Mack besucht Jendroska: In Rohrdorf ist die Digitalisierung besonders herausfordernd

Über die anstehenden Projekte in Rohrdorf sprachen Klaus Mack (links) und Bürgermeister Daniel Jendroska.
Carolin Kraus/Büro MackDie Digitalisierung stellt viele Kommunen vor große Herausforderungen. Dabei geht es um komplexe Verwaltungsabläufe, fehlende Standards und begrenzte Ressourcen.
In Rohrdorf kommt noch eine ganz besondere Hürde hinzu: „Wir haben hier im Prinzip einen Netzwerkanschluss für das ganze Haus“, sagt Bürgermeister Daniel Jendroska im Gespräch mit dem CDU-Bundesagsageordneten für den Wahlkreis Calw/Freudenstadt, Klaus Mack. Für moderne Arbeitsplätze seien jedoch sechs bis acht Anschlüsse notwendig. Zudem erschweren dicke Mauern und denkmalgeschützte Decken die Einrichtung von WLAN.
„Digitalisierung muss im Alltag funktionieren“
Die Gemeinde hat Lösungen gefunden, wie das digitale Ratsinformationssystem, das Ressourcen spart und Verwaltungsabläufe beschleunigt. Jendroska ist zudem in Gesprächen, um den Glasfaserausbau eigenwirtschaftlich voranzutreiben.
„Digitalisierung muss im Alltag funktionieren. Formulare dürfen nicht erst online ausgefüllt, dann ausgedruckt und per Post verschickt werden. Wir brauchen schnellere Verfahren, weniger Bürokratie und einheitliche Standards“, sagt der Abgeordnete Mack, der die Modernisierungsagenda der Bundesregierung unterstützt. Entscheidend sei nun die Umsetzung.
„Als kleine Gemeinde leben wir vom Engagement vor Ort“
Mehr Freiheiten, mehr Eigenverantwortung, mehr Vertrauen – das wünscht sich Bürgermeister Jendroska auch im Zusammenhang mit dem Bürokratieabbau für Vereine. „Als kleine Gemeinde leben wir vom Engagement vor Ort“, erklärt er und nennt als ein Beispiel eine Frauengruppe, die den Seniorennachmittag organisiert. „Doch immer mehr Auflagen und Kosten setzen den Vereinen zu und stellen sie vor die Frage, ob sie künftig überhaupt noch Veranstaltungen stemmen können“, so der Bürgermeister, der selbst ehrenamtlich aktiv ist.
Mack sieht erste Erleichterungen durch Gesetzesmaßnahmen wie die Erhöhung der Ehrenamtspauschale und vereinfachte Nachweispflichten, um das Ehrenamt stärker zu unterstützen. „Engagement braucht konkrete Unterstützung, nicht nur Geld oder Worte“, so Mack.
Mack will grundlegende Reform des Sozialstaats
Überschattet wird all dies von der schwierigen Finanzlage der Kommunen. Deutschlandweit verzeichnen Städte und Gemeinden ein Rekorddefizit von gut 30 Milliarden Euro.
Steigende Sozialausgaben und Personalkosten belasten die Haushalte erheblich. Auch Rohrdorf steht vor wichtigen Investitionen – etwa in ein neues Feuerwehrfahrzeug, die Sanierung kommunaler Gebäude oder das Wassernetz.
„Doch aktuell können wir uns das nicht einfach so leisten“, sagt Bürgermeister Jendroska und hofft, dafür Mittel aus dem Sondervermögen Infrastruktur einsetzen zu können. „Durch die bereits eingeleiteten Maßnahmen der Bundesregierung gehen wir von einem wirtschaftlichen Aufschwung aus, was die Einnahmenseite verbessern kann. Das allein wird aber nicht reichen. Daher ist eine grundlegende Reform insbesondere des Sozialstaats dringend notwendig“, sagt Mack.