Bürgermeister Rohrdorf
: In 100 Tagen 50 externe Termine absolviert

Seit dem 1. April ist Daniel Jendroska Bürgermeister der Gemeinde Rohrdorf. Nach 100 Tagen im Amt zieht er nun eine erste Zwischenbilanz.
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(red/pm)
Oberndorf
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Seit 100 Daniel Jendroskas Arbeitsplatz: der Bürgermeister-Schreibtisch im Rathaus Rohrdorf.

Jendroska

„Die Anfangszeit war vor allem vom Kennenlernen geprägt – mit den Bürgerinnen und Bürgern, den Gemeinderatsgremien, der Verwaltung und vielen engagierten Menschen, die unser Gemeindeleben tragen“, so Jendroska gegenüber der Redaktion. In den ersten 100 Tagen habe er an über 50 externen Terminen teilgenommen, darunter Workshops, Ausschusssitzungen, Veranstaltungen zur Ortsentwicklung, zur Wasserversorgung oder zum Katastrophenschutz. Auch intern sei viel in Bewegung gekommen.

Zu den konkreten Stationen zählen vier Gemeinderatssitzungen – darunter eine Sondersitzung zur Präsentation studentischer Entwürfe für die fiktive Überplanung des Areals „Stelle“ –, Bürgermeistersprechstunden, Alters- und Ehejubiläen sowie das Maibaumstellen mit Hocketse. Auch der örtliche Bolzplatz wurde zwischenzeitlich instandgesetzt.

„Das gibt mir wertvolle Impulse für meine tägliche Arbeit“

„Besonders wichtig sind mir die direkten Gespräche auf der Straße. Offen, ehrlich, nah dran am Alltag – das gibt mir wertvolle Impulse für meine tägliche Arbeit“, sagt Jendroska. Parallel dazu habe er interne Abläufe unter die Lupe genommen und erste organisatorische Veränderungen angestoßen.

Bei größeren Projekten – etwa der Sanierung des Ortsmittengebäudes, dem Glasfaserausbau, Vorhaben an der Grundschule sowie der Verwaltungsdigitalisierung und Wasserversorgung – hat er erste Kontakte zu Projektpartnern, Fachplanern und Investoren geknüpft. „Sobald es konkrete Ergebnisse gibt, werden wir transparent informieren“, kündigt der Bürgermeister an.

Mandatsträger berichten von demokratiefeindlichen Tendenzen

Zugleich macht Jendroska deutlich, dass die Aufgaben nicht einfacher werden: „Die angespannte Finanzlage vieler Kommunen betrifft auch Rohrdorf. Wir müssen umsichtig haushalten, priorisieren und kreative Lösungen finden.“ Laut aktuellen Studien beläuft sich das kommunale Defizit 2024 bundesweit auf 24,3 Milliarden Euro, der Investitionsstau auf über 180 Milliarden Euro.

Besorgt zeigt sich der Bürgermeister auch über den Ton in der politischen Debatte. „27 Prozent der kommunalen Mandatsträger berichten von demokratiefeindlichen Tendenzen – das ist alarmierend. Vertrauen in unsere Institutionen schaffen wir nur durch Bürgernähe, Transparenz und echte Beteiligung.“

Rohrdorf als Ort des demokratischen Zusammenhalts stärken

Auch globale Entwicklungen bleiben für Jendroska nicht abstrakt: „Krisen wie Kriege, geopolitische Spannungen oder Handelskonflikte wirken längst bis auf die kommunale Ebene. Umso wichtiger ist es, dass wir vor Ort Haltung zeigen, Verantwortung übernehmen und Rohrdorf als Ort des demokratischen Zusammenhalts stärken.“

Trotz der Herausforderungen überwiegt beim neuen Rathauschef die Zuversicht: „Die Aufgaben sind groß – aber sie sind lösbar, wenn wir sie gemeinsam, strategisch und mit klarer Prioritätensetzung angehen.“ Ein ausdrücklicher Dank gilt den vielen Menschen, die ihn in den ersten Wochen unterstützt haben: „Die Verantwortung ist groß, die Themen sind vielfältig – aber die Motivation ist es auch.“

Mit einem Appell zum Schluss: „Wenn wir den Herausforderungen unserer Zeit mit Offenheit, Mut und Zusammenhalt begegnen, kann aus Gegenwind Rückenwind werden. Rohrdorf hat das Potenzial – und vor allem die Menschen dafür.“

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