Impressionen des Naturspektakels: Tausende verfolgen partielle Sonnenfinsternis in Lahr und der Region

Das Foto zeigt die partielle Sonnenfinsternis über der Burg Hohengeroldseck. Dem gegen 19.45 Uhr entstandenen Foto war laut seinem Urbeber Florian Schäfer eine lange Planung vorausgegangen.
Florian Schäfer- Tausende verfolgten eine partielle Sonnenfinsternis in Lahr und der Region.
- Hotspots waren Schutterlindenberg, Heuberg und die Geroldseck – dort viele Fotomotive.
- Beginn gegen 19.20 Uhr, maximale Verdunkelung vor Sonnenuntergang nicht mehr sichtbar.
- Schutz mit Sonnenfinsternisbrillen und selbstgebauten Lochkameras, teils große Nachfrage.
- Am Heuberg gab es Verkehrsprobleme und lange Warteschlangen an der Getränkeausgabe.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Der Mond schob sich gegen 19.20 Uhr langsam vor die Sonne. Als diese im Westen, kurz vor 21 Uhr, über den Vogesen hinter dem Horizont versank, war die maximale Verdunkelung schon wieder vorbei.
Die partielle Sonnenfinsternis führte auf dem Lahrer Schutterlindenberg zu einer großen Party. Es waren sicher mehrere Hundert Zuschauer, die sich das Spektakel mit fantastischer Sicht nicht entgehen lassen wollten.
Aufgefallen sind viele Lochkameras (Camera obscura), die es – bei richtiger Bauweise – genauso taten wie die Schutzbrillen. Wer die während der maximalen Verdunkelung nur noch schmale Sichel der Sonnenscheibe wirklich erkennen wollte, der benötigte die in den vergangenen Tagen heiß begehrten Brillen – oder eben die selbstgebauten Lochkameras. Die Fantasie der Tüftler war hier wirklich erstaunlich.
Nathan, der mit Geschwistern, Mutter und Freunden auf dem östlichen Hang des Schutterlindenberges mit ungehindertem Blick in den Sonnenuntergang saß, hatte eine Brille. „Das sieht aus, wie der Mond im Weltall“: So beschrieb der Junge die Sonne, als der Mond die Scheibe langsam „anknabberte“.
Ein Blick durch die Brille machte verständlich, warum Nathan diesen Vergleich benutzt hatte. Aufgrund der Filter gegen infrarote und ultraviolette Strahlen ist die Folie in dem Papprahmen so dicht, dass nur die Sonne als Scheibe, mehr oder weniger vom Mond verdeckt, zu sehen ist. Die Silhouette der Vogesen oder ein Blick auf die Details in der Rheinebene sind nicht auszumachen. Und da die Strahlen der Sonne, egal ob nun durch den Mond verdeckt oder nicht, durch die nahezu schwarze Folie ebenfalls weggefiltert werden, sehen wir die Scheibe oder Sichel nun kleiner als im Alltag.
Manche warten nach dem Spektakel noch auf die Perseiden
Die Bilder der über dem Kamm der Vogesen untergehenden Sonne (siehe Bildergalerie), übrigens bereits wieder als wachsende Sichel, benötigten eine Brennweite von etwa 500 Millimetern. Zum Vergleich: Damit wäre das Straßburger Münster vom Schutterlindenberg bei entsprechender Fernsicht formatfüllend im Kasten.
Für viele gehörte die Sonnenfinsternis zu einer Art Picknick mit Klappstühlen, Decken und Kühltaschen. Mehrere Besucher hatten vor, auch noch direkt die Perseiden in der Nacht zu beobachten. Dank des Neumondes waren diese massenhaft auftretenden Sternschnuppen gut zu beobachten.
Großer Andrang am Heuberg macht Autofahrern zu schaffen
Das Naturschauspiel lockte auch viele Hunderte Schaulustige auf Ettenheims Hausberg, den Heuberg. Vor allem für Autofahrer gab es während der Auffahrt in Richtung Turm große Probleme. Jede freie und verfügbare Fläche in und um die Reben wurde als Parkfläche genutzt. Fußgänger, Rad- und Rollerfahrer hatten es dagegen einfacher und gelangten schneller ans Ziel.
Lange Wartezeiten gab es auch an der Getränkeausgabe der Heuberggaststätte der Familie Weber. Mit einem solchen Ansturm hatte wohl niemand gerechnet.
So waren auch innerhalb kurzer Zeit die Schutzbrillen vergriffen. Kurz vor Sonnenuntergang wurde die Sonnenfinsternis von vielen Menschen am westlichen Horizont mit Blick auf die herrliche Rheinebene verfolgt. Zum Schutz der Augen trugen viele spezielle Sonnenfinsternisbrillen. Es konnten jedoch auch andere Beobachtungsmethoden beobachtet werden, so wurden auch hier selbstgebastelte Röhren verwendet, um das Naturereignis zu verfolgen und dabei die Augen zu schützen.
Nostalgie am Schutterlindenberg
Viele Zuschauer auf dem Schutterlindenberg waren „Wiederholungstäter“. Bekanntlich gab es in Deutschland zum letzten Mal am 11. Dezember 1999 eine totale Sonnenfinsternis. Viele der Besucher auf dem Schutterlindenberg konnten sich daran erinnern, manche hatten die Schutzbrillen von damals wieder hervorgekramt. Das Datum wussten erstaunlich viele noch. Bei der Uhrzeit aber kamen die meisten ins Stolpern. „Irgendwann am Nachmittag?“ Tatsächlich war sie am helllichten Mittag. Damals wurde es kurz vor der Verdunkelung in der Natur still. Und die Farben vor 27 Jahren hatten einen gänzlich anderen Stich. Am Mittwoch hatte das warme Licht der untergehenden Sonne (normalerweise rot-orange) einen Blaustich. Die nächste totale Sonnenfinsternis in Deutschland ist erst 2081.

















