Austausch in der Kehler Stadthalle
: „Demokratie lebt vom Dialog und Engagement“

In Kehl diskutierten Vertreter aus Politik und Gesellschaft über die Zukunft der Demokratie in Europa. Im Mittelpunkt stand die Bürgerbeteiligung.
Von
red/hug
Kehl
Jetzt in der App anhören
Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Verwaltung und Zivilgesellschaft sprachen über eine zukunftssichere Demokratie.

Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Verwaltung und Zivilgesellschaft sprachen über eine zukunftssichere Demokratie.

Stadt Kehl
  • In Kehl diskutierten Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft über Europas Demokratie.
  • Im Fokus stand Bürgerbeteiligung, politische Bildung und Schutz demokratischer Grundrechte.
  • Redner betonten: Demokratie lebt vom Dialog und muss täglich verteidigt werden.
  • Junge Menschen sollen früher mitentscheiden, Verfahren verständlicher und transparenter werden.
  • Europarat stellte den Neuen Demokratischen Pakt vor – Ziel ist mehr Krisenfestigkeit.

Die Zusammenfassung wurde von einer generativen künstlichen Intelligenz erstellt.

Wie kann Demokratie auch in Zeiten anhaltender Krisen, wachsender gesellschaftlicher Spannungen und sinkenden Vertrauens in staatliche Institutionen handlungsfähig bleiben? Mit dieser Frage haben sich Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Verwaltung und Zivilgesellschaft sowie Studenten bei einer Veranstaltung in der Kehler Stadthalle beschäftigt. Eingeladen hatten die Stadt Kehl und die Hochschule für öffentliche Verwaltung Kehl anlässlich des 14. Weltforums für Demokratie des Europarates, heißt es in einer Pressemitteilung.

Oberbürgermeister Wolfram Britz betonte bei der Begrüßung, dass Demokratie vom Austausch unterschiedlicher Meinungen und Erfahrungen lebe. Gerade Kehl zeige durch seine enge Verbindung zum französischen Nachbarn, wie wichtig Verständigung und Zusammenarbeit über Grenzen hinweg seien. Auch Jutta Schulze-Hollmén von der Generaldirektion Kommunikation des Europäischen Parlaments hob in einem digitalen Grußwort die besondere Freundschaft zwischen Kehl und Straßburg hervor.

Hochschulrektor Prof. Dr. Joachim Beck unterstrich, dass Demokratie nicht allein von staatlichen Institutionen getragen werden könne. Vielmehr brauche es Menschen, die sich einbringen, Verantwortung übernehmen und den gesellschaftlichen Dialog mitgestalten. Hochschulen und Kommunen könnten dafür wichtige Begegnungsorte sein, ist der Pressemitteilung zu entnehmen.

Demokratie muss täglich gelebt werden

In seinem Vortrag zur Demokratiesicherung machte Thomas Strobl, Präsident des Landtags von Baden-Württemberg, deutlich, dass Freiheit, Frieden und Wohlstand keine Selbstverständlichkeit seien. Demokratie müsse jeden Tag gelebt und verteidigt werden. Ihre Stärke liege gerade darin, unterschiedliche Meinungen zuzulassen und auch bei gegensätzlichen Positionen respektvoll miteinander im Gespräch zu bleiben.

Ortenaukreis

Alles Wichtige aus dem Ortenaukreis.

Zum Whatsapp Kanal

Anschließend stellte Dr. Wolfram Bechtel vom Europarat den Neuen Demokratischen Pakt für Europa vor. Dieser soll demokratische Institutionen stärken und Gesellschaften widerstandsfähiger gegenüber Krisen machen. Dazu gehören politische Bildung, eine stärkere Bürgerbeteiligung, der Schutz demokratischer Grundrechte und ein konstruktiver Umgang mit gesellschaftlichen und technologischen Veränderungen.

Mehr Beteiligung für junge Menschen

Bei einer Podiumsdiskussion unter dem Titel „Perspektiven für eine zukunftssichere Demokratie in Europa“ kamen anschließend unterschiedliche gesellschaftliche Blickwinkel zusammen. Neben Strobl und Bechtel diskutierten Oberbürgermeister Wolfram Britz, Brigitta Schrempp von der IHK Südlicher Oberrhein, Alfred Baum von den Grünen, Claus Haberecht vom Bundesverband mittelständische Wirtschaft sowie der Kehler Student Etienne Herzog. Die Moderation übernahm Joachim Beck.

Einigkeit bestand darin, dass das Vertrauen in die Demokratie durch Erneuerung gestärkt werden müsse. Bürger sollten frühzeitig in Entscheidungsprozesse eingebunden, politische Abläufe verständlicher und transparenter vermittelt werden. Auch müsse gesellschaftlicher Ausgrenzung entgegengewirkt werden. Insbesondere junge Menschen bräuchten mehr Möglichkeiten, ihr unmittelbares Lebensumfeld aktiv mitzugestalten.

Zugleich seien Politik und Verwaltung gefordert, auch bei kontroversen Themen nachvollziehbare Entscheidungen zu treffen und tragfähige Lösungen zu entwickeln. Demokratie sei eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die weit über Parlamente und politische Institutionen hinausgehe, betonte Beck.

Für die musikalische Begleitung des Abends sorgte Jürgen Fleckenstein am Saxophon, begleitet von Joachim Beck am Klavier. Beim anschließenden Empfang konnten die Gäste die Gespräche vertiefen. Die Veranstaltung machte deutlich: Eine zukunftsfähige Demokratie braucht nicht nur verlässliche Institutionen, sondern vor allem Menschen, die bereit sind, Verantwortung zu übernehmen und miteinander im Dialog zu bleiben.

Weltforum für Demokratie

Das Weltforum für Demokratie wurde 2012 auf Initiative des damaligen Generalsekretärs des Europarates, Thorbjørn Jagland, ins Leben gerufen. Die erste Ausgabe fand vom 5. bis 11. Oktober 2012 in Straßburg statt. Hintergrund war die Frage, wie Demokratien auf gesellschaftliche, politische und wirtschaftliche Veränderungen reagieren und den Erwartungen der Bürger gerecht werden können. Seither bringt das jährlich stattfindende Forum Politiker, Wissenschaftler, Vertreter der Zivilgesellschaft und weitere Akteure aus aller Welt zusammen, um Herausforderungen für die Demokratie zu diskutieren und neue Lösungsansätze zu entwickeln.