Benzinbettler im Kreis Rottweil: Nach Tausch mit weißrussischen Rubeln - Polizei warnt vor Masche

Es wird aktuell vor „Benzinbettlern“ gewarnt. Diese setzen die Angesprochenen teils massiv unter Druck, um an Bargeld zu kommen.
dpa- Polizei warnt im Kreis Rottweil vor „Benzinbettlern“, die Druck auf Autofahrer ausüben.
- In Epfendorf gab ein 31-Jähriger 500 Euro für 3000 weißrussische Rubel – das Geld war wertlos.
- Empfehlung der Polizei: nicht anhalten, kein Geld oder Karten geben, keine Tauschgeschäfte eingehen.
- Verdächtige melden und Kennzeichen notieren – Helfen ist wichtig, aber Vorsicht hat Priorität.
- Weitere Fälle: In Kehl Übergabe von Wertgegenständen im Wert von 100.000 Euro nach Anrufbetrug.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Es vergeht kaum eine Woche, in der die Polizei nicht vor neuen oder auch hartnäckig wiederkehrenden Betrugsmaschen warnt. Vermutlich hat jeder schon davon gehört und nimmt sich vor, vorsichtig zu sein. Dennoch gibt es stetig neue Opfer – die Betrüger gehen perfide vor, erzeugen Druck oder setzen ihre Opfer buchstäblich unter Schock.
Und nicht nur am Telefon treiben die Täter ihr Unwesen, sie können einem auch direkt auf der Straße begegnen: Sie täuschen eine vermeintliche Notlage am Straßenrand vor, behaupten, eine Person sei hilfsbedürftig und bitten eindringlich um Unterstützung.
Im Landkreis Rottweil wurde jetzt wieder ein Autofahrer Opfer sogenannter „Benzinbettler“. Unter dem Vorwand einer finanziellen Notsituation wurde ihm ein „Tauschgeschäft“ angeboten – und er willigte letztlich ein, was ihn teuer zu stehen kam.
500 Euro übergeben
Laut Polizeiangaben wurde der 31-Jährige von einem Mann, der mit seinem Auto in eine Haltebucht stand, angehalten und gedrängt, aufgrund einer Notlage zu helfen. Letztlich hob der 31-Jährige 500 Euro ab und gab sie dem Unbekannten im Tausch gegen 3000 weißrussische Rubel. Später stellte sich heraus: Die erhaltenen ausländischen Geldscheine waren wertlos.
Die Polizei warnt: Man sollte äußerst misstrauisch sein, wenn Personen am Straßenrand einen zum Anhalten auffordern und sich nicht unter Druck setzen lassen. Keinesfalls sollte man Bargeld, Wertgegenstände oder Bankkarten übergeben oder auf angebliche „Pfandgeschäfte“ oder Tauschgeschäfte eingehen
„Wenn euch eine Situation verdächtig vorkommt, merkt euch möglichst Kennzeichen und Personenbeschreibungen und verständigt die Polizei über die 110“, so der Rat. Zwar sei helfen wichtig, aber es gelte, vorsichtig zu bleiben und die Situation kritisch einzuschätzen. Familienmitgliedern und Freunden sollte die Warnung weitergegeben werden.
100.000 Euro weg in Kehl
Dass es auch Telefonbetrügern trotz stetiger Warnhinweise der Polizei immer wieder gelingt, die Angerufenen derart unter Druck zu setzen und sie zur Übergabe ihres Hab und Guts zu bewegen, zeigt ein aktueller Fall aus Kehl. Dort hat ein Ehepaar wegen einer angeblichen Notlage eines Angehörigen letztlich Wertgegenstände im Wert von 100.000 Euro an Betrüger übergeben.
Angeblich jemanden totgefahren
Wie drastisch und psychologisch ausgefeilt die Täter vorgehen, hatte unserer Redaktion einst ein bekannter Rottweiler geschildert, der erst im letzten Moment merkte, dass er Betrüger an der Strippe hat – und das, obwohl er dachte, das könne ihm nie passieren. Schreiende und weinende Personen am Telefon und Wortfetzen, dass seine Tochter gerade jemanden „totgefahren“ habe, hätten ihm buchstäblich „den Boden unter den Füßen weggezogen“. Im Schock sei er nicht mehr in der Lage gewesen, einen logischen Gedanken zu fassen.
Auch aus Villingendorf hat uns ein Betroffener ähnliches geschildert - in der Hoffnung, dass er mit seiner Geschichte andere warnen kann. Doch das gelingt nicht immer: Erst Ende Juni hat eine 88-Jährige in Rottweil einen vierstelligen Bargeldbetrag an einen falschen Polizisten übergeben. Auch hier hatte die skrupellose Lüge, dass ihr Sohn einen schweren Verkehrsunfall gehabt habe, der Seniorin sehr zugesetzt.
Immerhin wurden jüngst zwei Geldabholer nach entsprechenden Hinweisen von der Polizei geschnappt.
