80.080 Kilometer sind Rekord: Trotz Jubel – Stadtradeln zeigt in St. Georgen auch Missstände auf

Die Ergebnisse des Stadtradelns in St. Georgen zeigen nicht nur, welche Teams am fleißigsten in die Pedale traten, sondern auch, wo die Rad-Infrastruktur noch Schwachstellen hat. (Symbolfoto)
imago stock&people- Stadtradeln in St. Georgen brachte einen Rekord: 80.080 Kilometer bei 266 Teilnehmenden.
- 20 Teams absolvierten 4096 Fahrten und sparten rechnerisch 13 Tonnen CO₂ ein.
- Deutlicher Zuwachs gegenüber dem Vorjahr, zudem Platz drei im Schwarzwald-Baar-Kreis.
- Teamwertung: Schwarzwaldradler vor EBM-Papst St. Georgen, offenes Team auf Rang drei.
- Auswertung zeigt Mängel: fehlende Radwege an L 177 und zwischen Peterzell und Brogen.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
80.080 Kilometer, 266 Teilnehmer und 20 Teams: Bei ihrer fünften Stadtradeln-Teilnahme hat die Bergstadt einen neuen Rekord aufgestellt. Das bisher beste Ergebnis aus dem Vorjahr 2025 ließen die Stadtradler deutlich hinter sich.
Unterm Strich radelten die St. Georgener ziemlich genau zweimal um den Äquator: Weniger als 100 Kilometer fehlten am Ende für die vollständige zweite Erdumrundung. Die natürlich ohnehin nur eine rechnerische Spielerei ist. Denn die 80.080 Gesamt-Kilometer setzen sich aus einer Vielzahl einzelner Fahrten zusammen, welche die 266 aktiv Radelnden absolvierten: Insgesamt wurden 4096 Fahrten registriert.
Dabei sparten die Teilnehmer – ebenfalls rein rechnerisch – 13 Tonnen CO₂ ein. So viel nämlich, haben die Stadtradeln-Organisatoren ausgerechnet, hätten die Teilnehmer ausgestoßen, wenn sie ihre Radstrecken stattdessen mit dem Auto zurückgelegt hätten. Denn genau dazu will das Stadtradeln motivieren: von vier auf zwei Räder umsteigen und das Auto lieber mal zugunsten des Fahrrads stehen lassen.
Deutlicher Sprung gegenüber 2025
Insgesamt schaffte St. Georgen den neuen Kilometer-Rekord deutlich: Von 60.568 Kilometern im vergangenen Jahr ging es um 19.512 Kilometer beziehungsweise rund 32 Prozent aufwärts. Und auch die Zahl der Teilnehmer stieg deutlich: Von 211 Radlern auf 266 – das ist ein Plus von 55 Personen oder gut 26 Prozent.
Dritter Platz im Landkreis
Im Schwarzwald-Baar-Kreis erreichte St. Georgen mit diesem Ergebnis den dritten Platz – mit deutlichem Abstand hinter Villingen-Schwenningen und Donaueschingen. Rechnet man die im Zuge des Stadtradelns gefahrenen Kilometer auf die Gesamtzahl der St. Georgener Einwohner herunter, kommt man auf einen Wert von 6,10 – im Vergleich zu den anderen Kreiskommunen ein Wert im Mittelfeld.
Unter allen teilnehmenden deutschen Städten landete St. Georgen auf dem 860. Platz – von immerhin 3123 Teilnehmerkommunen. Im baden-württembergischen Vergleich bedeutet das Platz 188, also immerhin die Top 200.
Allerdings konkurriert die Bergstadt in dieser Wertung auch mit Städten wie Freiburg und ganzen Landkreisen. Etwas realistischer ist also die Platzierung der Stadt im Vergleich zu anderen Kommunen mit 10.000 bis unter 50.000 Einwohnern. Hier schaffte es St. Georgen bundesweit auf Platz 464, landesweit immerhin auf Platz 120.
Schwarzwaldradler lösen EBM-Papst ab
Doch auch der stadtinterne Wettbewerb soll bei der Aktion nicht zu kurz kommen. Bei diesem Wettbewerb um die meisten Kilometer gab es 2026 einen Führungswechsel: Das Team Schwarzwaldradler setzte sich mit 15.695 Kilometern an die Spitze. Die 34-köpfige Mannschaft kam auf 674 Fahrten und durchschnittlich 462 Kilometer je Teammitglied.
Auf Platz zwei landete das nach Angaben der Stadtverwaltung langjährige Spitzenteam EBM-Papst St. Georgen mit 12.811 Kilometern aus 31 aktiven Radlern. Die 487 Fahrten des Teams entsprechen einem Schnitt von 413 Kilometern pro Teammitglied.

Für Radfahrer kann es auf der Landesstraße 177 zwischen Schoren und Königsfeld schnell gefährlich werden. Daher wird immer wieder der Wunsch nach einem Radweg laut.
Helen MoserMit 9186 Kilometern setzte sich das offene Team St. Georgen auf den Bronzerang: 28 Teammitglieder absolvierten 409 Fahrten – das entspricht im Schnitt 328 Kilometern pro Kopf.
Besonders fleißig in die Pedale traten zudem die drei Genußbach-Radler, die pro Kopf die größte Strecke machten: immerhin durchschnittlich 535 Kilometer. Auch das Team C&A war fleißig unterwegs und knackte zu zweit knapp die 1000-Kilometer-Marke, was einer Pro-Kopf-Leistung von 509 Kilometern entsprach.
Aktion zeigt auch Infrastruktur-Missstände auf
Doch wo waren die Stadtradler eigentlich unterwegs? Wo wurden die Fahrten registriert? Auch hier bietet die Auswertung des Wettbewerbs Einblick. Und sie zeigt: Besonders stark genutzt wurde neben der Industriestraße in der Bergstadt auch die Fahrradstrecke entlang der Bundesstraße 33 – insbesondere zwischen St. Georgen und Peterzell. Auch auf dem Radweg zur Hisemicheleshöhe und auf dem neuen Verbindungsstück über den Brogen nach Hardt waren so einige Radler unterwegs.

Um die Fahrt auf der Landesstraße 177 zu vermeiden, nutzen viele Radfahrer den Engeleweg zwischen Peterzell und Königsfeld. Dieser ist jedoch nur geschottert.
Helen MoserGleichzeitig lässt die Karte auch Schlüsse darüber zu, wo Radwege fehlen: Vergleichsweise wenig befahren war etwa die radweglose Straße zwischen Peterzell und dem Brogen. Und auch die Landesstraße 177 zwischen dem Schoren und Königsfeld nutzten nur ganz wenige Radler. Der Großteil – so legt es die Karte nahe – wich auf den Engeleweg zwischen Peterzell und Königsfeld aus. Es ist keine neue Erkenntnis: Auf den fehlenden Radweg in diesem Bereich machten die Bürgermeister von St. Georgen, Königsfeld und Mönchweiler bereits vor Jahren aufmerksam.
Wo in St. Georgen der Radwege-Schuh drückt
Ein Missstand, den während des Aktionszeitraums auch ein Stadtradeln-Teilnehmer über die hierfür vorgesehene Anwendung „Radar“ meldete: Der Engeleweg, ein Schotterweg, über den die offizielle Verkehrsführung laufe, sei „in katastrophalem Zustand“, „nicht ganzjährig nutzbar“ und stelle – seiner Beschaffenheit wegen – einen großen zeitlichen Umweg für Radfahrer dar. „Die Benutzung der stark frequentierten Straße wiederum ist im Kurvenbereich lebensgefährlich“, schreibt der Nutzer weiter. Und fordert: „Hier bedarf es dringend einer Lösung.“



