IHK Südlicher Oberrhein zieht Bilanz: Erleichterungen für Kraftfahrer zeigen erste Wirkung

Für Berufskraftfahrer haben sich einige Änderungen ergeben. (Symbolfoto)
Frank Rumpenhorst/dpa- Reform für Logistik: mehrsprachige Prüfungen, leichterer Führerscheinumtausch, Anpassungen.
- IHK Südlicher Oberrhein meldet erste Wirkung und betont Praxisrelevanz der neuen Regeln.
- Beispiel ITS Spedition Offenburg: große Nachfrage nach Prüfungen in russischer Sprache.
- Ukrainische Fahrer profitieren beim Führerscheinumtausch und bei der Grundqualifikation.
- Berufssprachkurse werden seit Oktober 2026 ausgeweitet – mehr Angebote auf B2 bis C2.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Zu den Neuerungen gehören unter anderem Prüfungen für die Grundqualifikation in weiteren Sprachen, erleichterte Verfahren beim Umtausch ausländischer Führerscheine sowie Anpassungen bei der beruflichen Qualifizierung. Damit sollen Unternehmen offene Stellen schneller besetzen und internationale Fachkräftepotenziale besser nutzen können. Einige Monate später erklärt die IHK Südlicher Oberrhein nun, welche Änderungen konkret Wirkung erzielten.
„Wir haben den Bedarf an Prüfungen in Fremdsprachen seit Beginn unserer Arbeit im Mai 2023 immer wieder aus den Unternehmen gespiegelt bekommen. Deshalb ist es besonders erfreulich, dass sich hier nun konkrete Verbesserungen ergeben“, sagt Olga Kuchendaeva, Beraterin im Welcome Center Südlicher Oberrhein.
Rechtliche Grundlagen sollen in der Praxis überzeugen
Wie groß das Interesse an den neuen Möglichkeiten ist, zeigt das Beispiel der ITS Spedition GmbH aus Offenburg. Das international tätige Unternehmen rekrutiert unter anderem Fachkräfte aus russischsprachigen Ländern. „Ich habe regelmäßigen Kontakt mit der ITS Spedition. Das Unternehmen hatte darauf gewartet, dass die Prüfung auch in russischer Sprache möglich wird. Nachdem ich die entsprechenden Informationen weitergeleitet hatte, war die Reaktion sehr positiv“, berichtet Kuchendaeva.

Olga Kuchendaeva berät im Welcome Center Südlicher Oberrhein.
Markus SchwererAuch für ukrainische Berufskraftfahrer ergeben sich laut IHK-Mitteilung konkrete Erleichterungen beim Führerscheinumtausch. „Einige ukrainische Fachkräfte mit Lkw-Führerschein sind darüber sehr erleichtert. Gleichzeitig sind sie froh, dass sie die Grundqualifikation in ihrer Sprache ablegen können“, so Kuchendaeva.
Für die IHK Südlicher Oberrhein sei entscheidend, dass die neuen rechtlichen Möglichkeiten auch in der betrieblichen Praxis ankommen. Das Welcome Center Südlicher Oberrhein unterstützt Unternehmen und internationale Fachkräfte dabei, sich im Zusammenspiel von Rekrutierung, Anerkennung, Qualifizierung und Aufenthalt zu orientieren.
Mehr Angebote auf hohem Sprachniveau
Auch bei der berufsbezogenen Sprachförderung gibt es Verbesserungen: Seit Oktober 2026 wird das Angebot an Berufssprachkursen wieder ausgeweitet. Insbesondere Kurse auf den Niveaus B2, C1 und C2 sollen stärker angeboten werden. Zudem können Fachpraxis-Berufssprachkurse wieder durchgeführt werden. Damit stehen Unternehmen zusätzliche Möglichkeiten zur Verfügung, internationale Beschäftigte gezielt auf den Arbeitsalltag vorzubereiten.
„Die ersten Erfahrungen zeigen: Rechtliche Erleichterungen können einen konkreten Beitrag zur Fachkräftesicherung leisten. Wichtig ist, dass Unternehmen die neuen Möglichkeiten kennen und wissen, wie sie diese für ihre eigenen Rekrutierungsprozesse nutzen können. Dabei unterstützen wir mit unserer Beratung“, so Kuchendaeva.
Die IHK Südlicher Oberrhein vertritt die Interessen der regionalen Wirtschaft gegenüber Politik und Verwaltung. Ihr Angebot richtet sich an Unternehmen unterschiedlicher Größe und Entwicklungsphasen sowie an Fachkräfte und Auszubildende. Dazu gehören Beratungsangebote für Start-ups und etablierte Betriebe, die Organisation von Prüfungen und der Einsatz für bessere wirtschaftliche Rahmenbedingungen in den Kommunen. Darüber hinaus übernimmt die IHK laut Mitteilung bestimmte Aufgaben im Auftrag des Staates, informiert etwa über Zollbestimmungen und ausländische Märkte und organisiert Netzwerktreffen sowie weitere Veranstaltungen.
IHK-Kampagne und Podcast
Mit der Kampagne „Hier geht was“ stellt die IHK Südlicher Oberrhein erfolgreiche Unternehmen und Persönlichkeiten aus der Region vor. Als Standortbotschafter berichten sie über die Stärken und Potenziale des südlichen Oberrheins. Zu ihnen gehören unter anderem Robin Rombach, CEO des Freiburger Start-ups Black Forest Labs, Glassomer-Mitgründerin Dorothea Helmer und Europa-Park-Mitgründer Roland Mack. Jeden Monat kommen weitere Botschafter hinzu. Im Podcast „Boss Storys“ spricht die IHK mit Menschen, die die Region mitgestalten. Unternehmer, Wissenschaftler, Menschen aus dem öffentlichen Leben und Kulturschaffende, die den südlichen Oberrhein prägen.
