Ein Riss hat sich gebildet
: Bahnbrücke in der Lahrer Rheinstraße ist jetzt voll gesperrt

Die Übergangslösung hat nicht lange gehalten: Aufgrund einer Rissbildung ist das angeschlagene Bauwerk über die Schienen in der Lahrer Rheinstraße voll gesperrt – und zwar für alle Verkehrsarten.
Von
Pascal Lienhard,
Felix Bender,
Jonas Köhler
Lahr
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Die Bahnbrücke in der Lahrer Rheinstraße ist aufgrund einer Rissbildung voll gesperrt.

Nichts geht mehr: Die Bahnbrücke in der Lahrer Rheinstraße ist aufgrund einer Rissbildung voll gesperrt.

Lienhard
  • Lahrer Bahnbrücke in der Rheinstraße ist wegen Rissbildung ab sofort voll gesperrt.
  • Monitoring entdeckte heute einen mehrere Zentimeter langen Riss an der Nordseite.
  • Gutachten: Jeder erkennbare Riss gilt als Ankündigungsriss – sofortige Sperrung nötig.
  • Umleitungen: Kfz über B415 und Raiffeisenstraße, Fuß- und Radverkehr über Hursterhofbrücke.
  • Stadt hat ein Fachbüro für Spannbetonbrücken eingeschaltet und informiert bei neuen Erkenntnissen.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

In der Lahrer Rheinstraße herrscht am Montag zur Feierabendzeit Verwirrung: Zahlreiche Autofahrer nehmen am Kreisverkehr am Hirschplatz die Ausfahrt Richtung Industriegebiet – und stehen wenige Meter später vor einer Absperrung auf ganzer Straßenbreite. Viele biegen schnell in die Alte Rheinstraße ab, ein Fahrer, der von dort kommt und eigentlich nach links Richtung Autobahn abbiegen will, setzt schnell noch den Blinker in die andere Richtung.

Aufgrund einer Rissbildung ist die Lahrer Bahnbrücke in der Rheinstraße ab sofort und bis auf Weiteres für jeglichen Verkehr gesperrt. Darüber informierte die Stadt am Montagnachmittag in einer Mitteilung – und wenige Minuten später durch Baubürgermeister Tilman Petters öffentlich im Gemeinderat. Seit April wird die Bahnbrücke täglich auf Rissbildungen überwacht. Beim Monitoring am Montag war es schließlich so weit: Es wurde ein mehrere Zentimeter langer Riss entdeckt – an der Nordseite der Brücke, quer zur Fahrbahn und mittig über der Stütze. Laut Petters hat der Riss eine Stärke von 0,4 Zentimetern. Das Gutachten eines externen Fachbüros, das aufgrund der Ergebnisse einer Bauwerksprüfung im Frühjahr 2026 beauftragt worden war, führe dazu eindeutig aus: Ist ein Riss jeglicher Art zu erkennen, ist dieser als Ankündigungsriss zu interpretieren und die Brücke sofort zu sperren.

Am Montagnachmittag überquerten noch zwei Fußgänger die Brücke. Das ist, so die Stadt weiter, nicht gestattet. „Die Sperrung gilt für sämtliche Verkehrsteilnehmer.“ Für den motorisierten Verkehr führt die Ausweichstrecke aktuell über die B 415 und die Raiffeisenstraße, für den Fuß- und Radverkehr über die Hursterhofbrücke südlich des Bahnhofs und gegenüber der Moschee am Bürgerpark. Entsprechende Umleitungen werden noch ausgeschildert, so die Verwaltung in der Mitteilung am Montag.

Spannend wird die Verkehrsführung in einigen Wochen. Ab dem 24. August soll für die Sanierung der B 3 der Abschnitt zwischen den Kreisverkehren in der Schwarzwaldstraße und dem am Hirschplatz voll gesperrt werden. Die Umleitung war eigentlich in beide Richtungen über die Rheinstraße vorgesehen, wie das Regierungspräsidium schon im Juni mitgeteilt hat. Laut Petters wird es am heutigen Dienstag weitere Informationen zu Umleitungen geben. Die verschiedenen Baustellen in der Umgebung würden es nicht leichter machen.

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Expertise eines Ingenieurs soll „mit Höchstgeschwindigkeit“ eingeholt werden

Der eigentliche Plan der Stadt sah vor, die Bahnbrücke noch so lange offen zu halten, bis ein Ersatzneubau in Reichweite ist. Der hätte bei der geplanten Ertüchtigung der Rheintalbahn sowieso erfolgen sollen. Neue Regelungen schreiben dann nämlich eine um drei Meter höhere Brücke vor. Um das zu erreichen, hat die Stadt schrittweise immer schärfere Einschränkungen veranlasst. Zunächst im Dezember Tempo 30 und ein Mindestabstand für Fahrzeuge über 3,5 Tonnen, im April folgte ein Tonnagelimit von 16 Tonnen mit Ausnahme des Busverkehrs.

Und wie geht es jetzt weiter? Man werde nun „mit Höchstgeschwindigkeit“ die Expertise eines Ingenieurs einholen, verkündete Petters vor dem Gemeinderat. Die Hoffnung sei, dass die Brücke über die Rheinstraße künftig zumindest wieder für Fahrzeuge bis 3,5 Tonnen freigegeben werden kann. Zuletzt habe sich leider gezeigt, dass der Schwerlastverkehr, für den die Brücke schon länger gesperrt ist, das Verbot nicht mehr allzu stringent einhalte. Um dieses Gebot zu kontrollieren, hatte die Stadt vor, eine Messstelle einzurichten. Laut Petters wäre es dazu aber ohnehin nicht gekommen. Es habe sich nämlich gezeigt, dass sich die Kosten für die vorgesehene Einsatzzeit nicht auf 350.000 Euro, sondern eine Million Euro belaufen hätten.

Parallelen zu Dresden

Die Bahnbrücke in der Rheinstraße sei in ähnlicher Bauweise entstanden wie die Carola-Brücke in Dresden, erklärte Petters im Mai im Gemeinderat. Nach deren Einsturz im September 2024 sei man hellhörig geworden. Wie Roland Richter vom Tiefbauamt bei der gleichen Sitzung informierte, habe eine Hauptprüfung vor Weihnachten die Defizite der Brücke in der Rheinstraße ans Tageslicht gebracht.