Neckarline eingeweiht: Großer Festakt in Rottweil – die Hängebrücke ist jetzt offiziell eröffnet

Es ist soweit: Die Hängebrücke „Neckarline“ in Rottweil wird am Donnerstagvormittag von Investor Günter Eberhardt, Oberbürgermeister Christian Ruf, der Ersten Beigeordnete Ines Gaehn , Projektleiter Roland Haag, Henry Rauner und dem Comedian Heinrich del Core feierlich eröffnet.
OttoDer festliche Rahmen, die bewegten Mienen und die große Freude, die bei der Eröffnung auf dem Berner Feld in Rottweil mitschwingt, machen deutlich: Dieses Ereignis, dieses Bauwerk ist ein Meilenstein für die Stadt und die Region.
300 geladene Gäste stimmen sich zunächst bei einem Sektempfang mit zünftiger Blasmusik im großen Festzelt auf die Eröffnung ein, dann wird das Band von Investor Günter Eberhardt, Oberbürgermeister Christian Ruf, Bürgermeisterin Ines Gaehn, Projektleiter Roland Haag, Henry Rauner und Comedian Heinrich del Core feierlich durchschnitten: Der Weg in sanftem Schwung über das Neckartal hinweg ist frei. Die ersten Besucher dürfen ab Freitag, 24. April, den neuen Nervenkitzel wagen – bis zu 150.000 Besucher werden künftig pro Jahr erwartet.
Übers Tal, den Neckar und die Gäubahn
Die „Neckarline“, die sich auf 606 Metern Länge und in 60 Metern Höhe über das Tal, den Neckar und die Gleise der Gäubahn spannt, ist die längste Fußgängerhängebrücke des Landes, eine besondere Attraktion, die es zudem möglich macht, die älteste Stadt Baden-Württembergs von einer ganz neuen Seite kennenzulernen.
Denn als einzige derartige Brücke führt sie direkt hinein in eine Stadt, sie führt die Besucher vom Berner Feld aus, wo auch der Aufzugstestturm von Thyssen Krupp Elevator mit seiner 232 Meter hohen Besucherplattform steht, hinüber nach Rottweil in den historischen Bockshof.
Investor Günter Eberhardt von der Firma Eberhardt Bewehrungsbau hat nach der „Wildline“ in Bad Wildbad und der „Blackforestline“ in Todtnau mit der „Neckarline“ damit ein echtes Herzensprojekt verwirklicht.
Die Eröffnung
Weil die Brücke ein großes Gemeinschaftswerk ist, begrüßte Roland Haag im großen Festzelt nicht einzelne Gäste namentlich, sondern alle miteinander. Die Brücke solle schließlich auch ein Symbol für Gemeinschaft sein.
Investor Günter Eberhardt blickte dann mit einer guten Prise Humor auf die Anfänge des Tourismus - den es schon bei den Römern gab - und auf die Anfänge des Projekts zurück und verriet auch, woher seine Faszination für Brücken und das Bauen insgesamt kommt.
Sein Vater war einst Polier beim Bau der A81-Neckartalbrücke, und Eberhardt machte als Kind „Urlaub“ auf der Baustelle in Rottweil. Der Testturm sei dann das Projekt gewesen, das für sein Unternehmen vieles verändert habe - und aus dem schließlich die Idee erwachsen sei, eine Verbindung in die Stadt zu schaffen.
Rottweil in Aufbruchstimmung
Starkes Fundament für alle drei mittlerweile gebaute Brücken, die Wildline, die Blackforest und die Neckarline, sei die Firma Eberhardt Bewehrungsbau. Sein Dank galt allen Mitarbeitern, die die Ideen des Chefs auch manchmal zunächst kritisch beäugen. Er habe von Anfang an gespürt, Rottweil ist in Aufbruchstimmung. Mit der Hängebrücke wollen man die touristischen Highlights, die Rottweil zu bieten hat, unterstützen. Sein besonderer Dank galt Projektleiter Roland Haag.
Und mit Blick auf die lange Verfahrensdauer und die Kosten von nun rund 12 Millionen Euro sagte Eberhardt schmunzelnd: „Jetzt können Sie alle umsonst über die Brücke gehen, aber ab 15 Uhr wird das Drehkreuz scharfgestellt. Wir brauchen jetzt grandiose Einnahmen.“
Ein Symbol für Begegnung
Daran hat Oberbürgermeister Christian Ruf keinen Zweifel: „Das ist ein Jahrhundertbauwerk, ein neues Wahrzeichen für Rottweil, ein Symbol für Begegnung.“ Die Stadt habe Mut bewiesen, von Anfang an sei Adrenalin im Spiel gewesen - er sei gespannt, wer heute nun den Mut habe, über die Brücke zu gehen.
Mit Blick auf die Anfänge 2017 übergab er Eberhardt ein besonderes Symbol - eins, das Eberhardt ihm vor knapp zehn Jahren übergeben hatte: Eine überdimensionale Sicherung. Darauf steht: „Mit rechtzeitiger Veränderung die Zukunft sichern.“
Eine der längsten Fußgängerhängebrücke der Welt
Von Comedian Heinrich del Core erfuhren die begeisterten Gäste nicht nur, dass es sich bei der Neckarline tatsächlich um die fünftlängste Fußgängerhängebrücke der Welt handelt, er sorgte auch mit vielen Episoden rund um Rottweil, das Reisen und das Schwäbische für schallendes Gelächter.
Von Projektleiter Roland Haag war letztlich auch zu erfahren, dass der Gang über die Brücke jüngst auch einer der zuvor schärfsten Kritikerinnen ein Lächeln ins Gesicht gezaubert habe.
Zweifel an dem Projekt
Dass es zu dieser Eröffnung tatsächlich kommt, hatten viele Bürger in den vergangenen Jahren zwischendurch bezweifelt. Schon vor zehn Jahren war das nicht unumstrittene Projekt angekündigt worden, bei einem Bürgerentscheid 2017 hatten sich schließlich 71,6 Prozent der Rottweiler für den Bau der Hängebrücke ausgesprochen. Doch bis zum Spatenstich vergingen dann weitere acht Jahre: Es wurde getüftelt, umgeplant, gefeilt und gerungen.
Beeindruckender Brückenbau
So sehr es in dieser Zeit auch holperte, der Brückenbau durch die Firma HTB aus Österreich, der im Februar vergangenen Jahres begann, verlief dann reibungslos und einigermaßen beeindruckend: Vier massive Stahlseile halten den „Laufsteg“ der Brücke, die enormen Kräfte werden auf der einen Seite von einem 60 Meter hohen Pylon abgefangen, auf der Seite des Bockshofs in der Stadt sind die Seile in einem „Keller“ in 28 Metern Tiefe verankert.
Die Ehrengäste können sich von all dem dann selbst selbst überzeugen, sie sind zum gemeinsamen Gang über die Brücke eingeladen, wo die Mutigen von der Stadtkapelle Rottweil mit festlichen Klängen empfangen werden.
Das große Brückenfest wird in der ganzen Stadt dann von Freitag bis Sonntag mit einem großen Rahmenprogramm und vielen Besuchern gefeiert. Alle Infos gibt es hier.
