunkt eines Treffen auf dem Obergefellhof in Gremmelsbach.
Von
Stephan Hübner
Oberndorf
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Über Kälberaufzucht und regionale Vermarktung sprachen (von links): Sarah Schweizer, Bernhard Bolkart, Clemens Hug, Andreas Braun und Sven Ketterer.

Stephan Hübner

Die Veranstaltung „Reden wir Klartext: Regionale Wertschöpfung – vom Kalb zum Rind“ haben der CDU-Kreisverband und der Badische Landwirtschaftliche Hauptverband (BLHV) in Gremmelsbach angeboten.

Mit dabei waren Sarah Schweizer, Landtagsmitglied und Sprecherin der CDU-Fraktion für Wald-, Forst- und Jagdpolitik, sowie Andreas Braun, CDU-Landtagskandidat im Wahlkreis Villingen-Schwenningen und Bürgermeister Unterkirnachs. Treffpunkt war der Obergefellhof, den Clemens Hug, Vorsitzender im Kreisverbandsteam des BLHV-Kreisverbands Villingen, betreibt.

Er betonte, dass der BLHV offen für Gespräche mit allen Parteien ist, in diesem Fall auf eine Anfrage der CDU reagiert hatte. Braun sprach sich deutlich für starke regionale Wirtschaft und kurze Lieferketten aus, Schweizer nannte Landwirte absolut systemrelevant, Ernährungssicherheit Teil der Verteidigungsstrategie. Beim heutigen Selbstversorgungsgrad Baden-Württembergs von unter 50 Prozent dürfe es nicht bleiben. Aller Ehren wert sei, dass 60 Prozent der Landwirte im Nebenerwerb tätig sind.

Das gilt auch für Hug, der den 1799 gegründeten Hof in siebter Generation betreibt. Er beschrieb die Erzeugergemeinschaft Schwarzwald-Biorind, deren Zweck kurze Transportwege und Regionalität des Fleisches ist. Die von ihm aufgezogenen Kälber bleiben am Hof, bis sie etwa 140 Kilo wiegen, gehen dann an die Mastbetriebe von Siegfried Kammerer in Nußbach, Christoph Faller in Neukirch und Martin Mahler in Pfaffenweiler.

Mit Masthaltung und Organisation glücklich

Da die Tiere in Gruppen kämen, herrsche unter ihnen eine ruhige Atmosphäre, so Mahler. Faller war mit der Masthaltung und der Organisation durch die Erzeugergemeinschaft glücklich. Hug betonte die damit verbundene regionale Wertschöpfung und die Möglichkeit, Flächen zu unterhalten.

Der Erhalt von Artenvielfalt und Biodiversität durch Landwirte komme in der Öffentlichkeit oft zu kurz, merkte Schweizer an. Für Sven Ketterer, neuer Bürgermeister Tribergs, ist Regionalität sehr wichtig. Er versprach, alles zu tun, um Landwirte so gut wie möglich fördern zu können.

Kritik an Bürokratie

Auch Bernhard Bolkart vom BLHV kritisierte lange Transportwege, aber auch zum Teil fehlende Strukturen im Schwarzwald, um diese zu verhindern. Braun betonte die Notwendigkeit zu Entbürokratisierung. Es brauche klare, schlanke Verwaltungsstrukturen, Landwirte müssten wieder Unternehmer sein dürfen. Viel an Bürokratisierung kommt laut Clemens Hug aber von der EU oder dem Bund.

Ein Gast bemängelte, dass Digitalisierung zwar für Arbeitserleichterung sorgt, im Gegenzug aber gleich wieder Dinge draufgesattelt würden. Den dabei geäußerten Rundumschlag auf die Regierung wollte der ehemalige CDU-Landtagsabgeordnete Karl Rombach so nicht stehen lassen. Er mahnte zu sachbezogener Argumentation, warnte vor Pauschalisierungen.

Hug sprach positiv über ein neues Projekt zum Erhalt hochwertiger Flächen und für Naturschutz. Das müsse aber für Betriebe interessant sein. Sorgen bereite der Wolf, ein großes Hemmnis für Mastbetriebe seien Baukosten. Rein von ihrer Wertschöpfung könnten die nicht leben, weshalb es Unterstützung von der Landesregierung brauche.

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