Praktische Hilfe zur Selbsthilfe: Geflüchtete Frauen lernen in Kehl den Umgang mit Werkzeugen

"Einfach mutig sein, dann klappt es." Nach diesem Motto erlernten 14 geflüchtete Frauen bei einem Workshop im Betriebshof den Umgang mit Werkzeugen.
Stadt Kehl/Gabriele Dasch- In Kehl lernen 14 geflüchtete Frauen bei einem Workshop den Umgang mit Werkzeugen.
- Organisiert wurde „Handwerken für Frauen“ vom Integrationsmanagement und OlamAid.
- Praxisstationen: Nägel einschlagen, Löcher bohren, Schrauben wählen – inklusive Dübelkunde.
- Ziel ist mehr Selbstständigkeit und Begegnung, besonders für alleinerziehende Frauen.
- Positive Resonanz: Interesse an Schreinerlehre und Praktikum im Betriebshof entstand.
Die Zusammenfassung wurde von einer generativen künstlichen Intelligenz erstellt.
Mit Hammer, Bohrmaschine und Klebepistole haben sich 14 geflüchtete Frauen bei einem Workshop im Kehler Betriebshof vertraut gemacht. Die Teilnehmerinnen aus der Ukraine, Afghanistan, Algerien und Mazedonien konnten an verschiedenen Stationen handwerkliche Tätigkeiten ausprobieren. Wie die Stadt Kehl in einer Pressemitteilung berichtet, wurde das Angebot „Handwerken für Frauen“ vom städtischen Integrationsmanagement gemeinsam mit dem Verein OlamAid organisiert. Mitarbeiter des Betriebshofs und des Bereichs Tiefbau unterstützten die Frauen dabei.
Integrationsmanagerin Anna Kukharuk, die den Workshop gemeinsam mit Julia Beitner von OlamAid vorbereitet hat, sieht darin einen wichtigen Beitrag zu mehr Selbstständigkeit. „Ein solches Angebot ist besonders für alleinerziehende geflüchtete Frauen wichtig“, erklärt sie. Viele Teilnehmerinnen hätten bislang kaum Erfahrung im Umgang mit Werkzeugen. In ihren Herkunftsländern sei es häufig nicht selbstverständlich, dass Frauen handwerkliche Arbeiten selbst übernehmen. Kleine Reparaturen im eigenen Haushalt könnten dadurch zu einer Herausforderung werden.
An den Praxisstationen lernten die Frauen unter anderem, wie Nägel eingeschlagen, Löcher gebohrt und Schrauben befestigt werden. Susanne Fach, Leiterin des Bereichs Tiefbau, erklärte den richtigen Umgang mit der Bohrmaschine. Dazu gehörte auch die Frage, welche Dübel und Schrauben für unterschiedliche Wände benötigt werden. Mit Geduld und Ermutigung wurden die Teilnehmerinnen an die einzelnen Arbeitsschritte herangeführt. Fach machte ihnen Mut, Neues auszuprobieren: „Es gibt nichts falsch zu machen. Hier gibt es nur Hürden zu überwinden.“
Austausch und gegenseitige Unterstützung
Neben dem handwerklichen Lernen stand auch der persönliche Austausch im Mittelpunkt. Für viele der Frauen, die fern ihrer Heimat mit ihren Kindern leben, sei es wichtig, Kontakte zu knüpfen und sich gegenseitig zu unterstützen. Eine Teilnehmerin aus der Ukraine berichtete, dass sie in ihrer Schulzeit vor allem Stricken, Sticken und Kochen gelernt habe. Handwerkliche Tätigkeiten seien dagegen den Jungen vorbehalten gewesen. Der Workshop sei deshalb eine gute Gelegenheit, neue Fähigkeiten zu erwerben.
Auch Julia Beitner von OlamAid unterstrich den Begegnungscharakter des Angebots. Ziel sei es, Kontakte zwischen geflüchteten Menschen und der deutschen Gesellschaft zu schaffen. Gleichzeitig solle der Austausch zwischen unterschiedlichen Herkunftsgemeinschaften gefördert werden, die sich aufgrund sprachlicher und kultureller Barrieren nicht immer leicht begegneten.
Der Verein OlamAid ist international tätig und engagiert sich nach Angaben der Stadt seit 2023 gemeinsam mit dem Kehler Integrationsmanagement ehrenamtlich für geflüchtete Menschen. Beim Workshop unterstützten vier Mitarbeiter des Betriebshofs die Teilnehmerinnen freiwillig. Auch die beiden Betriebshofmitarbeiterinnen Daphne und Lara trugen zur Durchführung bei.
Die Rückmeldungen fielen laut Stadtverwaltung positiv aus: Eine Teilnehmerin erkundigte sich nach der Möglichkeit, eine Schreinerlehre zu beginnen, eine andere zeigte Interesse an einem Praktikum im Betriebshof. Damit habe der Nachmittag nicht nur praktische Kenntnisse vermittelt, sondern möglicherweise auch neue berufliche Perspektiven eröffnet.
Über OlamAid
OlamAid e.V. ist eine europäische, jüdisch basierte und pluralistische Hilfsorganisation mit Sitz in Berlin, die weltweit Nothilfe und Rehabilitationsarbeit leistet. Dabei adressiert sie die psychosozialen und physischen Bedürfnisse von Menschen in allen Phasen humanitärer Krisen. Das Ziel von OlamAid ist der Aufbau widerstandsfähiger, selbst erhaltender Gemeinschaften, die auf Würde und Vertrauen basieren. Dabei setzt OlamAid auf Menschlichkeit, Neutralität und Unabhängigkeit. Seit ihrer Gründung im Jahr 2016 begann OlamAid mit gemeindenaher psychosozialer Arbeit und Nothilfe in Deutschland zur Unterstützung Geflüchteter und von Katastrophen betroffener Menschen.