Grundlage für weiteres Vorgehen
: Sensoren werden an gesperrter Lahrer Bahnbrücke installiert

Die Situation rund um die Brücke in der Rheinstraße ist in Lahr aktuell das wichtigste Gesprächsthema. Nun berichtet die Stadt, wie es weitergehen soll.
Von
red/pl
Lahr
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Die Brücke ist aktuell für sämtliche Verkehrsteilnehmer gesperrt.

Die Brücke ist aktuell für sämtliche Verkehrsteilnehmer gesperrt.

Schabel
  • Lahr sperrt die Rheinstraßenbrücke seit dem 20. Juli komplett wegen eines Risses.
  • In der Nacht 30./31. August installiert ein Ingenieurbüro Sensoren an der Unterseite.
  • Ziel ist eine fundierte Zustandsanalyse – erste Messergebnisse werden im September erwartet.
  • Eine Öffnung für Fuß- und Radverkehr erfolgt, wenn es sicher ist, motorisierter Verkehr später.
  • Neubau gilt als unumgänglich – Behelfsbrücke wird geprüft, Machbarkeitsstudie folgt.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

In Sachen gesperrter Bahnbrücke gibt es eine neue Entwicklung. Das 1956 errichtete Bauwerk ist, wie mehrfach berichtet, seit dem 20. Juli für Autos, Radfahrer und Fußgänger geschlossen. Zuvor war bei einer Kontrolle ein mehrere Zentimeter langer Riss entdeckt worden.

Nach Informationen unserer Redaktion haben sich OB Markus Ibert, Bürgermeister Guido Schöneboom und weitere Vertreter der Verwaltung am vergangenen Samstag bei der Bahnbrücke getroffen. Es ging darum, das weitere Vorgehen zu erörtern.

Am Freitagvormittag hat die Stadtverwaltung nun Details öffentlich gemacht, wie es weitergehen soll: Die Deutsche Bahn hat der Stadt demnach einen zeitnahen Termin ermöglicht, an dem die Gleise für die Installation von Sensoren an der Bahnbrücke freigehalten werden.

Das beauftragte Ingenieurbüro, das über umfangreiche Erfahrungen mit baugleichen Brücken verfügt, kann demnach in der Nacht von Sonntag auf Montag, 30. auf 31. August, Sensoren an der Unterseite der Brücke anbringen. „Die Datenerhebung ist für das weitere Vorgehen grundlegend“, betont die Stadt in ihrer Pressemitteilung.

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Ziel ist laut Stadtverwaltung, den Zustand des Bauwerks fundiert zu ermitteln. Schallemissionssensoren ermöglichen es demnach, flächendeckende Auffälligkeiten an Spanngliedern zu registrieren.

Erste Ergebnisse werden im September erwartet

Glasfasersensoren können frühzeitig das Verhalten der Spannglieder aufzeigen, wobei Veränderungen Hinweise auf Korrosion, Drahtbrüche oder andere Schädigungen liefern. Zusätzlich werden die Spannglieder mittels Entnahme von Spannstahlproben und die Betonfestigkeit durch Entnahme von Bohrkernen labortechnisch untersucht.

Erste Ergebnisse sollen im September vorliegen. „Sofern es unter Sicherheitsaspekten verantwortbar ist, werden wir die Brücke anschließend für den Fuß- und Radverkehr schnellstmöglich wieder öffnen. In einem weiteren Schritt ist dann zu prüfen, ob eine Öffnung auch für einen Teil des motorisierten Verkehrs erfolgen kann“, wird Ibert in der  städtischen Pressemitteilung zitiert.

Stadt: Zeitnaher Neubau ist unumgänglich

Als sehr wahrscheinlich gilt, dass die Brücke für den Verkehr über 16 Tonnen gesperrt bleiben muss – zumal es aufgrund der darunter verlaufenden Gleise und Oberleitungen ausgeschlossen ist, das Bauwerk mit zusätzlichen Stützen zu verstärken. „Ein möglichst zeitnaher Neubau, der die bestehende Brücke dauerhaft ersetzt, ist angesichts der überragenden Bedeutung der Rheinstraßenbrücke für den Verkehr unumgänglich“, betont die Stadtverwaltung.

„Dass der gegenwärtige Zustand bis zur Inbetriebnahme einer neuen Brücke bestehen bleibt, ist für mich nicht akzeptabel“, wird Ibert zitiert. „Eine Behelfsbrücke, die auch Fahrzeuge über 16 Tonnen aufnehmen kann, würde die Verkehrssituation in der Zwischenzeit deutlich entspannen. Wir prüfen deshalb intensiv unter Einbindung aller zu Beteiligenden, unter welchen Voraussetzungen ein solches Provisorium so schnell wie möglich errichtet werden kann.“

Zur Prüfung der unterschiedlichen Varianten – für den Ersatzneubau ebenso wie für das Provisorium – hat die Stadt eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben. Erstellt wird sie vom gleichen Ingenieurbüro, das auch die Diagnostik der Bestandsbrücke übernimmt, auf dem Themenfeld sehr erfahren ist und seitens des Eisenbahnbundesamts ausdrücklich anerkannt wird.

Machbarkeitsstudie wird bei nächster Ratssitzung noch nicht vorliegen

Parallel steht die Stadt im Austausch mit der Deutschen Bahn sowie den maßgeblichen Behörden, Institutionen und Unternehmen, um das Vorhaben voranzubringen.

Wenn sich der Gemeinderat im Oktober mit dem Thema befasst, wird die Machbarkeitsstudie angesichts der Komplexität der Varianten noch nicht vorliegen können, informiert die Stadt. Die Ergebnisse der jetzt vorzunehmenden Messungen werden jedoch im ersten Schritt die Entscheidung darüber ermöglichen, ob die bestehende Brücke für einen Teil des Verkehrs geöffnet werden kann und ob die Stadt Lahr die möglichst zeitnahe Errichtung eines Provisoriums weiterverfolgen soll.

Befahrbarkeit der B415

Unabhängig von der Entwicklung der Bahnbrücke wird die Stadt Lahr laut Pressemitteilung  sicherstellen, dass die Bundesstraße 415 während der Bauarbeiten für den Anschluss des Klinikneubaus befahrbar bleiben wird.