A5-Ausbau: IHK Südlicher Oberrhein fordert konkrete nächste Schritte

Für den Ausbau der A5 zwischen Offenburg und Freiburg müsse es endlich konkrete Schritte geben, fordert die IHK Südlicher Oberrhein in einem Schreiben an das Bundesverkehrsministerium.
Schabel- IHK Südlicher Oberrhein drängt auf sechsstreifigen Ausbau der A5 zwischen Offenburg und Freiburg.
- Begründung: steigende Verkehrsbelastung, regionales Wachstum und Sperrung der Rheintalbahn ab 2036.
- Einstufung nur als „Weiterer Bedarf mit Planungsrecht“ – IHK fordert höhere Priorität und Planung.
- A5 erreicht Kapazitätsgrenze, täglich rund 74.600 Fahrzeuge bei Nimburg laut Zählung 2024.
- IHK will Synergien mit Rheintalbahn nutzen und verlangt konkrete nächste Schritte vom Bund.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Die langjährige Diskussion müsse endlich in eine konkrete Planung übergehen, fordern IHK-Präsidentin Brigitta Schrempp und IHK-Hauptgeschäftsführer Dieter Salomon im Brief an das Bundesverkehrsministerium. Angesichts der weiter steigenden Verkehrsbelastung, des anhaltenden Wachstums der Region und der bevorstehenden Einschränkungen auf der Rheintalbahn bestünde dringender Handlungsbedarf beim Bund. „Wir reden über den Ausbau der A 5 nicht erst seit heute.
Die Forderung der Wirtschaft ist seit Jahren bekannt. Was jetzt fehlt, ist endlich Bewegung bei der Umsetzung“, so Schrempp, die nicht nur Präsidentin der IHK Südlicher Oberrhein ist, sondern auch Unternehmerin in Lahr. „Die Verkehrsentwicklung hat sich weiter verschärft, während die A 5 nach wie vor nicht die Priorität erhält, die sie angesichts ihrer Bedeutung für unsere Region braucht.“
IHK hält Einordung für nicht mehr nachvollziehbar
Im geltenden Bundesverkehrswegeplan 2030 ist der sechsstreifige Ausbau zwischen Offenburg und Freiburg lediglich als „Weiterer Bedarf mit Planungsrecht“ eingestuft. Die IHK hält diese Einordnung angesichts der tatsächlichen Verkehrsentwicklung für nicht mehr nachvollziehbar. Bereits 2003 war zumindest der Abschnitt Freiburg-Teningen als vordringlich einzustufendes Ausbauprojekt vorgesehen. Zu einer Realisierung kam es bislang dennoch nicht.
Engpässe werden größer
Dabei ist die Verkehrsbelastung auf der A 5 weiter gestiegen (siehe Info). „Die Entwicklung ist eindeutig: Die Verkehrsbelastung ist hoch und sie steigt weiter. Trotzdem ist bei Planung und Ausbau seit Jahren kaum Bewegung zu erkennen“, so Salomon. „Wir können nicht darauf warten, dass die Engpässe noch größer werden. Gerade mit Blick auf die kommenden Jahre muss das Projekt jetzt entschiedener vorangetrieben werden.“ Dass sich die Verkehrssituation nicht von selbst entspannen wird, zeige auch die Entwicklungen in der Region. Die Bevölkerung am südlichen Oberrhein ist innerhalb der vergangenen zehn Jahre um 7,6 Prozent gewachsen, die Zahl der Beschäftigten sogar um 21,4 Prozent, heißt es. Gleichzeitig stieg der Kraftfahrzeugbestand zwischen 2008 und 2024 um 27 Prozent auf mehr als 818.000 Fahrzeuge.
Auswirkungen auf die Wirtschaft
„Für die Unternehmen ist eine leistungsfähige Verkehrsinfrastruktur keine Frage des Komforts, sondern eine Voraussetzung für funktionierende Wertschöpfung“, betont Schrempp. „Wenn Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Kunden, Lieferanten oder Waren immer häufiger im Stau stehen, hat das unmittelbare Auswirkungen auf die Wirtschaft. Wir brauchen deshalb eine Infrastruktur, die mit der Entwicklung der Region Schritt hält.“ Zusätzliche Bedeutung gewinne der A 5-Ausbau durch die anstehenden Arbeiten an der Rheintalbahn.
A5 stoße bereits heute an ihre Grenzen
Die Deutsche Bahn plant, die Bestandsstrecke zwischen Riegel und Offenburg ab 2036 für mehrere Jahre zu sperren. Trotz geplanter Ersatzangebote auf der Schiene sei mit einer erheblichen zusätzlichen Belastung des Straßennetzes zu rechnen. „Wir wissen, dass die Verkehrsbelastung auf der Straße zunehmen wird. Gleichzeitig stößt die A 5 bereits heute regelmäßig an ihre Kapazitätsgrenze“, erklärt Salomon. „Das ist absehbar und damit auch planbar. Umso weniger verständlich wäre es, wenn wir erst reagieren, wenn die zusätzlichen Verkehrsströme tatsächlich auf der Autobahn stehen.“
Bahn- und Straßenausbau: Synergien nutzen
Zugleich sieht die IHK die laufenden und kommenden Arbeiten an der Rheintalbahn als Chance, die Planungen für Schiene und Straße frühzeitig aufeinander abzustimmen. Da die neuen Gleise zunächst autobahnparallel entstehen, könnten bei einer rechtzeitigen Planung Synergien genutzt und spätere zusätzliche Belastungen vermieden werden. „Es wäre ein Fehler, die Verkehrsinfrastrukturprojekte unabhängig voneinander zu betrachten“, so Schrempp. Wenn jetzt an der Rheintalbahn gebaut und geplant wird, müsse gleichzeitig der Blick auf die A 5 gerichtet werden.
Ausbau müsse angemessen berücksichtigt werden
„Wir brauchen endlich eine abgestimmte Perspektive für die gesamte Verkehrsinfrastruktur der Region.“ Die IHK Südlicher Oberrhein erwartet deshalb vom Bund, die bisherige Einstufung des A 5-Ausbaus kritisch zu überprüfen und die notwendigen Planungskapazitäten bei der Autobahn GmbH zu schaffen. Mit Blick auf die kommenden Arbeiten am nächsten Bundesverkehrswegeplan müsse der Ausbau zwischen Offenburg und Freiburg angemessen berücksichtigt werden.
„Die Wirtschaft am südlichen Oberrhein hat ihre Position seit Jahren klar formuliert. Jetzt geht es nicht mehr darum, die Notwendigkeit des Ausbaus immer wieder zu beschreiben, sondern darum, endlich die nächsten konkreten Schritte einzuleiten“, so Salomon. „Die Fakten liegen auf dem Tisch. Jetzt muss Bewegung in die Sache kommen.“
Verkehrszählung
An der Dauerzählstelle auf Höhe Nimburg wurden 2003 bereits rund 65.600 Fahrzeuge täglich registriert. Nach der Straßenverkehrszählung des Landes Baden-Württemberg waren es 2024 rund 74.600 Fahrzeuge pro Tag. Damit liegt die Belastung in einem Bereich, für den die einschlägigen Richtlinien bereits einen sechsstreifigen Ausbau empfehlen, argumentiert die IHK im Schreiben.