Neckarline in Rottweil: Hängebrücke – viel Begeisterung, großer Umsatz und Strafzettel-Ärger

Die Hängebrücke Neckarline ist eingeweiht – und Rottweil hat weiterhin viel vor.
OttoDie Einweihung konnte mit Tausenden Gästen ausgiebig gefeiert werden. Und vom Gefühl her dürften die vorab geschätzten 24 000 Besucher über das Brückenwochenende vermutlich erreicht worden sein. Doch in dieser Hinsicht gibt man sich von Seite der Stadt noch etwas bedeckt. „Wir sind noch am Ermitteln der genauen Besucherzahlen“, vertröstet Pressesprecher Tobias Hermann vorerst.
Oberbürgermeister Christian Ruf sagt: „Die Eröffnung der Neckarline hat uns ein wunderschönes Festwochenende beschert. Traumhaftes Frühlingswetter und jede Menge Besucherinnen und Besucher aus nah und fern bei bester Stimmung – was will man mehr?“
Toller Vorgeschmack auf die Landesgartenschau
Rottweil habe sich mit den zahlreichen musikalischen Angeboten, dem Mittelaltermarkt, seinen Museen und den vielen gastronomischen Angeboten sowie dem verkaufsoffenen Sonntag von seiner besten Seite gezeigt, so Ruf. „Das Brückenfest hat damit einen tollen Vorgeschmack auf das Jahr der Landesgartenschau 2028 geboten“, so das Fazit des Oberbürgermeisters. Ein herzliches Dankeschön gelte allen Helfern auf beiden Seiten des Neckartals, die zum Erfolg des Brückenfests beigetragen haben.
Von Besuchern viel gelobt – vor allem von denen, die vom Berner Feld auf die Brücke gingen – , wurde die fantastische Verbindung, die Rottweil mit dem modernen Testturm und dem architektonischen Meisterwerk Hängebrücke auf der einen, und der mittelalterlichen Stadt und der Historie auf der anderen Seite geschaffen habe. Diese Verbindung zeige, dass Rottweil sowohl stolz auf die Geschichte seiner Stadt sei, aber durchaus aufgeschlossen und modern in die Zukunft blicke, wie ein Besucher lobt.
Und der Mittelaltermarkt im Bockshof dürfte zumindest am Wochenende das „Ankommen in der Historie“ noch verstärkt haben.
Eintrittspreise sind Thema
Der Preis für den Brückengang ist aber auch am Eröffnungswochenende durchaus Thema. 13,50 pro Person hin und zurück und nur wenige Ermäßigungen, das finden manche ziemlich happig. Allerdings: Auch für die Fahrt auf dem Testturm zur Aussichtsplattform werden 12,50 Euro fällig
Dennoch: Viele Besucher nahmen für die Neckarline teils weite Anreisen in Kauf, da sie zu den Ersten gehören wollten, die ihre Erfahrungen über die „Neckarline“ kundtun können, wie eine Frau aus Berlin freudestrahlend erzählt. „Die Brücke ist gar nicht schlimm, ich dachte, die schwankt viel mehr“, sagt sie, bevor sie sich wieder auf den Rückweg aufs Berner Feld macht.
Kennzeichen aus ganz Deutschland vertreten
Auf dem Parkplatz auf dem Berner Feld sind Kennzeichen aus ganz Deutschland auszumachen: Viele aus den Nachbarlandkreisen, über Stuttgart, Tübingen, Esslingen, Konstanz und Co., aber auch aus Bayern, Rheinland-Pfalz und eine ganze Reihe aus Berlin. Eine schöne Bilanz für die Veranstalter, aber auch für die Gastronomen, die sich übers Wochenende um das leibliche Wohl der Gäste kümmern durften, und das auch mit großer Freude taten.
Toller Umsatz in den Geschäften
Aus allen Nähten platzte die Stadt dann am Sonntag beim verkaufsoffenen Sonntag. Der Einzelhandel zieht ebenfalls positive Bilanz, teilt Tobias Rützel, Vorsitzender von „Rottweil aktiv“ (GHV), auf Nachfrage mit. „Aus dem überwiegenden Teil der Händlerschaft wird von einem tollen Sonntagsumsatz und stabil hoher Kundenfrequenz berichtet. Die Menschen drangen nicht in jeden Winkel der Stadt gleich stark vor, aber man blickte in viele strahlende Gesichter bei Gästen und Gastgebern“, sagt Rützel auf Nachfrage.
Würdiger Start ins Jahr der Brücken
Rottweil habe sich von seiner besten Seite gezeigt und mit der „Neckarline“ bestimmt einen guten Eindruck bei den Besuchern hinterlassen. „Es war ein würdiger Start in das Jahr der Brücken und Dank dem Citymanagement, ‚Rottweil aktiv‘ und dem Stadtmarketing dürfen wir uns auf eine lange Reihe kleinerer Feste in der Innenstadt bereits ab Freitag, 9. Mai, freuen“, kündigt er an.
Wetter zu gut fürs Kino
Auch das Central Kino hatte für das Wochenende passende Filme zusammengestellt. „Aber das Wetter war zu gut für Kino“, so die Bilanz von Kinochefin Yvonne Saier. „Ich fand aber toll, was in der Stadt los war, und wie belebt die Stadt war. Das war eine sehr schöne Stimmung und großartig für Rottweil“, so ihr Fazit.
Ärger über Strafzettel
In Social Media indes wird kritisiert, dass „an einem solchen Wochenende“ das Ordnungsamt mitten in der Stadt Knöllchen verteilt habe. „Als ob es für die Einzelhändler mittlerweile nicht schwer genug ist, vergrault man sie vollends“, ist da zu lesen. Auch von Besuchern ist bezüglich der Strafzettel Kritik zu vernehmen.
Die beiden Parkhäuser und auch die Parkplätze auf dem Berner Feld wurden aber von den Besuchern gut angenommen und ließen das von vielen befürchtete Verkehrschaos weitgehend ausbleiben.